GA-Sportlerwahl

Wer wird GA-Sportler des Monats Juli?

BONN. Als Kandidaten für den den GA-Sportler des Monats Juli sind Matthias Sandten, Konstanze Klosterhalfen, Majtie Kolberg, Moritz auf der Heide und Simon Happel nominiert. Abstimmung läuft bis nächsten Montag.

Ein Ball ist diesmal nicht im Spiel. Bei den fünf Kandidaten, die zur Wahl stehen, kommt es vor allem auf schnelle Beine und einen ruhigen Atem an. Bei der GA-Sportlerwahl des Monats Juli stellen sich ein Vize-Europameister, drei deutsche Meister und ein Sieger eines Traditionsradrennens dem Votum der Leser. Bis Montag, 13. August, läuft die Abstimmung via ga-bonn.de/sportlerwahl. Nominiert sind der Moderne Fünfkämpfer Matthias Sandten, die Mittelstrecklerinnen Konstanze Klosterhalfen und Majtie Kolberg, der Ultralangläufer Moritz auf der Heide sowie der Radrennfahrer Simon Happel.

>>> Hier geht es zur Abstimmung <<<

Der Bonner Matthias Sandten gehört schon seit Jahren zur nationalen Spitze im Modernen Fünfkampf. Der 25-Jährige von den SSF Bonn, zweimaliger deutscher Meister, feierte im Juli mit dem Gewinn der Staffelsilbermedaille bei der Europameisterschaft seinen größten internationalen Erfolg. Mit seinem Teamkameraden Marvin Dogue vom OSC Potsdam startete er im ungarischen Szekesfehervar eine Aufholjagd, die es in sich hatte. Nach der 2x100-m-Schwimmstrecke lag das deutsche Duo nur auf Rang zehn – von elf angetretenen Staffeln. Die Medaillen schienen außer Reichweite.

Doch nach dem Fechten und Reiten, zwei Disziplinen, in denen die Konkurrenten viele Strafpunkte kassierten, lag die Bonn/Potsdamer Kombination schon auf Rang fünf. Im Laser-Run spielten der 22-jährige Dogue und der drei Jahre ältere Sandten ihre Stärke am Schießstand und auf der Laufstrecke aus. Am Ende fehlten den Deutschen bei 1471 Punkten lediglich fünf Zähler zum Titel, den sich das französische Duo Simon Casse/Brice Loubet sicherte.

Locker und leicht lief Konstanze Klosterhalfen (21) in den letzten Jahren auf nationaler Ebene von Sieg zu Sieg und von Rekord zu Rekord. Im vergangenen Jahr rannte sie die 800 Meter unter zwei, die 1500 Meter unter vier und die 5000 Meter unter 15 Minuten. Das hatte in diesem Alter noch keine Läuferin vor ihr geschafft.

 

Das erste Halbjahr 2018 war vor allem von der ersten schwerwiegenden Verletzung geprägt – Knieprobleme ließen über Wochen nur Aquajogging zu. Mit nur einem Rennen in den Beinen verteidigte sie vor gut zwei Wochen dennoch ihren 1500-m-Titel bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg in 4:06,34 Minuten. Doch leicht und locker war es verständlicherweise nicht. Ihr siebter Titel war ein schwer erkämpfter. Elena Burkhard von der LG Schwarzwald wurde mit nur 17 Hundertsteln Rückstand Zweite. Konstanze Klosterhalfen ist froh, dass die Zeit der Ungewissheit nach der Verletzung vorbei ist. „Das war die schlimmste Phase in meinem Leben. Weil ich so ungeduldig war, ist es vielleicht sogar noch schlimmer geworden, als es hätte sein müssen“, sagt sie. Das Knie hält, das ist das Wichtigste. Bei der EM in Berlin läuft sie nicht ihre Paradestrecke, sondern die 5000 m. Vielleicht ist sogar eine Medaille drin.

Schnell, aber noch nicht ganz so schnell wie Konstanze Klosterhalfen ist Majtie Kolberg. Das 18-jährige Lauftalent von der LG Kreis Ahrweiler feierte Ende Juli im Rostocker Ostsee-Stadion seinen größten nationalen Karriereerfolg. Bei den deutschen U20-Meisterschaften sicherte sich Kolberg den Titel über 800 Meter. Dabei kontrollierte sie auf den ersten 400 Metern das Feld von der Spitze, ohne auf das Tempo zu drücken. 250 Meter vor dem Ziel zog sie an, die Erfurterin Alina Schönherr konterte, doch Kolberg ließ sie nicht vorbei. Auch als Nele Weßel auf der Zielgeraden zum Schlusspurt ansetzte, blieb Kolberg locker: „Ich habe genau den Moment bemerkt, als sie nachgelassen hat, und das dann ausgenutzt.“ Als Belohnung gönnte sie sich ein paar Tage Urlaub am Ostseestrand. Ihren Saisonhöhepunkt hatte sie da schon hinter sich: die Teilnahme an der Junioren-WM im finnischen Tampere. Dort hatte sie es bis ins Halbfinale geschafft. „Danach“, gab sie ehrlich zu, „war es schwer, die Spannung bis zur DM aufrechtzuerhalten.“ Es ist ihr gelungen, auch dank einer taktischen Meisterleistung.

Für Moritz auf der Heide sind 1500 oder 5000 Meter Sprintdistanzen. Er liebt die ultralangen Läufe bis zu 100 Kilometer, vor allem im Gelände und im Gebirge. Im Juli gewann der Bonner vom LAZ Puma Rhein-Sieg im unterfränkischen Veitshöchheim seinen ersten deutschen Meistertitel. Beim Maintal-Ultratrail standen 64 Kilometer mit 1700 Höhenmetern auf dem Programm. Auf der Heides unkonventionelle Taktik hatte die Konkurrenz offenbar kalt erwischt. Ab Kilometer zwei forcierte der 30-Jährige das Tempo und enteilte dem stark besetzten Feld, unter anderem mit dem WM-Zehnten Janosch Kowalczyk als einem der Favoriten. Nach 4:47,58 Stunden kam der Bonner wohl auch zu seiner eigenen Überraschung mit gut neun Minuten Vorsprung als Erster ins Ziel. Sein nächstes großes Ziel ist der „Transalpine Run“ vom 2. bis 8. September. In sieben Etappen geht es dann über 255 Kilometer und gut 16 000 Höhenmeter von Garmisch-Partenkirchen nach Brixen. Eine zackige Herausforderung für einen Vollzeit-Arbeiter, der den Großteil der Vorbereitung kurz nach Sonnenauf- oder kurz vor Sonnenuntergang stemmen muss.

Fest im Sattel sitzt Simon Happel – und das im Jahr mehr als 20 000 Kilometer. Der Wahlscheider fährt im derzeit besten deutschen Amateur-Radrennstall, dem Team Kern-Haus. Der 26-Jährige kann schon jetzt auf eine erfolgreiche Saison mit drei Siegen und zwölf Platzierungen zurückblicken. Emotionaler Höhepunkt für ihn war sein Sieg im Juli bei seinem Heimatrennen, dem lokalen Klassiker „Rund in Spich“. Sein Team hatte mit dauernden Attacken das große Feld zermürbt. Zwei Kilometer vor dem Ziel verschärfte der Wahlscheider noch einmal das Tempo, so dass die Verfolger nicht mehr mithalten konnten und riss bei der Zieldurchfahrt jubelnd die Arme hoch. Eine Woche zuvor war er hinter seinem Teamkollegen Alexander Weifenbach Zweiter bei „Rund in Rheinbach“ geworden. Happel gilt als starker Fahrer am Berg, der aber auch mit einer sehr hohen Tempohärte ausgestattet ist.