Der Bodyguard des Tour-Siegers

Christian Knees wird GA-Sportler des Monats Juli

BONN. Der 36-jährige Radrennfahrer aus Rheinbach-Wormersdorf wurde mit gut 46 Prozent der Stimmen gewählt. Knees stand bei der diesjährigen Tour de France Tour-Sieger Chris Froome zur Seite.

Erstmals bei der GA-Sportlerwahl des Monats hat ein Radrennfahrer die Kontrahenten abhängt. Ein Großteil der abgegebenen Stimmen der Wahl für den Monat Juli heimste Christian Knees ein. Der 36-Jährige, der in Rheinbach-Wormersdorf lebt, ist seit sieben Jahren beim britischen Team Sky ProCycling aktiv.

Auf den zweiten Platz der GA-Wahl kam Falk Petersilka, vom 1. Godesberger Judo-Club. Petersilka lieferte nach seiner Verletzung ein tolles Comeback und wurde im Juli für die Junioren-Europameisterschaft vom 15. bis 17. September in Maribor (Slowenien) nominiert. Rang drei belegte Alhassane Baldé. Bei der Para-WM der Leichtathleten im Juli in London gewann der Rennrollstuhlfahrer der Schwimm- und Sportfreunde Bonn zwei Bronzemedaillen.

Platz vier und fünf teilen sich Deutschlands Laufhoffnung Konstanze Klosterhalfen und Lena Schöneborn, Peking-Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf. Sie gewann im Juli mit ihrer Berliner Teamkollegin Annika Schleu den Team-EM-Titel in Minsk.

„Stolz darauf, dass die Leser das honorieren“

Juli-Gewinner Christian Knees stand bei der diesjährigen Tour de France Tour-Sieger Chris Froome zur Seite und half mit seinen hervorragenden Fähigkeiten als Allrounder, dass Froome erneut in Paris triumphierte. „Es war eine großartige Tour für uns. Und als wir dann noch Mannschaftssieger wurden und auf der Avenue des Champs-Élysées geehrt wurden, durfte man sich zurecht als Sieger fühlen.“ Sehr gefreut hat sich Knees auch, als er erfuhr, dass er die GA-Wahl gewonnen hat: „Ich sehe das als Auszeichnung für meine Leistung und bin stolz darauf, dass die Leser das honorieren.“

Der 1,94 Meter große und 84 Kilogramm schwere Athlet gilt unter den Profis als konstanter Fahrer, der während des ganzes Jahres seine Leistung abliefern kann. Er ist stark am Berg, verfügt über gute Sprintfähigkeiten und kann viel Tempo machen. Nicht umsonst hat der momentan beste Profiradrennstall der Welt den Vertrag mit Knees letzte Woche um zwei Jahre verlängert. „Klar hat mich das gefreut. Wir sind ein tolles Team und es macht viel Spaß zu fahren“, sagt Knees. „Man kann nicht so lange auf diesem Level fahren, wenn man den Radrennsport nur als Job sieht. Mich treibt die Leidenschaft für diesen Sport an.“

Dass Knees im Sky-Team die Rolle als „Bodyguard“ von Chris Froome innehat, stört ihn nicht, auch wenn Knees früher mit Erik Zabel den deutschen Rennstahl Team Milram angeführt und selbst einen Chefposten hatte. „Radsport ist ein Teamsport, auch wenn am Ende eines Rennens zumeist nur einer auf dem Treppchen steht.“ Vor jeder Etappe ginge man in der Teambesprechung alle Schlüsselstellen eines Rennens durch und entwickle auch einen gemeinsamen Plan für die Ankunftsszenarien. „Ich bin glücklich, dass Sky weiter auf mich setzt“, unterstreicht der deutsche Profi.

Offene Zukunft

Zum Durchatmen bleibt aber wenig Zeit. Am Dienstagnachmittag reiste Knees mit seinem Sky-Team Richtung Süden. Nach der anstrengenden Tour de France steht mit der spanischen Vuelta das nächste große Ereignis an. Der spanische Rundfahrtklassiker startet am 19. August. Der erfahrene Profi hat auch schon zig Mal den Giro d'Italia gefahren, der als das zweitwichtigste Etappenrennen der Welt im Straßenradsport zählt. „Es gibt viele tolle Radrennen. Die Kopfsteinpflaster-Rennen zu Beginn eines Jahres in Belgien sind ebenso großartig“, sagt Knees.

Aufgaben gibt es also für die kommenden Jahre genug. Wie lange Christian Knees noch fahren kann? „Jetzt bin ich erst einmal die kommenden zwei Jahre für Sky aktiv. Das ist großartig und ich werde alles dafür tun, meine zugewiesene Rolle bestmöglich zu erfüllen. Ich fühle mich derzeit in starker Form. Es kann gut sein, dass ich mich in zwei Jahren immer noch so gut fühle, dass es dann weitergeht.“