GA-Sportlerwahl

Daniel Somuah ist Sportler des Monats April

Mit fairen Mitteln kaum zu stoppen: Daniel Somuah (rechts) im Spiel gegen Düsseldorf.

Mit fairen Mitteln kaum zu stoppen: Daniel Somuah (rechts) im Spiel gegen Düsseldorf.

Bonn. BSC-Fußballer Daniel Somuah ist Sportler des Monats April – vor Größen wie Josh Mayo oder Marc Zwiebler. Der schnelle Stürmer sicherte mit einem Doppelpack endgültig den Klassenerhalt und erlebt das beste Jahr seiner Karriere.

Ein Stürmer muss frech sein. Auch mal was Überraschendes machen. Einfach einen raushauen. Also sagte Daniel Somuah auf die Frage, wie viele Tore er sich vorgenommen habe: „30!“ Das war letzten Sommer, und dem einen oder anderen Funktionsträger beim Bonner SC fiel die Kinnlade herunter, als Somuah bei der Mannschaftsvorstellung des Regionalliganeulings in der Bonner Innenstadt einfach mal eine Gerd-Müller-Marke nannte.

Natürlich meinte er das nicht ernst. Er war nie ein 30-Tore-Mann. Nicht in Köln, Duisburg, Velbert oder Baumberg. Auch nicht beim BSC. Daniel Somuah hat andere Qualitäten. Er springt hoch wie Miroslav Klose, geht ins Tempodribbling wie André Schürrle und hat auch kein Problem, nach hinten mitzuarbeiten. Aber immerhin war er in dieser Saison schon achtmal erfolgreich. Und beim 2:0-Sieg in Sprockhövel, der den Klassenerhalt endgültig sicherte, gelangen ihm am 22. April sogar beide Treffer. Auch deshalb wurde Daniel Somuah jetzt zum GA-Sportler des Monats April gewählt. Mit großem Vorsprung auf den Baseballspieler Eric Brenk, die Volleyballerin Hannah Lamby, den Basketballer Josh Mayo und Badminton-Ass Marc Zwiebler (Grafik auf dieser Seite).

Daniel Somuah vom Bonner SC gewinnt die GA-Sportlerwahl April 2017 mit 41,2 Prozent der Stimmen.

Daniel Somuah vom Bonner SC gewinnt die GA-Sportlerwahl April 2017 mit 41,2 Prozent der Stimmen.

„Echt? Kein Aprilscherz“, fragt Somuah, als er von seiner Wahl erfährt. Nein, ist ja auch schon Mai. Aber auch in diesem Monat macht der 27-Jährige so weiter, traf zum 1:0 im Mittelrheinpokal-Halbfinale gegen Viktoria Köln und zeigte in jenem Spiel seine wohl beste Leistung im BSC-Trikot. „Vielleicht ist es sogar mein bestes Jahr“, meint er. „Ich bin verletzungsfrei und bekomme das Vertrauen des Trainers. Daniel Zillken rastet schon mal aus, aber er verzeiht auch Fehler.“

Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. „Nix zu meckern“, sagt Zillken über Somuah. Das heißt schon was für einen Brummbär wie ihn, der verdammt böse gucken kann. „Nee, ehrlich, Daniel gibt immer Vollgas und will selbst mit 27 noch lernen. Er arbeitet gut gegen den Ball und macht sogar die Schweineläufe nach hinten“, sagt Daniel über Daniel. „Nix zu meckern.“

Vor drei Jahren holte Zillken den schnellen Stürmer vom Oberligisten Sportfreunden Baumberg nach Bonn. Baumberg liegt am Niederrhein und klingt so gar nicht nach großer Fußballwelt. Daniel Somuah hatte von etwas anderem geträumt. Nach seinen Anfängen bei Beuel 06 wechselte der gebürtige Bonner in die BSC-Jugend, dann zum 1. FC Köln II und schließlich zur Reserve des MSV Duisburg. Dort wurden seine Träume mit einem Schuss Realität gewürzt. „Unter Trainer Milan Sasic durfte ich einige Freundschaftsspiele mit der Zweitligaelf machen“, erzählt er. „Das war schon was. Aber dann bin ich wegen einer Meniskusverletzung ein halbes Jahr ausgefallen, und die Profis haben sich nicht mehr gemeldet.“

Jetzt, mit 27, träumt Daniel Somuah nicht mehr von der 2. Liga. „Ein bisschen schiele ich noch auf die 3. Liga“, räumt er ein. „Aber dafür müsste ich mal 15 oder 16 Tore machen.“ Doch eigentlich weiß er, dass demnächst ein anderer Lebensabschnitt ansteht. Er sucht jetzt eine neue Wohnung und will eine Ausbildung beginnen. „Wird Zeit“, sagt er. „Immer nur Jobs, das geht auf Dauer nicht.“ Sein Optimismus ist dabei nicht zu überhören. Überhaupt geht er immer davon aus, dass sich die Dinge zum Guten wenden: „Ich habe auch nie am Klassenerhalt gezweifelt.“ Da schimmert der Rheinländer durch und wahrscheinlich auch der Afrikaner. Seine Eltern kamen einst aus Ghana nach Bonn, der Vater arbeitete in der Botschaft.

So gesehen, kann auch im Pokalfinale nichts schiefgehen. Am 25. Mai kommt Drittligist Fortuna Köln in den Sportpark Nord und ist ebenso Favorit wie es Regionalligaspitzenreiter Viktoria war. „2:1 für uns“, tippt Daniel Somuah dieses für den BSC so eminent wichtige Spiel. „Wir haben gegen die Fortuna dieselbe Chance wie gegen die Viktoria.“

Bis dahin sollte auch eine Sache erledigt sein, die Daniel Zillken doch ein wenig an seinem Stürmer stört. Er hat nämlich noch nicht verlängert. „Wird schon klappen, ist doch ein Bonner Junge“, meint Zillken. Und tatsächlich scheint sich der Bonner Junge die Überraschungsmomente fürs Finale aufheben zu wollen: „Eigentlich sind wir uns einig.“