TuS Germania Hersel darf hoffen

Noch ist es eine Gleichung mit einigen Unbekannten. Doch eine Lösung für den seit vier Jahrzehnten geforderten neuen Sportplatz des TuS Germania Hersel an der L 300 zeichnet sich ab.

Bornheim-Hersel. Noch ist es eine Gleichung mit einigen Unbekannten. Doch eine Lösung für den seit vier Jahrzehnten geforderten neuen Sportplatz des TuS Germania Hersel an der L 300 zeichnet sich ab. Die Grundstücke für einen Kunstrasenplatz, einen Bolzplatz mit Naturgras und ein Vereinsheim besitzt die Stadt bereits. Die Verantwortlichen des TuS warten händeringend auf die neue Anlage.

"Das wird dem Verein einen Schub nach vorne geben", sagt Vorsitzender Günter Dumjahn, an seiner Seite nicken Vertreter Arnfried Wiegand, Frank Gudra, Udo Pieper, Peter Ziegler und Bernd Großmann.In Bornheim ist davon die Rede, dass es nun voran gehen könnte. "Es gibt noch einige Dinge zu klären. Aber wenn alles gut läuft, könnte schon im kommenden Jahr mit dem Bau der Anlage an der L 300 neben dem Friedhof begonnen werden", meint Bürgermeister Wolfgang Henseler.

Wenn der Verwaltungschef auch nicht über eine mögliche Finanzierung sprechen will und bei dem Gesamtthema auf die Entscheidungen der Kommunalpolitiker verweist, zeichnet sich nach Informationen des General-Anzeigers eine "Herseler Lösung" ab. Bekanntlich ist die Stadt in der Haushaltssicherung und darf kein zusätzliches Geld ausgeben, sonst würde die Kommunalaufsicht den Haushalt nicht genehmigen.

Allerdings hat die Stadt in Sportplatznähe am Rhein verschiedene Grundstücke, die verkauft werden könnten: Die Fläche der früheren Kläranlage und der angrenzende Parkplatz an der Bayerstraße sowie das Gelände des TuS mit Jugendheim ließen sich vermarkten, wenn der Sportplatz und die Germania an die Landstraße zögen. Den Gewinn müsste die Stadt grundsätzlich zur Schuldentilgung einsetzen. Da jedoch der Wegzug der Sportler Voraussetzung für den Verkauf wäre, könnten sich Stadt und Kreis als Aufsicht auf einen Kompromiss einigen.

Henseler und der Technische Beigeordnete Manfred Schier sehen auch die Wechselkröte als möglichen Störenfried der Planungen. "Schon bei der Umgehungsstraße L 183n hat deren Population für Verzögerungen gesorgt. Es gibt diese schützenswerte Kröte auch an der L 300. Da wir zwischen Erftstraße und Roisdorfer Straße die Wohnhäuser, den Golfplatz und die Sportanlage des TuS zusammen planen, müssen mögliche Investoren auch den Lebensraum der Wechselkröte garantieren. Das werden wir in die Planung einarbeiten. Sonst werden Naturschützer mit Recht das Vorhaben beanstanden. Das wird ein Fachbüro begleiten."

Der Sportplatz am Rhein soll als Biotop der Naherholung bieten. Ein Knackpunkt der Planung an der viel befahrenen L 300 sind die Raser auf der gut ausgebauten Straße. Daher ist an der Kreuzung Erftstraße eine Ampel mit Mittelinsel geplant. Da bestehe aber noch Abstimmungsbedarf mit dem Landesbetrieb als Straßenbaulastträger. "Und wir müssen mit den Kindern und Jugendlichen reden, dass sie vorsichtig sind. Rennen zum Platz hin oder Spielfreude her, Vorsicht vor den Rasern."

Die Germania freut sich riesig auf den neuen Platz. "Wir werden allerdings auch kräftig anpacken und Eigenleistung bringen müssen", sind sich die Sportler sicher. Denn nach ihrer Auskunft will die Stadt nur den Rohbau des neuen Vereinsheims an der früheren B 9 bauen. Und sammeln. Denn ihnen wird auch eine willkommene Einnahmequelle wegbrechen: "Bisher hatten wir bei den Heimspielen im Schnitt 150 Zuschauer. Bestimmt ein Drittel waren Radfahrer und Wanderer, die eher zufällig kamen. Und am Büdchen eine Wurst aßen. Laufkundschaft in dem Sinne werden wir da oben nicht haben", vermutet Schatzmeister Peter Ziegler.