Ein wahrscheinlich einmaliger Abgangsrekord

Schwere Saison für Fußball-Kreisligist SC Sinzig und seinen Trainer Engelbert Jarek

Kreisgebiet. (khr) Engelbert Jarek ist ein tapferer Mann. Der Trainer des SC Sinzig, der das Team in der letzten Saison übernommen hat, darf sich rühmen, Opfer eines einmaligen Abgangsrekord zu sein: Gleich 34 Spieler - mehr als drei komplette Garnituren - verließen den SC nach dem Abstieg aus der Kreisliga A.

Kein Wunder, dass Jarek vor der ersten Begegnung in der B-Klasse sagt: "Wir werden ein ganz schweres Jahr haben." Ein Jahr, das am Sonntag um 14.30 Uhr mit der Heimpartie gegen die SG Adenau beginnt. Der Trainer hatte sich eigentlich darauf eingestellt, in der Kreisliga B einen Neuanfang mit jungen Spielern zu starten.

Die eigenen A-Jugendlichen waren bei diesem Konzept fest eingeplant. Nun aber sind die Termine der Verbandsliga, in der auch die Sinziger Jugendgemeinschaft kickt, von Samstag auf Sonntagmorgen verschoben worden. Für Jarek fast tragisch. "Ein A-Jugendlicher darf keine zwei Spiele an einem Tag absolvieren", erklärt der Coach.

Dabei wären gerade die jungen Akteure für das Konzept dfes Coaches so wichtig. Auf eine zweite Mannschaft kann Jarek nämlich nicht bauen. Die SC-Reserve ging in der Vorsaison noch in einer Spielgemeinschaft mit den Sportfreunden Koisdorf auf Punktejagd. Der Stadtteil-Klub hat sich in dieser Spielzeit aber wieder selbständig gemacht und nimmt am Spielbetrieb der Kreisliga D Ost teil.

Ohne Unterbau ist es für die Sinziger noch problematischer, die zahlreichen prominenten Abgänge, die nach dem Abstieg fast zwangsläufig erfolgt sind, zu kompensieren. Um nur die Stammspieler zu nennen: Oliver Küster ist in Westum (Kreisliga A), Tim Pelzer bei Bezirklsligist SG Remagen/Kripp. Markus Skasa und Markus Garzorz zog es nach Oberwinter. "Wir haben schon darüber nachgedacht, ob wir die Mannschaft nicht abmelden. Aber dann hätten wir in der untersten Liga anfangen müssen", so Jarek.

So hat der Trainer wenigstens auf der Torhüterposition Ersatz für den abgewanderten Jörg Grün gefunden. Thomas Ladner kam vom Bezirksligisten Niederwerth nach Sinzig. Mit Thomas Pohl, Christoph Pradella, Mirko Walser, Markus Kasper und Thomas Gasper verbleiben noch fünf Stammkräfte aus dem Vorjahr.

Das Team wird, je nach Bedarf mit alten Herren aufgefüllt. Auch ein neues "Hobby" hat Jarek entdeckt. Das Wühlen in alten Spielerpässen. - Seine Spezialität: Ausgraben von "Karteileichen", um den Absteig zu verhindern. Seine neue "archäologische" Arbeit führt Engelbert Jarek mit bewunderswerter Hoffnung aus: "Wenn wir das überstehen, wäre das ein Wunder."