Vier Etablierte und ein Joker

Das sind die Kandidaten der GA-Sportlerwahl im Februar

Bonn. Die Nominierten für die Wahl zum GA-Sportler des Monats Februar 2019 lauten: Konstanze Klosterhalfen, Yanna Schneider, Alhassane Baldé, Max Weißkirchen und Cedrik Mvondo.

Sie war ein Teenager, als sie von den Lesern des General-Anzeigers zur GA-Sportlerin des Monats September 2013 gekürt wurde. „Ach quatsch“, sagte die 17-jährige Yanna Schneider damals ungläubig, als sie von ihrem überraschenden Wahlsieg erfuhr, und: „Das ist ja krass. Damit hätte ich nie gerechnet.“ Fünfeinhalb Jahre sowie einige Höhen und nicht zuletzt viele Tiefen ihres Sportlerlebens später ist die Taekwondo-Kämpferin aus Bonn erneut nominiert. Als eine von fünf Kandidaten aus der Region Bonn/Rhein-Sieg, die im Februar 2019 Besonderes leisteten. Bis zum kommenden Montag, 24 Uhr, ist die Abstimmung möglich.

Dritte der Jugend-Europameisterschaft war Yanna Schneider im September 2013 geworden – dereinst noch Eliteschülerin am Tannenbusch-Gymnasium. Im Februar 2019 ließ sie nun – obwohl im Vorbereitungsstress für ihre Bachelorprüfung in Wirtschaftspsychologie – zweimal mit dritten Plätzen aufhorchen: Binnen acht Tagen holte sie bei den Turkish Open und den Egypt Open jeweils die Bronzemedaille. Bei den Turnieren ging es um wichtige Punkte im Kampf um die Olympiaqualifikation. Die Sommerspiele 2020 in Tokio sind das große Ziel der 22-Jährigen. Die Chancen steigen, denn in der Weltrangliste hat sich die ehemalige Jugendweltmeisterin inzwischen auf Rang sieben vorgearbeitet.

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In etwa parallel zu Schneiders Karriere verläuft die von Max Weißkirchen, GA-Sportler des Monats Dezember 2013. Inzwischen ist auch das Badminton-As vom 1. BC Beuel 22 Jahre alt, hat ebenfalls Ambitionen auf einen Olympiastart 2020 – und war ebenso im Februar doppelt erfolgreich. Als Titelverteidiger trat Weißkirchen bei den deutschen Meisterschaften in Bielefeld an, gab im Einzel auf dem Weg ins Finale keinen Satz ab, besiegte in 39 Minuten Samuel Hsiao (Wipperfeld) mit 21:16, 21:18 – und fügte in noch kürzerer Zeit, nämlich 28 Minuten, im Herrendoppel-Finale Titel Nummer zwei hinzu. Mit dem Zweifach-Sieg bei der DM schuf Weißkirchen ein Kunstwerk mit Seltenheitswert.

Konstanze Klosterhalfen hat zwar den Mittelpunkt ihrer Trainingswelt inzwischen in die USA verlagert, bleibt ihren Wurzeln aber treu. Heißt: Ihrem Verein TSV Bayer 04 Leverkusen und dem Heimatort Königswinter-Bockeroth, wo die 22-Jährige die Karnevalstage verbringt. Lange schon gilt Klosterhalfen als größte deutsche Laufhoffnung, und im Februar bewies sie in zwei Rennen, dass der Wechsel in die Trainingsgruppe ihres Ausrüsters Nike nach Portland im US-Bundesstaat Oregon ihrer Entwicklung zur Weltklasseathletin förderlich ist. Zuerst pulverisierte sie Anfang Februar bei den berühmten Melrose Games in New York die deutsche Bestmarke über die Meile, später holte sie über 3000 Meter bei den nationalen Hallentitelkämpfen in Leipzig die Goldmedaille in deutscher Rekordzeit von 8:32,47 Minuten. „Ich bin stärker geworden“, sagte Klosterhalfen dieser Tage, nachdem sie in Glasgow die Silbermedaille bei der Hallen-EM gewonnen hatte.

Alhassane Baldé kehrte Ende Februar mit einem kompletten Medaillensatz von den Weltspielen aus Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Hause zurück. Zuvor hatte der Rennrollstuhlfahrer der SSF Bonn sich in Australien vorbereitet. Trainer Alois Gmeiner begleitete ihn. „Es fühlt sich gut an, hier wieder unter nicht ganz so hitzigen Bedingungen wie in Australien zu trainieren“, verlautete Baldé voller Motivation aus Sharjah – und ließ Taten folgen: Der 33-jährige Bonner siegte über 400 Meter, zu Silber reichte es über 1500 Meter und jeweils zu Bronze über die 800 und 5000 Meter. Danach holte er beim Grand Prix in Dubai Silber im 1500- Meter-Rennen.

Ob Schneider, Klosterhalfen, Baldé oder Weißkirchen: Sie alle waren schon GA-Sportler des Monats, Schneider (2013) und Klosterhalfen (2017) gewannen sogar bei der Jahreswahl. So gesehen wäre der fünfte Kandidat eigentlich ein Außenseiter. Eigentlich, denn als Rückkehrer zum Bonner SC feierte Cedrik Mvondo im Februar einen Traumeinstand in der Fußball-Regionalliga. Einen mit Pauken und Trompeten.

Drei Einsätze hat Mvondo, der schon in der Jugend für den BSC kickte, in der vierten Liga gerade mal hinter sich – und sein Club ist nicht zuletzt dank der Stabilität, die der 21 Jahre alte 1,92-Meter-Mann der Abwehr verliehen hat, auf dem besten Weg zum Klassenerhalt. 0:0 in Wattenscheid, ein glanzvolles 3:1 gegen Essen mit Mvondo-Treffer und ein „dreckiger Sieg“ in Form eines mühsamen, aber umso wichtigeren 2:1 gegen Tabellenschlusslicht TV Herkenrath – diese Erfolge brachten wertvolle sieben Zähler und Luft im Abstiegskampf.

Das Potenzial des vom ebenfalls erst in der Winterpause gekommenen Trainer Markus Zschiesche nach Bonn gelotsten Innenverteidigers war über alle bislang 270 Einsatzminuten offensichtlich: Mvondo ist ein technisch versierter, kopfballstarker und beidfüßiger Spieler, der für seine jungen Jahre schon sehr weit ist. Ein Glückfall für den BSC. Und so etwas wie der Joker bei dieser GA-Sportlerwahl.