Vier deutsche Meister und ein Bundesliga-Aufsteiger

Wer wird GA-Sportler des Monats Februar?

BONN. Ein starkes Quintett hofft auf Stimmen bei der GA-Sportlerwahl: Vier deutsche Meister und ein Bundesliga-Aufsteiger. Bis Montag, 12. März, konnte abgestimmt werden.

>>Die Abstimmung lief bis Montag, 12. März.<<

Verehrte Leser, es wird ziemlich knifflig. Wie ein Trainer einer Champions-League-Mannschaft, der vor dem Finale aus seinem 20-Mann-Luxuskader elf Spieler auswählen und neun enttäuschen muss, haben auch Sie die Qual der Wahl. Vier deutsche Meister in olympischen Sportarten und ein Bundesliga-Aufsteiger – ein solch illustres Feld bei einer GA-Wahl zum Sportler des Monats ist ungewöhnlich. Der Februar, eigentlich ein kalter, trister Geselle, hatte es sportlich in sich – nicht nur, was die deutsche Medaillenflut bei den Winterspielen anbelangte. Er wurde für einige Athleten aus der Region zum Wonnemonat.

Die sportliche Reise beginnt in Bielefeld. Wer an die Stadt am Teutoburger Wald denkt, verbindet mit ihr womöglich Dr. Oetkers Backpulver und die mittelalterliche Sparrenburg. Die beiden Beueler Badmintonasse Luise Heim und Max Weißkirchen haben mittlerweile eine viel innigere Beziehung nach Ostwestfalen aufgebaut. Bielefeld markiert für sie einen Meilenstein in ihrer jungen Karriere.

Heim wurde in der Seidensticker-Halle vor einem Jahr erstmals deutsche Meisterin. Damit lastete bei den diesjährigen Titelkämpfen Anfang Februar natürlich die Bürde der Mitfavoritin auf ihren Schultern. Doch die Nationalspielerin entledigte sich Runde um Runde souverän aller Angriffsversuche der Konkurrenz. Natürlich gehörte auch ein wenig Glück dazu. Topfavoritin Fabienne Deprez musste im Halbfinale verletzt aufgeben, im Finale rang Heim dann die Lüdinghausenerin Yvonne Li in drei Sätzen nieder und bekannte: „Der zweite Titel ist wertvoller. Der erste kam überraschend, diesen hier wollte ich unbedingt holen.“

Ihr Beueler Kollege Max Weißkirchen war ein solcher Erfolg bislang verwehrt geblieben. Doch er hatte einen an seiner Seite, der weiß, wie es funktioniert. Marc Zwiebler, neunmaliger deutscher Meister, coachte den jungen Bonner bei den Titelkämpfen. Der geriet vor nicht allzu langer Zeit in prekären Situationen schon mal in kleine psychische Krisen, haderte mit sich und verlor dadurch bisweilen ein enges Match. Doch im Finalduell mit dem Lüdinghausener Kai Schäfer bewies der 21-Jährige Nervenstärke. Nach verlorenem ersten Satz gewann Weißkirchen die folgenden beiden Durchgänge und ließ sich auch nicht von fünf vergebenen Matchbällen irritieren. Forsch formulierte er dann sein langfristiges Ziel: „Irgendwann in der Weltspitze spielen.“

Dort ist die dritte Kandidatin schon angekommen. Konstanze Klosterhalfen ist für GA-Leser bei Sportlerwahlen eine vertraute Konstante. Die 21-jährige Bockerotherin, Markenzeichen wippender Pferdeschwanz, gilt als größtes deutsches Lauftalent. Bummeln ist dabei nicht ihr Ding. Sie liebt die Geschwindigkeit. Wie in Dortmund am 18. Februar. Es war ihr 21. Geburtstag. 4000 Zuschauer in der Helmut-Körnig-Halle sangen ihr ein Ständchen, nachdem die Mittelstrecklerin unter Ovationen ins deutsche Leichtathletik-Geschichtsbuch gelaufen war.

Eine Ewigkeit von 30 Jahren stand dort als Rekordhalterin über 3000 Meter Kathrin Ullrich notiert. Klosterhalfen lief in 8:36,02 Minuten fünf Sekunden schneller und löschte damit den Uralt-Rekord der Berlinerin. Dass es ihr international noch an Erfahrung mangelt, zeigte die Hallen-WM in Birmingham, als der deutsche Shootingstar mit Platz sieben hinter den Erwartungen blieb. Es war ein Bummelrennen – nichts also für die Speed-Queen.

Wer die Winterspiele in Pyeongchang verfolgt hat, wird eine Szene nicht vergessen: Als im Biathlon-Massenstartrennen der Franzose Martin Fourcade im Millimeter-Duell mit Simon Schempp den Fuß gedankenschnell um Bruchteile von Sekunden früher über die Linie schob – und Gold gewann. Ob Majtie Kolberg die Szene im Hinterkopf hatte, ist nicht verbrieft. Die junge Läuferin der LG Kreis Ahrweiler weiß aber, was in einem Zielfoto-Rennen den Ausschlag geben kann: Mut zum Risiko.

Und so stürzte sich das 18-jährige Mittelstreckentalent im Rennen über 800 Meter bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Halle an der Saale im Duell mit der Wetzlarerin Sophia Volkmer mit einem Hechtsprung ins Ziel – statt Silber wie im Vorjahr war es diesmal Gold. Zwei Hundertstelsekunden gaben den Ausschlag. „Ich habe mir nur gedacht: Gib alles“, sprudelte es nachher aus ihr heraus. Der Sprung ins Glück brachte ihr ein paar Schürfwunden am Knie ein. Die vergehen, der Titel bleibt.

Gefeiert wurde auch im Wasserland – mit Schampus. Die Hockey-Damen des Bonner THV haben mit dem Aufstieg in die Bundesliga Vereinsgeschichte geschrieben und dabei mit zehn Siegen in zehn Spielen die perfekte Saison gespielt. Das Offensivfeuerwerk, das die Bonnerinnen abbrannten, war beeindruckend, doch die Basis für Meisterschaften wird im hinteren Bereich gelegt. Hier spielte Torfrau Jacinta Caspari eine herausragende Saison. Die „Lady Zuverlässig“ gehört mit ihren gerade 25 Jahren zu den dienstältesten Bonner Spielerinnen und hat alle Aufstiege der BTHV-Damen mitgeprägt. Nur 18 Gegentore kassierte sie – ein Spitzenwert. „Sie hat die Nominierung absolut verdient“, sagt BTHV-Geschäftsführer Kay Milner.

>>Die Abstimmung lief bis Montag, 12. März.<<