Frühes Tor spielt dem FC Köln in die Karten

Von den Amateuren der Regionalligamannschaft des ZFC Meuselwitz ließen sich die Profis nicht aufs Glatteis führen und zogen mit einem letztlich ungefährdeten 2:0 (2:0)-Erfolg in die zweite Hauptrunde des DFB-Pokals ein.

Meuselwitz. Den Pflichtspielauftakt in die Saison 2010/2011 hat die junge Mannschaft des 1. FC Köln auch ohne die Ausfälle der gesperrten Lukas Podolski und Petit sowie des verletzten Abwehrroutiniers Pedro Geromel problemlos bewältigt.

Von den Amateuren der Regionalligamannschaft des ZFC Meuselwitz ließen sich die Profis nicht aufs Glatteis führen und zogen mit einem letztlich ungefährdeten 2:0 (2:0)-Erfolg in die zweite Hauptrunde des DFB-Pokals ein. "Aber im Hinblick auf den Bundesligastart am Samstag gegen Kaiserslautern müssen wir uns noch ein bisschen steigern", meinte FC-Trainer Zvonimir Soldo, der den Erfolg beim Viertligisten nicht überbewerten wollte.

Sein Kollege Damian Halata benutzte in unmittelbarer Nachbarschaft zur deutschen Spielkartenstadt Altenburg eine entsprechende Anleihe, als der frühere DDR-Nationalspieler sagte: "Wir haben dem FC schön in die Karten gespielt." Gemeint war damit jenes frühe Gegentor von Taner Yalcin aus der 7. Minute, bei dem Meuselwitz" Torwart Oliver Dix reglos zusah, wie der haltbare Ball nach dem Schuss von der Strafraumgrenze neben ihm einschlug.

Weitaus drastischer kommentierte Karsten Oswald, der Kapitän der Gastgeber, das 0:1: "Mit einer über dem Durchschnitt liegenden Torwartleistung hätten wir mehr erreichen können!" Allerdings machte der übergewichtige Dix, der als Justizvollzugsbeamter im Alltag für andere "schwere Jungs" zuständig ist, seinen Blackout im weiteren Spielverlauf durchaus wett. So rettete er bei Schüssen von Martin Lanig (47.), Mato Jajalo (61.), Sebastian Freis (71./72.) sowie Miso Brecko (75.).

"Da hat er sich richtig ausgezeichnet", sagte Halata, der Dix nur bei Pokalspielen einsetzt, auf seinen Stammtorhüter Christian Beer aber ohnehin nicht zurückgreifen konnte, da der unter einem Bandscheibenvorfall leidet. Der 1. FC Köln agierte mit der frühen Führung im Rücken meist souverän und hatte den Gegner vor gut 9 000 Zuschauern, darunter über 1 500 mitgereisten eigenen Fans, bis auf wenige Ausnahmen sicher im Griff. Wenn dann doch einmal einer der Gastgeber das Tor von Faryd Mondragon gefährlich unter Beschuss nahm, war der Schlussmann ohne Fehl und Tadel auf dem Posten.

Was Zvonimir Soldo indes bemängelte, war die zu geringe Chancenauswertung. Denn nachdem der lauffreudige Milivoje Novakovic in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit per Kopf das 2:0 erzielt hatte, gelang trotz bester Möglichkeiten kein weiterer Treffer mehr. So verzogen neben den von Dix abgewehrten Schüssen noch die Kölner Freis (30.), Novakovic (82.) und der eingewechselte Ionita (84.) freistehend.

Als Antreiber, Ideen- und Passgeber im Mittelfeld gefielen vor allem Taner Yalcin, der allerdings im zweiten Durchgang abbaute und abtauchte, sowie der fleißige Martin Lanig. Auch Adam Matuschyk, der auf der Sechserposition den gesperrten Petit umsichtig vertrat, schaltete sich immer wieder in die Angriffsbemühungen ein. Die hätten aus Sicht von Zvonimir Soldo freilich noch druckvoller und häufiger gestartet werden müssen.

"Da ist mir manchmal zu viel Klein-Klein gespielt worden. Das ging zu sehr in die Breite, da war immer wieder Passivität." Gegen den 1. FC Kaiserslautern, den sich der FC-Trainer am Freitagabend beim in der Verlängerung hart erkämpften 3:2-Erfolg in Osnabrück angesehen hatte, müsse zielstrebiger agiert werden. Dann, so Soldo, "können wir gegen den Aufsteiger erfolgreich in die Meisterschaft starten".

Köln: Mondragon; Brecko, McKenna, Mohamad, Salger; Matuschyk; Lanig, Yalcin (90. Clemens), Jajalo (75. Pezzoni); Freis (84. Ionita), Novakovic.