Lukas Podolski zu Gast in Wesseling

Ein Weltmeister zum Anfassen

Wesseling. "Es ist immer wieder schön hier in die Region zurückzukommen." Prinz Poldi fühlte sich in seiner Rolle als Bambini-Coach pudelwohl. GA-Sport war live mit der Kamera vor Ort.

Einmol Prinz zo sin - davon hat so ziemlich jeder karnevalistisch angehauchte Rheinländer wohl schon einmal als kleines Kind geträumt, einmal von Weltmeister "Prinz Poldi" trainiert zu werden, da hofft so mancher gestandene Kicker selbst im fortgeschrittenen Alter noch drauf.

Für die Kleinsten der Spvg Wesseling-Urfeld wurde eben dieser Traum wahr. Lukas Podolski coachte die Wesselinger Bambinis bei einem Kleinturnier im Ulrike-Meyfarth-Stadion. Der ehemalige FC-Angreifer fühlte sich sichtbar wohl. Und das nicht nur, weil man ihm und den kleinen Kickern mit den FC-Cheerleadern, der ein oder anderen kölschen Hymne, ja selbst dem Geißbock einen gebührenden Empfang bereitet hatte. Der Umgang mit Kindern liegt dem zweifachen Vater einfach. "Wer mich kennt, der weiß, wie gut ich mit Kindern kann", sagte der Weltmeister. Unvergessen die Momente nach dem WM-Titelgewinn, als Podolski mit seinem Sohn im Maracanã-Stadion Elfmeterschießen übte. Dass Podolski auch in Wesseling Spaß hatte, sah man.

Lachend feuerte er seine Schützlinge an, band dort einem Kleinen die Schuhe zu, half einem anderen Nachwuchstalent ins Trikot und schickte einen weiteren mit einem Klaps auf den Rücken zurück aufs Spielfeld. Dazwischen hier ein Selfie mit den Fans, dort ein Gruppenbild mit den FC-Cheerleadern.

Podolski war in Wesseling ein Star zum Anfassen. "Es ist immer wieder schön hier in die Region zurückzukommen", sagte der Stürmer von Galatasaray Istanbul. Das sahen die Kinder ähnlich. "Ich finde es gut, dass Poldi uns trainiert hat", erklärte einer der Wesselinger Nachwuchstalente, der den Offensivspieler aus dem Fernsehen kennt. Und: "Den hat der Trainer von Deutschland so gut gemacht." Ein Lob für Bundestrainer Joachim Löw, gleichzeitig verbunden mit der Hoffnung, vom Weltmeister ebenfalls einiges mit auf den Weg zu bekommen. Podolski könnte sich unterdessen an den Gedanken des Trainer-Daseins gewöhnen. "Das kann ich mir nach meiner aktiven Karriere schon vorstellen", sagte der Stürmer von Galatsaray Istanbul. "Aber erst müssen ja noch ein paar Jahre Fußball gespielt werden. So fünf, sechs, sieben."

Die PSD Bank Köln hatte im Frühjahr dieses Jahres zu einem Online-Voting aufgerufen. User konnten den Weltmeister für ihren Verein gewinnen. Mit knapp 23.000 Stimmen erhielt die Spielvereinigung den Zuschlag und damit das Turnier mit Podolski. Ganz Wesseling schien abgestimmt zu haben. Der ehemalige Offensivspieler des 1. FC Köln machte sein Versprechen nun wahr. "Für uns ist das natürlich etwas ganz Besonderes", erklärte Spvg-Jugendwart. "Wegen mir darf der Lukas ab jetzt gerne jede Woche kommen." Das wird man beim Arbeitgeber in Istanbul vermutlich anders sehen. Aber eine Ehrenmitgliedschaft wäre laut Leone möglich.

Knappe drei Stunden gab sich Podolski die Ehre. Schrieb Hunderte Autogramme. Dann verschwand der Weltmeister. Für die Bambinis der Spielvereinigung, des SSV Walberberg sowie den VfL Rheingold Poll ging ein Traum in Erfüllung und es wuchs die Hoffnung, einmol Prinz Poldi zo sin.