GA-Sportler des Jahres

Rendschmidt gewinnt Trophäe ein zweites Mal

Bonn. Der zweifache Olympiasieger Max Rendschmidt ist zum zweiten Mal in Folge GA-Sportler des Jahres geworden. Der Kanute setzte sich am Ende gegen Judoka Falk Petersilka und Läuferin Konstanze Klosterhalfen durch. 200 Gäste feierten in Hennef die zwölf Monatssieger der Sportlerwahl.

Der Gewinner ist gekürt: Max Rendschmidt wurde sowohl von der Jury als auch von den GA-Lesern eindeutig zum Sportler des Jahres gewählt und in der Meys-Fabrik in Hennef vor 200 geladenen Gästen ausgezeichnet.

Als der Kanute die Trophäe aus den Händen der zweimaligen Hochsprung-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth entgegennimmt, fühlt man sich unweigerlich an diesen besonderen Moment im Sommer erinnert. Rendschmidt strahlt über das ganze Gesicht.

Wie im August dieses Jahres, als er sich über seinen zweiten Olympiasieg binnen weniger Tage freute. Nach der Wahl zum GA-Sportler des Jahres 2015 gemeinsam mit der Modernen Fünfkämpferin Lena Schöneborn ist dies seine zweite Ehrung im Kreis der großen GA-Sportfamilie. „Im letzten Jahr war das mit Lena gemeinsam schon Spitze“, meinte Rendschmidt. Und ergänzte: „Jetzt ist es natürlich noch einmal eine Steigerung.“

Dass der 22-Jährige die Wahl gewonnen hat, kommt alles andere als überraschend. Nicht etwa, weil Rendschmidt mit seinen beiden Olympiasiegen den größten Erfolg aller Nominierten vorzuweisen hat. Nein, der Ramersdorfer Rennkanute hat offenbar einen Faible für Doubles.

 Bereits im vergangenen Jahr war Rendschmidt gleich zwei Mal in Folge von den GA-Lesern zum Sportler des Monats gewählt worden, hatte im selben Jahr gleich zwei Europameistertitel gewonnen. Zudem wurde er bereits zwei Mal Weltmeister. Und nun, 2016, krönte er sich in Rio zum Doppel-Olympiasieger.

Nun also zum zweiten Mal GA-Sportler des Jahres. „Naja, bei den internationalen Wettkämpfen gehe ich halt zwei Mal an den Start. Da versucht man schon, das Optimum rauszuholen“, findet Rendschmidt: „Und jetzt zum zweiten Mal die Anerkennung der Leser zu bekommen und von ihnen gewählt worden zu sein, ist schon etwas ganz Besonderes.“

Bis zum 6. Oktober hatten die Leser des General-Anzeigers Zeit, aus den zwölf Sportlern der Monate September 2015 bis August 2016 ihren Favoriten zu wählen. Zwei Tage zuvor hatte bereits die Fachjury, bestehend aus dem 1974er Fußball-Weltmeister Wolfgang Overath, Nasse-Meyfarth, Kreissportbund-Präsident Wolfgang Müller, Stadtsportbund-Vorsitzender Michael Scharf sowie GA-Sportchef Berthold Mertes abgestimmt.

In beiden Fällen fiel das Ergebnis eindeutig aus. Ein Viertel der GA-Leser entschieden sich für den Doppel-Olympiasieger, auch die Jury sah Rendschmidt einstimmig vorne. „Bei der Wahl gab es für mich nie einen Zweifel“, so Scharf. „Sie konnte nur auf Rendschmidt fallen. Er hatte da als Doppel-Olympiasieger nicht wirklich viel Konkurrenz.“ Doch Lena Schöneborn, die als Medaillenanwärterin in Rio leer ausgegangen war, hatte es nicht in den Kreis der Monatssieger und somit auch nicht auf die Kandidatenliste geschafft.

Ähnlich wie Scharf sieht es Felix Neusser von der Verlegerfamilie des General-Anzeigers, der den GA in Hennef repräsentierte. „Ein olympischer Doppel-Goldmedaillenträger ist im Olympiajahr nur schwer zu schlagen“, meinte Neusser.

Rendschmidt setzte sich vor dem Judoka Falk Petersilka und der Leichtathletin Konstanze Klosterhalfen durch. Petersilka war für September 2015 zum Sportler des Monats gewählt und auf der damaligen Sportler-des-Jahres-Wahl ausgezeichnet worden. Klosterhalfen hatte die Wahl im Mai 2016 gewonnen. Die 19-Jährige erlebte eine großartige Saison: Nachdem die Mittelstreckenläuferin mehreren Jugendrekorde aufgestellt hatte, schaffte sie in Brasilien über 1500 Meter den Einzug ins Olympia-Halbfinale.

Auf den Rängen vier bis sechs der GA-Sportlerwahl folgen Tänzer Paul Lorenz aus Bonn, der Rheinbacher Handballspieler René Lönenbach sowie Hockeyspieler Florian Pohlmann vom Bonner THV, der zwischenzeitlich seine Laufbahn beendet hat. Der 28-Jährige, 2014 schon einmal Überraschungszweiter der Jahresentscheidung, fehlte bei der Ehrung in Hennef, hatte aber eine Video-Grußbotschaft aus Südafrika geschickt (siehe Bericht auf dieser Seite).

Mit großen Delegationen ihrer Vereine waren nicht zuletzt die Handballer Thomas Onnenbrink (TSV Bonn rrh.) und Edgar Schulz (HSG Siebengebirge) in der Meys-Fabrik erschienen. Auch Celina Proffen (Taekwondo), Susanne Schweda (Tennis), Sascha Koch (Baseball) und Jean-David Koch (Hockey) feierten in Hennef mit ihre größten Fans.

„Die Sportlerwahl zeigt eindrucksvoll, dass in Bonn und der Region Spitzensport, aber auch Vielfalt gut vertreten sind“, bilanzierte Michael Scharf, Vorsitzender des Stadtsportbundes Bonn. „Es ist wichtig, dass die Talente, die aus der Region kommen, sichtbarer werden“, meinte Felix Neusser. Und: „Zusätzlich zur reinen sportlichen Leistungen spielen auch weitere Faktoren wie Verwurzlung und Bekanntheit in der Region eine wichtige Rolle, die so in die GA-Sportlerwahl einfließen können.“

Max Rendschmidt lebt das eindrucksvoll vor. Der 22-Jährige befindet sich zurzeit eigentlich auf einem Lehrgang in Berlin, am Freitagvormittag schrieb er dort sogar noch eine Klausur. Für die Sportlerehrung flog der Doppel-Olympiasieger extra nach Bonn ein – in Polizeiuniform. Ohne zu diesem Zeitpunkt zu wissen, dass er seinen zweiten Erfolg bei der Sportlerwahl einfahren würde – ein echter Sportsmann.