Fußballverband Mittelrhein legt Spieltag fest

Der Ball in Bonn und dem Kreis Sieg rollt wieder

Bonn. Nach dem Rechtsmarathon, der die Bonner Kreisligen seit Monaten beschäftigt hat, hat der Fußballverband Mittelrhein angekündigt, dass am Wochenende wieder in den Kreisklassen und der Bezirksliga 2 gespielt wird. Auch eine Nichtzulassungs-Beschwerde wurde zurückgezogen.

Die Kuh ist vom Eis, der Einspruch vom Tisch. Mit einwöchiger Verspätung kann der Ball am Wochenende in der Bezirksliga, Staffel 2, sowie in den Kreisligen in Bonn und an der Sieg dann doch endlich wieder rollen. Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack nach dem monatelangen Rechtsstreit vor diversen Sportgerichten um einen Auf- oder Nichtaufstieg des SV Beuel 06 und/oder 1. FC Niederkassel in die Bezirksliga sowie um die Aufstockung der Bezirksliga auf 17 Mannschaften.

„Alle sieben Vereine haben ihren Einspruch gegen die Aufstockung der Herren-Bezirksliga, Staffel 2, nach einer Anpassung der Spielpläne zurückgezogen“, heißt es in einer Mitteilung des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM). „Die Initiative des FVM, den Dialog mit den Vereinen zu suchen, hat sich ausgezahlt. Nach dem konstruktiven Gespräch am vergangenen Donnerstag haben wir – insbesondere unsere Staffelleiter – mit Hochdruck nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Nun haben wir erfreulicherweise die bisherigen Bedenken der Vereine ausräumen können“, erklärte FVM-Präsident Bernd Neuendorf. Es sei wichtig und richtig gewesen, eine Einigung zu erzielen, denn das Warten auf eine finale sportrechtliche Entscheidung hätte den Spielbetrieb weitere Wochen lahmgelegt. „Das wollten wir unbedingt vermeiden.“

Die Nachholspiele für die ausgefallenen Spieltage vom 24./25. August und 28. August 2019 der Herren-Bezirksliga Staffel 2 finden am 18. September und am 3. Oktober statt. Der erste Spieltag (24./25. August) der Herren-Kreisligastaffeln wird im Kreis Bonn am 15. Dezember und im Kreis Sieg am 3. Oktober nachgeholt.

Damit endet ein monatelanger Rechtstreit, der mit einer harmlosen Roten Karte begonnen hatte. Damals war ein Spieler der Sportfreunde Ippendorf wegen einer vermeintlichen Unsportlichkeit vom Platz gestellt worden. Nachdem die Sportfreunde selbst gegen dieses Urteil vorgegangen waren, legte auch Beuel Einspruch ein. Denn der Spieler lief gegen den SV auf, obwohl Beuel der Meinung war, die Sperre sei zu kurz gewesen. Es folgte ein Rechtsmarathon, in dem es Einsprüche hagelte. Das Thema wanderte von Gericht zu Gericht.

Es entwickelte sich eine regelrechte Farce, die von persönlichen Animositäten und Streitereien in den sozialen Medien geprägt war. Da es letztlich auch um den Aufstieg in die Bezirksliga und damit auch die Ligazugehörigkeit einiger Kreisteams ging, wurden auf Kreisebene Relegationsspiele unter Vorbehalt ausgetragen, Spielpläne erstellt. Schließlich ordnete das Kreisgericht Köln sogar an, dass die Begegnung zwischen Ippendorf und Beuel erneut ausgetragen werden musste. Für Funktionäre und Spieler eine außergewöhnliche Entscheidung.

Bei einigen Vereinsvertretern stellte sich die Frage, mit welchem Kader die Mannschaften antreten und nach welchen Regeln sie spielen müssen – denen der vergangenen oder aktuellen Spielzeit. Ippendorf trat zu dem Wiederholungsspiel nicht mehr an, die Wertung ging an Beuel.

Anfang August entschied das Verbandspräsidium, die Bezirksliga auf 17 Mannschaften aufzustocken. Es folgten weitere Einsprüche, die das Aussetzen des 1. Spieltags der Kreisligen in Bonn und Sieg sowie der ersten beiden Spieltage der Bezirksliga 2 mit sich brachten. Diese Einsprüche wurden nun ausgeräumt.

Die vom FVM-Präsidenten angesprochene Anpassung umfasst vor allem die Spielpläne der Kreisligen an der Sieg. Einige Vereine hatten ihren Einspruch unter anderem damit begründet, dass 
sie gleich in den ersten beiden Spielwochen zwei Partien an einem Mittwochabend und die Heimspiele aller eigenen Mannschaften nicht an demselben Spieltag hätten austragen müssen. Nach dem alten Spielplan wäre der SC Uckerath zum Beispiel gleich zwölf Mal davon betroffen gewesen.

„Da freuen wir uns doch alle, dass die Sache nun hoffentlich zu einem Abschluss kommt“, sagt der Bonner Kreisvorsitzende Jürgen Bachmann. „Ich wünsche mir nun schöne Spiele mit wenig Roten Karten, damit es möglichst wenige Verhandlungen geben wird.“

Das letzte Fragezeichen hinter der Ligenzugehörigkeit haben am Dienstagabend die Sportfreunde Ippendorf ausgeräumt. Der Bonner A-Ligist hatte eine Nichtzulassungs-Beschwerde gegen eine frühere Entscheidung eingereicht. Diese wurde vom Bezirkssportgericht abgelehnt und ging damit vor das Verbandsgericht. „Nach Rücksprache mit dem FVM-Präsidium haben wir uns dazu entschlossen, den Antrag zurückzuziehen“, sagte der Vorsitzende der Sportfreunde Ippendorf, Sebastian Grohs. „Wir wollen das Thema endlich beenden und gleichzeitig dem 1. FC Niederkassel die nötige Fairness zukommen lassen.“ Allerdings äußerte Grohs einen Wunsch Richtung Verbandsgericht: „Ich hoffe, dass der Richter sein Statement öffentlich wiederholt, dass Beuel im ersten Fall gar keinen Einspruch hätte einlegen dürfen. Sonst würden wir einen Präzedenzfall schaffen und in der kommenden Saison von Einsprüchen nach einem Spiel überflutet werden.“

Die Sportfreunde sind zudem an einer schnellen Schlichtung des Streites interessiert. „Wir haben schon vor einem guten Monat den Kreisvorsitzenden und den Vorsitzenden des SV Beuel zu einem klärenden Gespräch nach Ippendorf eingeladen“, so Grohs. „Irgendwann treffen wir ja auch wieder aufeinander. Dann sollte das Thema nicht zwischen uns stehen.“