Aus zwei mach eins

VfL und 1. FC Rheinbach fusionieren

Optimistisch: Die Führungsmannschaft des SC Rheinbach 1913.

Optimistisch: Die Führungsmannschaft des SC Rheinbach 1913.

RHEINBACH. Zurück zu den Ursprüngen: VfL und 1. FC Rheinbach haben eine Fusion beschlossen und gehen künftig einen gemeinsamen Weg. Der neue Verein heißt SC Rheinbach 1913 e.V. und startet unter diesem Namen in die Saison 2019/20.

1913 wurde der SV Rheinbach gegründet, aus dem später der VfL entstand. 1986 gründete eine Gruppe von VfL-Mitgliedern nach persönlichen Differenzen den 1. FC, der seine Heimat lange Jahre am alten Sportplatz Lurheck hatte. 2004 erfolgte dann der Umzug in die neue sportliche Heimat am Stadtpark. Höhepunkt war der Aufstieg in die Landesliga 2007.

Nach Monaten intensiver Verhandlungen gingen die beiden Vereine jetzt wieder zusammen, um eine sportliche Vernunftehe einzugehen. Dafür mussten zuvor in getrennten Versammlungen 75 Prozent der anwesenden Mitglieder für eine Fusion stimmen. Während es beim FC bereits nach einer halben Stunde ein klares Votum gab (52 Ja-Stimmen bei je einer Gegenstimme und Enthaltung), fiel die Entscheidung beim VfL denkbar knapp aus.

Die Argumente des VfL-Vorsitzenden Hermann-Josef Frings, den Fußball in Rheinbach auf eine breitere Basis zu stellen, mittelfristig wieder an sehr erfolgreiche Zeiten anzuknüpfen und sich besser zu organisieren, als es zuletzt insbesondere im Jugendbereich möglich war, stießen nicht bei allen Mitgliedern auf Gegenliebe. Natürlich war das für viele VfL-Mitglieder eine sehr emotionale Angelegenheit, entsprechend groß war das Interesse. Immerhin erschienen 81 stimmberechtigte Mitglieder, die höchste Beteiligung seit vielen Jahren im gut 300 Mitglieder zählenden Verein. Zusätzlich war Bürgermeister Stefan Raetz gekommen.

Schließlich stimmten 62 der 81 Mitglieder für eine Fusion mit dem 1.FC Rheinbach. Es gab sieben Gegenstimmen, fünf Enthaltungen, und sieben Mitglieder stimmten gar nicht ab. „Das war gerade mal eine Stimme mehr als notwendig“, sagte der sichtlich erleichterte Frings anschließend.

Weg frei für Gründungsversammlung

Damit war der Weg frei für die anschließende Gründungsversammlung des neuen Rheinbacher Vereins, in den der VfL auch einen Freizeit- und Gymnastikbereich einbringt. Markus Pütz übernahm die Sitzungsleitung und bat die Kandidaten, sich vor der Wahl des geschäftsführenden Vorstands noch einmal vorzustellen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Hermann-Josef Frings (VfL) gewählt, sein Stellvertreter ist Roland Obersteeg (FC), Finanzverwalter Norbert Schenkel (FC), Geschäftsführer Boris Schirmer (VfL) und Jugendleiter Karl-Heinz Gehlen (FC). Damit sind beide Vereine gut vertreten und es gelang, eine gute Mischung aus Erfahrung und Kompetenz zu finden. Zusätzlich wurden 15 Beisitzer gewählt. „Damit kann eine gute Organisation gesichert werden. Es gibt zudem eine sehr kompetente und engagierte Basis für unseren großen Verein und unsere ehrgeizigen Ziele“, sagte Frings in seinen ersten Worten.

Spannend gestaltete sich die Frage, wie der neue Verein heißen sollte und in welchen Vereinsfarben er auftritt. Bei der Abstimmung entschied sich eine große Mehrheit für SC Rheinbach 1913 e.V. und damit für den Verein, der im Jahr 1913 die Tradition des Fußballs in Rheinbach begründete. Um im Sinnbild der Tradition zu bleiben, fiel die Wahl der Vereinsfarben auf die Rheinbacher Stadtfarben Rot-Weiß-Blau.

Recht problemlos verlief die Diskussionen um leichte Erhöhungen der bislang sehr niedrigen Beiträge. So kostet die Mitgliedschaft für Jugendliche zukünftig 80 Euro, Erwachsene zahlen 100 Euro, die vergünstigte Familienmitgliedschaft liegt bei 110 Euro im Jahr.

Insgesamt vereint der SC Rheinbach etwa 650 Mitglieder, von denen ein Großteil Kinder und Jugendliche sind. Der FC bringt 16 Juniorinnen und Juniorenteams mit 250 Mitgliedern an den Start, beim VfL sind aktuell zehn Teams im Spielbetrieb.

„Wir können gemeinsam Großes erreichen“, sagte Frings, der schon in der Vergangenheit mit einer Spielgemeinschaft bei der A-Jugend gute Erfahrungen gemacht hat. „Der neue Verein wird für Furore sorgen“, erklärte Bürgermeister Raetz in seinen Schlussworten und sicherte gleichzeitig die Unterstützung der Stadt zu, wenn es darum geht, die bestehenden Sportstätten instandzuhalten.