Bonner SC

Jürgen Kohler muss kürzer treten

Ins zweite Glied tritt Weltmeister Jürgen Kohler im Trainerstab der BSC-A-Junioren zurück.

BONN. In der Kabine wurde es mucksmäuschenstill; man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Was Jürgen Kohler den A-Junioren-Bundesligafußballern des Bonner SC zu sagen hatte, ließ sie aus allen Wolken fallen.

Aufgrund starker beruflicher Verpflichtungen als Repräsentant eines großen Unternehmens - gerade an den Wochenenden - und zahlreicher Termine in seiner Eigenschaft als Co-Kommentator beim Fernsehen ist es dem Weltmeister nicht mehr möglich, die Nachwuchskicker als Cheftrainer zu betreuen.

Kohler gab die Verantwortung an seine bisherigen Assistenten Alexander halfen und Kourosch Hosseini ab, die das Team am Sonntag (11 Uhr) im Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 erstmals in eigener Regie coachen werden. Dem Bonner SC aber bleibt der Ex-Profi weiter erhalten. "Denn der BSC ist ein Verein mit viel Tradition und einer seriösen Führung. Ich hoffe, wir können die Wirtschaft und weitere Sponsoren für den Klub gewinnen", meinte Kohler.

Er wolle die ihm zur Verfügung stehende Zeit dazu nutzen, effizient für den Verein zu arbeiten, eventuell beim Scouting. Auch die A-Junioren seien ihm seit seinem Amtsantritt zu Jahresbeginn ans Herz gewachsen, betonte der Weltmeister. "Wenn ich es irgendwie ermöglichen kann, werde ich auf jeden Fall auch weiterhin bei den Trainingseinheiten während der Woche dabei sein und den Jungs helfen", erklärte Kohler.

Es mache jedoch wenig Sinn, das Team weiterhin als verantwortlicher Coach zu betreuen, wenn er bei mindestens sechs oder sieben Begegnungen nicht anwesend sein könne. "Es geht leider nicht anders. Ich denke, so ist es für die Mannschaft die sinnvollste Lösung." Die Marschroute für die Partie beim Spitzenreiter FC Schalke 04, der eine seiner bislang nur zwei Niederlagen in der Hinrunde ausgerechnet in Bonn einstecken musste, gab Kohler den A-Junioren freilich noch mit auf den Weg.

"Auf Schalke haben wir absolut nichts zu verlieren", meinte er. "Die Jungs haben beim 2:2 gegen Ahlen am letzten Samstag gemerkt, dass sie konditionell gut in Schuss sind und ein Spiel nach einem Rückstand auch drehen können. Das hat sie gestärkt. Ich traue ihnen sogar einen Punkt zu." Fraglich ist allerdings, ob Innenverteidiger Jean-Marc Leue auflaufen kann, der sich mit Leistenbeschwerden herumplagt. Dafür aber steht Stephan Schmude nach überstandener Grippe wieder zur Verfügung.