GA-Sportlerwahl

Sarah Liegmann ist GA-Sportlerin des Monats Oktober

Ihre Ziele genau vor Augen hat Kickbox-Weltmeisterin Sarah Liegmann.

Ihre Ziele genau vor Augen hat Kickbox-Weltmeisterin Sarah Liegmann.

Rheinbach. Die 16-jährige Kickboxerin aus Rheinbach gewinnt in Athen die WM-Titel sieben und acht und wird Sportlerin des Monats Oktober. Ihr Ziel ist, Profi zu werden und Kämpfe im TV zu bestreiten.

Sarah Liegmann ist da, wo viele Sportler hinwollen. Die Kickboxerin vom Verein Tomburg Boxing Rheinbach ist mehrmalige Weltmeisterin. Im Oktober sammelte sie ihre Titel sieben und acht ein. Eine Zahl, die das Gros der Elite-Sportler in seiner Karriere nicht erreicht. Liegmann ist gerade einmal 16 Jahre alt und steht trotz ihrer Erfolge noch am Anfang ihrer sportlichen Laufbahn. Die Leser des General-Anzeigers haben die Schülerin nun zum zweiten Mal zur Sportlerin des Monats gewählt. „Unfassbar, das kann ich gar nicht glauben“, sagt Liegmann, als sie von der Wahl erfährt. „Ich hätte nicht erwartet, als einzige Jugendliche gegen Erwachsene aus so bekannten Vereinen eine Chance zu haben.“

Tatsächlich setzte sich Liegmann gegen routinierte Sportler wie den 33-jährigen Bradley Roper-Hubbert durch, der mit den Bonn Capitals soeben die deutsche Meisterschaft im Baseball feierte. Der ehemalige Bonner Spielertrainer landete nur auf dem fünften Platz, hinter Volleyballerin Chiara Lück von den SSF Fortuna Bonn auf Rang drei und Nils Bullerjahn, Handballer des TSV Bonn rrh., auf Platz vier. Zweiter der Wahl wurde Fußballer Max Müller, der für den Bezirksliga-Aufsteiger TuS Buisdorf regelmäßig trifft.

Doch Liegmanns junges Alter ist bei einer Leser-Wahl sicherlich kein Nachteil. In den sozialen Medien ist sie bestens vernetzt. Alleine auf Instagram hat sie 3300 Abonnenten. „Als Einzelsportler hat man in den sozialen Netzwerken vielleicht einen Vorteil. Außerdem halten wir Kampfsportler zusammen“, sagt Liegmann.

Das Akquirieren der Stimmen ist jedoch nur ein kleiner Anteil ihres Wahlsiegs. Die Basis bildet ihr sportlicher Erfolg. Und der ist immens. Bei der WM in Athen gewann sie das Finale im Vollkontakt gegen den niederländischen K1-Star Lucielle Verhoef souverän, auch im Kick-Light setzte sie sich verdient durch. „Es war ein unbeschreibliches Gefühl, als ich realisiert habe, erneut Weltmeisterin geworden zu sein“, so Liegmann. „Zumal bis zehn Tage vor Athen noch nicht feststand, ob ich verletzungsbedingt überhaupt teilnehmen kann.“

Das konnte sie. Sie holte zudem auch zwei Silbermedaillen. Neben den WM-Titeln gewann Liegmann bereits vier Europameisterschaften und wurde schon 18 Mal deutsche Meisterin.

Doch die ehrgeizige Sportlerin will noch mehr. „Mein Ziel ist es, Profi zu werden“, sagt sie selbstbewusst. Dafür trainiert sie hart. Neben dem Kickboxen auch im olympischen Boxen. Sie arbeitet langfristig auf einen Kampf im TV hin. Und das neben der Schulzeit. „Sarah ist einfach ein Komplettpaket“, sagt ihr Trainer Willi Zinken mit einer gehörigen Portion Stolz. „Ihren Erfolg hat sie sich hart erarbeitet.“

Auch am Image ihrer Sportart arbeitet sie weiterhin fleißig. „Kickboxen wird immer gerne als Randsportart oder Asi-Sportart bezeichnet. Man wird schnell abgestempelt“, sagt die Einser-Schülerin, die im nächsten Schuljahr ihr Abi machen wird und zudem die Aufnahmeprüfung an der Sporthochschule Köln anpeilt. „Von daher bedeutet mir die Wahl auch so viel.“

Trotz ihres frühen Erfolgs ist Liegmann bodenständig geblieben. Sie weiß, dass ihre Siege nicht nur der harten Arbeit geschuldet sind. Unmittelbar nach dem Titel setzte Liegmann bei Facebook einen emotionalen Post ab. Sie dankt darin unter anderem „dem Mann der ersten Stunde, der mich in unendlichen Trainingseinheiten unterrichtet hat, meinem Coach Willi Zinken“. Ein weiterer Dank gilt ihren Eltern, aber auch den Physiotherapeuten, die sie für die WM fit gemacht haben. Und natürlich ihren Followern – irgendwie ganz altersgerecht.