Fußball-Mittelrheinliga

SSV Merten ist wieder konkurrenzfähig

Kapitän, Sportvorstand, Urgestein: Michael Pauls spielt schon seit 2009 in Merten.

Kapitän, Sportvorstand, Urgestein: Michael Pauls spielt schon seit 2009 in Merten.

Merten. Nach zwei Siegen in Folge darf der zwischenzeitlich abgeschlagene SSV Merten in der Fußball-Mittelrheinliga wieder hoffen. Kapitän Michael Pauls ist zum Sportvorstand des Vorgebirgsclubs aufgestiegen.

Es kam einem mittleren Erdbeben gleich. Zumindest war es ein tiefer Einschnitt, als sich der Vorstand des Fußball-Mittelrheinligisten SSV Merten am 29. Oktober entschloss, Trainer Frank Pleimes von seinen Aufgaben zu entbinden. Nach zehn Spielen stand der damals noch sieglose Aufsteiger mit vier Punkten abgeschlagen am Tabellenende. Ganz unten steht der SSV immer noch, aber inzwischen ist die Mannschaft wieder konkurrenzfähig.

Mit Pleimes endete in Merten eine Ära. Der 47-Jährige trainierte die erste Mannschaft fast 13 Jahre lang, schaffte insgesamt vier Aufstiege von der Kreisliga bis in die Mittelrheinliga. „Es ist uns sehr schwer gefallen, diesen Schritt zu gehen“, meinte seinerzeit Hans-Theo Riegel, der erste Vorsitzende des Clubs. Das Traineramt übernahm Alexander Halfen. Auch der damalige sportliche Leiter und Pleimes-Vertraute Ludwig Dederichs stellte sein Amt zur Verfügung. Dessen Job bekleiden seit zehn Tagen Nermin Mujezinovic und Patrik Buchmann. Der neue Sportvorstand heißt Michael Pauls, der Kapitän der ersten Mannschaft.

Im operativen Geschäft blieb damit in Merten kaum ein Stein auf dem anderen. Aber die jüngsten sportlichen Erfolge scheinen dem Vorstand Recht zu geben. Nach zwei Niederlagen gegen Freialdenhoven und Hennef, die Großkopferten der Liga, mit durchaus guten Ansätzen gewann der Aufsteiger zuletzt in Euskirchen und feierte am Sonntag mit dem 2:1 gegen den FC Pesch nun auch den ersten Heimsieg. „Wie das im Fußball so ist, wurden auch bei uns nach dem Trainerwechsel die Uhren auf Null gestellt“, sagt Michael Pauls. „Es gibt andere Reizpunkte, und der eine oder andere Spieler wittert unter dem neuen Trainer seine Chance“, meint der 33-jährige studierte Sportmanager.

„Es weht ein frischer Wind durch die Truppe“, sagt der SSV-Kapitän, der sein Innenverteidigerhandwerk in der Jugend von Bayer Leverkusen lernte. Mit mittlerweile zehn Punkten auf der Habenseite ist der Aufsteiger wieder auf Schlagdistanz zu den Mittelfeldplätzen. „Auch taktisch hat sich einiges getan“, erzählt Pauls. Trainer Halfen, der das Trainingspensum von drei auf vier Einheiten erhöhte, lässt im Unterschied zu seinem Vorgänger mit zwei Spitzen agieren. Dazu zählt der mittlerweile 40-jährige Ex-Profi Rolf-Christel Guié-Mien. Dahinter zieht mit Michael Maier ein offensiver Mittelfeldspieler die Fäden. „So bekommen wir mehr Spieler in die gefährliche Zone und sind torgefährlicher“, sagt Pauls.

Zur noch zarten Erfolgsserie trägt auch das mittlerweile fast leere Lazarett bei. „Diese Alternativen hatte Frank Pleimes noch nicht“, weiß der SSV-Kapitän. Das letzte Hinrundenspiel bestreitet Merten am Sonntag beim VfL Alfter. Gelingt der dritte Dreier in Folge, könnte der Aufsteiger sogar auf einem Nicht-Abstiegsplatz überwintern.