Präsident des Vfl Rheinbach

Unbekannter schaltet Todesanzeige für Hans Barth

BONN. Am vergangenen Donnerstag standen die Telefone bei den Vorstandsmitgliedern des Fußball-Landesligisten VfL Rheinbach nicht still. Was die Anrufer in Aufregung versetzte, war eine Todesanzeige in der wöchentlich erscheinenden Lokalzeitung "Blick aktuell" Ausgabe für Rheinbach und Swisttal. "Unser Präsident Hans Barth ist tot", stand da auf Seite 45.

"Schrecklich, dass jemand auf eine solche Idee kommt", sagt Barth, der sich durchaus der Gesundheit eines 76-Jährigen erfreut. Der ehemalige Sportdirektor von Fortuna und Viktoria Köln selbst wohnt in Köln, bekommt die Lokalzeitung also nicht zu sich nach Hause.

"Meine Enkelin ist extra aus Berlin eingeflogen. Jemand hatte sie angerufen und gesagt: Der Opa ist tot. Weil sie mich nicht erreicht hat, hat sie sich gleich in den Flieger gesetzt. Überhaupt war die ganze Familie in Aufruhr", sagt der Präsident und Trainer der zweiten Mannschaft des VfL Rheinbach empört.

Gezeichnet ist die Anzeige "Für den Vorstand - Wolfgang Schulten, Geschäftsführer - Martin Waber, 2. Vorsitzender". Beide Namen mit leichten Abwandlungen. Die wirklichen Personen heißen Helmut Schulten und Martin Weber. Schulten distanzierte sich davon umgehend auf der VfL-Homepage.

Auch im Verlagshaus des "Blick aktuell" in Sinzig hat die Anzeige Empörung ausgelöst. "Unser Mitarbeiter ist da einem ganz üblen Scherz, der keiner mehr ist, aufgesessen. Diese Anzeige wurde telefonisch aufgegeben", sagt Bärbel Krupp von der Verlagsleitung. "Auftraggeber ist demnach der VfL Rheinbach.

Alle Angaben sind richtig. Sogar die Kontonummer des Vereins", sagt sie. "Wir werden die Angelegenheit in der nächsten Ausgabe richtigstellen und müssen solche Anzeigen demnächst wohl einer genaueren Überprüfung unterziehen. Ich hätte nie gedacht, dass sich jemand mit so etwas einen Scherz erlaubt."

Der Verlag will nicht Anzeige gegen Unbekannt erstatten. "Ich glaube nicht, dass das etwas bringt", sagt Bärbel Krupp. Barth hingegen war gestern gerade auf dem Weg zur Polizei. "Ich erstatte Anzeige gegen Unbekannt und gegen den Verlag", sagte er. Er vermutet, dass "Unbekannt" jemand ist, der aus dem Umfeld des VfL kommt.

"Die Feinheiten bei den Namen und die Tatsache, dass meine Asche in den Wäldern meines Heimatortes Kirchheim in der Eifel verstreut werden soll - da muss man sich doch ein bisschen auskennen", sagt Barth.

"Momentan fehlt mir die Lust, beim VfL weiterzumachen", sagt er. "Ich muss das noch mal überdenken." Etwas ansatzweise Positives kann er der Angelegenheit aber doch noch abgewinnen: "Es haben Menschen angerufen, von denen ich das nie im Leben erwartet hätte."