Fußball-Mittelrheinliga

Merten steigt ab und legt Protest ein

Tränen nach dem Abstieg: Der SSV Merten spielte eine starke Rückrunde, doch es reichte nicht.

BONN. Widerspruch richtet sich gegen Abstiegsregelung in der Mittelrheinliga. 3:4 gegen Wegberg. BSC 0:3 in Freialdenhoven

Tag der Entscheidungen in der Fußball-Mittelrheinliga: Während der FC Hennef nach dem 1:0-Erfolg gegen den VfL Alfter über den Regionalligaaufstieg jubelt, muss der SSV Merten nach dem 3:4 gegen den FC Wegberg-Beeck in die Landesliga absteigen. Keine Schützenhilfe konnte der Bonner SC leisten, der bei Borussia Freialdenhoven mit 0:3 unterlag.

SSV Merten - FC Wegberg-Beeck 3:4 (0:2)

Sieben Tore, aber auf beiden Seiten nur betretenes Schweigen: Während den Gästen der 4:3-Sieg aufgrund des Hennefer Erfolges im Aufstiegsrennen nichts mehr nützte, muss der SSV trotz starker 23 Zähler in der Rückrunde nach einer Spielzeit in Liga fünf gleich wieder in die Landesliga absteigen. "Es ist bitter, dass wir uns am Ende nicht belohnt haben", meinte SSV-Trainer Frank Pleimes.

Symptomatisch für die Rückserie dann auch der Spielverlauf gegen den Tabellenzweiten. Zunächst musste SSV-Spielmacher Rolf-Christel Guié-Mien in der 18. Minute verletzt vom Feld. Der Ex-Profi hatte sich in Windeck eine Bänderdehnung im Knie eingehandelt. Dann scheiterte Daniel Thonke vier Minuten später nach Traumpass von Takahiro Higa frei stehend an FC-Schlussmann Stefan Zabel. "Wer weiß, welchen Verlauf die Partie nimmt, wenn wir 1:0 in Führung gehen", ärgerte sich der SSV-Trainer über diese Szene.

Eiskalt dagegen die Gäste, die innerhalb von nur 63 Sekunden in der 32. und 33. Minute 2:0 in Führung gingen. Nachdem Higa fünf Minuten vor dem Pausenpfiff eine weitere Mertener Großchance vergeben hatte, erhöhte Dominik Bischoff per Strafstoß auf 3:0 (50.). Leise Hoffnung auf eine Wende keimte nochmals auf, nachdem Thomas Geuer (76.) und Sherif Krasniqi per Elfmeter nach einem mit Rot für Patrik Ajani zusätzlich bestraften Handspiel auf 2:3 verkürzen konnten (82.). Aber nur drei Minuten später legte Sahin Dagistan mit seinem 22. Saisontor nach. So taugte das sehenswerte 3:4 durch den Distanzschuss von Kai Schmitz (90.) nur noch für die Statistik.

Die Hoffnung des SSV, auch in der kommenden Saison in Liga fünf spielen zu können, lebt, wenn auch nur äußerst vage, dennoch weiter. "Wir haben fristgerecht Widerspruch gegen die Abstiegsregelung aus der Mittelrheinliga eingelegt", berichtete Ludwig Dederichs, der sportliche Leiter des SSV. Stein des Anstoßes aus Mertener Sicht ist die U23 von Bayer Leverkusen. Der Regionalligist, der sportlich die Klasse halten konnte, wurde für die kommende Saison zurückgezogen und als Absteiger in die Mittelrheinliga behandelt.

Demnach müssen vier Vereine in die Landesliga absteigen. Da Leverkusen aber auch auf sein Startrecht in der fünften Liga verzichtet, dürfe die U23 von Bayer nach Ansicht des SSV keinen Club aus der Mittelrheinliga verdrängen. "Es kann nicht sein, dass aufgrund eines Absteigers, den es praktisch gar nicht gibt, vier Vereine, also 25 Prozent der Liga, absteigen müssen", schildert Dederichs die Mertener Beweggründe des Protestes.

Dagegen heißt es in einer Mitteilung des Fußball-Verbandes Mittelrhein, dass sich nach erklärtem Rückzug der U23 von Bayer Leverkusen aus der Regionalliga West und des schriftlich geäußerten Verzichts auf das Startrecht in der Mittelrheinliga die Anzahl der Aufsteiger aus der Landesliga entsprechend erhöhe. Eine Regelung, die sich auf einen Präsidiumsbeschluss des FVM vom 10. Juni 2013 und auf die Durchführungsbestimmungen für die Saison 2013/2014 beziehe. Wann der Protest des SSV abschließend behandelt werde, sei laut Dederichs völlig offen. "Verhandelt wird derzeit in zweiter Instanz."

SSV Merten: Haardt, Schmitz, Pauls, Yaglioglu, Geuer, Strack (75. Krasniqi), Guié-Mien (18. Higa), Thonke (55. Jeffrey), Maier, Njangue, Kabak.

Borussia Freialdenhoven - Bonner SC 3:0 (0:0)

Nach durchaus akzeptabler erster Hälfte gerieten die Gäste nach einer Ecke und dem anschließenden Kopfball von Kelly Ajuya vorentscheidend in Rückstand (63.). "Danach haben wir nochmal alles versucht, ohne uns allerdings entscheidend durchsetzen zu können", meinte Dalibor Karnay, der seiner Mannschaft ansonsten keine Vorwürfe machen wollte, nach seinem letzten Spiel als BSC-Trainer. In der 87. und 89. Minute besorgten die Hausherren gegen aufgerückte Gäste schließlich den Rest.

Bonner SC: Hubert, Dias, Weber, Dick, Schmitz, Cylkowski (67. Addai), Bosa, Walbröl, Mager, Remagen, Ibrahimi (78. Yildiz).