TSV Germania Windeck verpflichtet Skela

Im Zusammenhang mit dem TSV Germania Windeck von Dorfverein zu sprechen, ist mittlerweile fast schon eine Beleidigung. Immerhin spielt der Klub derzeit an der Spitze der Fußball-NRW-Liga mit und hat den Sprung in die Regionalliga fest im Visier.

Windeck. Als Dorfverein fing alles an. Doch im Zusammenhang mit dem TSV Germania Windeck von Dorfverein zu sprechen, ist mittlerweile fast schon eine Beleidigung. Immerhin spielt der Klub derzeit an der Spitze der Fußball-NRW-Liga mit und hat den Sprung in die Regionalliga fest im Visier.

"Wir wollen auf jeden Fall aufsteigen", bekräftigen Vorsitzender Heinz-Georg Willmeroth und Trainer Heiko Scholz unisono. Um dieses Statement zu untermauern, hätte es sicher nicht noch der Verpflichtung von Ervin Skela bedurft. Ervin Skela - der Name hat nicht nur im deutschen Profifußball einen guten Klang. Der Mann, der schon bei diversen Erst- und Zweit- ligisten spielte, ist auch international bekannt. 61 Länderspiele absolvierte der 34 Jahre alte Albaner für sein Heimatland, zuletzt sogar als Kapitän der Nationalelf.

Nach Mariusz Kukielka, Thorsten Nehrbauer und Markus Kurth ist Skela bereits der vierte Ex-Profi, der das Windecker Trikot trägt. Verständlich, dass Scholz jubelt: "Ervin ist für uns ein Glücksfall. Er kann und wird uns weiterhelfen."

Dabei hatte der 34-Jährige nicht vor, nach seinem Ausstieg beim Zweitliga-Absteiger TuS Koblenz in Liga fünf zu wechseln. "Seine Verpflichtung war Zufall", sagt Scholz, der den Albaner seit Jahren persönlich kennt. "Er hielt sich zuletzt bei Schalke 04 II fit", berichtet Scholz - just dort, wo der frühere Windecker Coach Michael Boris das Sagen hat. Und da der Sportliche Leiter der Germania, Ingo Haselbach, zudem Skelas Berater gut kennt, gab's genug Verbindungen an die Obere Sieg.

Als dann am Montag die Transferperiode endete und kein Angebot eines Profiklubs für den Albaner eingegangen war, schlug die große Stunde der Windecker Verantwortlichen. "Wir haben Ervin gefragt, was dagegen spricht, dass er zumindest bis zum Saisonende bei uns spielt. Ansonsten hätte er bis zum 30. Juni auf Eis gelegen", erzählt Haselbach.

Skela zögerte nicht lange und bot den TSV-Funktionären an, ihn spielberechtigt zu machen. Zupass kam den Windeckern dabei, dass der 34-Jährige in Wachtberg wohnt. "Für ihn gab's keine Alternative mehr", erklärt Haselbach.

Seit einer Woche nun ist der Albaner an der Oberen Sieg im Training, und Scholz ist begeistert. "Ervin ist auch menschlich ein Supertyp. Er kehrt nicht den Star heraus, ist auf dem Boden geblieben", freut sich der Übungsleiter, der sein neues Ass aber am Sonntag (15 Uhr) im Nachholspiel beim ETB SW Essen noch nicht einsetzen will. "Er ist noch nicht topfit. Ich werde nicht nur wegen eines Namens die ganze Mannschaft umkrempeln", stellt Scholz fest.

Vorsitzender Willmeroth pflich- tet ihm bei, wenngleich er lobt: "Alles, was Skela macht, hat Hand und Fuß." Den Germania-Chef pla- gen derweil freilich andere Sorgen. Denn mit einem Regionalliga-Aufstieg wären erneut höhere Anforderungen an die Heimspielstätte verbunden. In Dattenfeld sind diese nicht mehr zu erfüllen.

Sponsor Franz-Josef Werntze liebäugelt wohl mit einem Umzug in den Sportpark Köln-Höhenberg, doch auch dort gab's zuletzt Sicherheitsbedenken. "Meiner Meinung nach bliebe dann nur Bonn als Austragungsort", so Willmeroth.

Zur Person Ervin Skela, geboren am 17. November 1976 in Vlora/Albanien, hat sich im Profifußball einen Namen gemacht. In der 1. und 2. Liga spielte er unter anderem bei Eintracht Frankfurt, Arminia Bielefeld, Energie Cottbus, beim 1. FC Kaiserslautern und zuletzt bei der TuS Koblenz. Für Albanien absolvierte er 61 Länderspiele und erzielte dabei elf Tore.