Der Torjäger mit der Nummer 10: Messi kann es einfach

Berlin.  Der Zusammenschnitt seiner 91 Treffer dauert allein zehn Minuten. 2012 war das Jahr des Torjägers Lionel Messi. Der Argentinier faszinierte die Fußball-Welt: Er, der filigrane Dribbler, der mit Ball schneller läuft als die meisten Gegenspieler ohne.
Lionel Messi trifft wie kein Zweiter. Foto: Rafa Alcaide Foto: DPA

Er, der mit 1,69 Metern nicht gerade Goalgetter-Gardemaß vorweisen kann, aber im Strafraum seine größte Gefahr ausstrahlt. Er, der sich seiner Treffer nicht rühmen will. "Ohne Titel haben meine Tore keine Bedeutung", betont Messi.

Für weltweites Staunen sorgten sie dennoch. Nicht nur, weil der 25 Jahre alte Messi die vier Jahrzehnte alte Bestmarke von Gerd Müller mal eben um sechs Tore überbot. Sondern, weil sie Messis Unberechenbarkeit und seine fußballerische Ausnahme-Begabung eindrucksvoll untermauerten. Ob Freistöße oder Elfmeter, ob Abstauber oder Sololäufe, ob Distanzschüsse oder gar Kopfballtore, wie sein erster Treffer in diesem Jahr gegen Osasuna - Messi macht's möglich.

Seinem Herzensclub FC Barcelona war es eine eigene Grafik wert, die seine 91 Tore bis in die letzten Details aufdröselte: 80 erzielte Messi mit seinem starken linken Fuß. Achtmal war Messi mit rechts erfolgreich, dreimal mit dem Kopf. 79 Mal traf Messi im Barca-Dress, 12 Mal im Trikot der Albiceleste. Darunter dreimal beim 4:3-Sieg der Argentinier im Sommer in New Jersey über den kommenden WM-Gastgeber und großen Rivalen ewigen Brasilien.

"Zum Glück ist er Argentinier", meinte Nationalcoach Alejandro Sabella nach der Partie. Es scheint, dass Messi unter ihm endlich auch in der hochkarätig besetzten Auswahl des zweimaligen Weltmeisters richtig aufblüht. Sabellas Devise im Umgang mit dem für Skandale und Glamour-Stories gänzlich ungeeigneten Messi: einfach in Ruhe lassen.

Der Kapitän lässt Tore sprechen. So wie beim Testspielsieg über die deutsche Auswahl im August in Frankfurt/Main, als er einen Treffer beim 3:1-Sieg der Argentinier erzielte. Allerdings vergab er im gleichen Spiel auch noch einen Strafstoß.

Bei 91 Toren hat Messi ansonsten aber nicht allzuviele Chancen ausgelassen: 14 Elfmeter verwandelte Messi in diesem Jahr. Und wie er es machte, steht stellvertretend für die weiteren 77 Treffer. Mal mit Wucht, mal mit List, mal mit Tücke. Mal zieht Messi aus der Distanz ab und hämmert den Ball in den Winkel, mal lupft er die Kugel mit betörender Technik über den düpierten Torwart.

Bezeichnend ist dennoch, dass der ballgeniale Gaucho, der die legendäre Spielmacher-Nummer 10 von Diego Maradona trägt, 64 Treffer aus dem Strafraum erzielte. Messi, der Mittelstürmer.

Am schlimmsten bekam die Tor-Mission Bayer Leverkusen zu spüren. Gleich sechs Treffer schenkte Messi Bayer in der Champions League ein. Zusammen mit dem FC Malaga führen die Rheinländer die Liste der Mannschaften an, gegen die Messi in seinem Rekordjahr am häufigsten traf. Gegen Barcas Erzrivalen Real Madrid mit seinem Dauerkonkurrenten um den Goldenen Ball, Cristiano Ronaldo, war er viermal zur Stelle. Nicht nur deswegen spricht wieder einiges dafür, dass Messi im Januar zum vierten Mal nacheinander zum Weltfußballer gekürt wird.

Doch gab es in diesem Jahr auf jeden Fall einen Tag, an dem Messi das alles einfach egal war. "Heute bin ich der glücklichste Mann der Welt", schrieb er bei Facebook, wo er über 40 Millionen Fans auf dem Laufenden hält. An jenem 2. November 2012 wurde Messis Sohn geboren. Bis der kleine Messi sein erstes Tor schießt, kann der stolze Papa seine einzigartige Bilanz noch weiter aufpolieren.

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