2:0 nach Verlängerung

Viktoria Köln gewinnt Mittelrhein-Pokal im Sportpark Nord

Bonn. Viktoria Köln hat am Montagabend im Bonner Sportpark Nord das Finale um den Fußball-Mittelrheinpokal gegen Alemannia Aachen mit 2:0 nach Verlängerung gewonnen.

Im Duell der beiden Regionalligisten sahen die 5.458 Zuschauer lange Zeit einen ungleichen Pokalfight, der erst spät durch Tore von Sven Kreyer (109.) und Mike Wunderlich (120.) entschieden wurde. Zuvor erspielte sich die überlegene Viktoria in der regulären Spielzeit ein Chancenplus von 10:3.

Auf der anderen Seite der spielerisch unterlegene und finanziell angeschlagene Traditionsclub aus Aachen, der nach einer roten Karte gegen Joy Slayd Mickels die letzten zehn Minuten in Unterzahl spielen musste. Die nach 2014, 2015 und 2016 zum vierten Male siegreichen Kölner qualifizierten sich damit, nach der verpassten Meisterschaft, zumindest für den DFB-Pokal und hoffen nun, wie der Bonner SC im Vorjahr, auf das große Los.

Im Vergleich zur 0:4-Ligapleite gegen die Viktoria vor drei Wochen, setzte Alemannia-Trainer Fuat Kilic wieder auf eine kompakte Defensive im 5-3-2-System mit den wiedergenesenen Leistungsträgern Alexander Heinze und Matti Fiedler. Auf Kölner Seite konnte Trainer Olaf Janßen wieder auf Kapitän Wunderlich zurückgreifen, der im Liga-Endspurt noch verletzt fehlte.

Die heiße Stimmung der mehrheitlich Aachener Fans übertrug sich schnell aufs Spielfeld. Bereits nach fünf Minuten kam es zur ersten Rudelbildung, was einen echten Pokalkampf versprach. Die favorisierten Kölner waren um Spielkontrolle bemüht und erspielten sich die erste Großchance durch Wunderlich (13.). Fast im Gegenzug verpasste Mergim Fejzullahu nur knapp die Führung für die Schwarz-Gelben (15.). Viktoria blieb das dominantere Team und kam zu weiteren Möglichkeiten durch Timm Golley (26.), Wunderlich (38.) und Steffen Lang (43.).

Druckvoll ging es auch zu Beginn der zweiten Halbzeit in Richtung des Gehäuses von Marc Jakob Depta. Bei den Chancen von Wunderlich (50.), Felix Backszat (53.) und Simon Handle (58.) musste der Alemannen Torwart jedoch nicht eingreifen. Entlastung, wie durch Fejzullahu (65.), gab es nur selten.  Depta musste bei den Torschüssen von Backszat (70.), Golley (73.) und Wunderlich (78.) sein ganzes Können aufbieten um das 0:1 zu verhindern. In der 82. Minute hätten Fejzullahu und Torunarigha den Spielverlauf dann beinah auf den Kopf gestellt. So ging es in die Verlängerung, die aus Aachener Sicht schon als Erfolg gewertet werden durfte.

Alemannia tat nun mehr für das Spiel und musste durch Kai Bösing in Führung gehen. Der kurz zuvor eingewechselte Offensivspieler scheiterte zunächst zweimal an Viktoria-Keeper Sebastian Patzler (99.) und 60 Sekunden später an seinen Nerven, als er den Ball aus kürzester Distanz über das leere Kölner Tor schoss. Das sollte sich neun Minuten später rächen. Nach einem langen Ball stand der ebenfalls eingewechselte Kreyer frei vor Depta und drückte die Kugel unter Mithilfe des Aachener Torwarts aus drei Metern über die Linie.

Mit der letzten Aktion des Spiels vollendete Wunderlich einen Konter zum 2:0 ins verwaiste Tor des aufgerückten Depta. Am Ende war Kölns Trainer Janßen „superglücklich und stolz“ über seinen ersten Titel. Für Kilic zeigte seine Mannschaft ein „Spiel mit Herz“. Neben den Trainern war auch Verbandspräsident Alfred Vianden zufrieden über den Rahmen der Partie, die wieder bundesweit in der ARD übertragen wurde.

Aachen: Depta, Winter, Heinze, Pluntke, Pütz (97. Bösing), Lippold, Torunarigha (83. Mickels), Fejzullahu, Mohr, Hackenberg, Fiedler (77. Damaschek).
Köln: Patzler, Backszat (103. Lohmar), Handle (90. Eichmeier), Wunderlich, Lang, Holzweiler (68. Kreyer), Golley, Koronkiewicz, Saghiri, Lanius, Willers.
Tore: 0:1 Kreyer (109.), 0:2 Wunderlich (120.).
Zuschauer:
5.458
Schiedsrichter:
Dardenne (Nettersheim)