Bundesliga

Joker Füllkrug schießt Hannover zu 2:1 in Augsburg

Hannovers Philipp Tschauner jubelt mit Waldemar Anton über den Auwärtssieg in Augsburg.

Hannovers Philipp Tschauner jubelt mit Waldemar Anton über den Auwärtssieg in Augsburg.

21.10.2017 Augsburg. Bis eine Viertelstunde vor Schluss sah alles nach einem Heimsieg für Augsburg aus, der wegen einer absolut dominanten ersten Halbzeit mehr als verdient gewesen wäre. Dann aber gelang Hannover das Comeback - und das dank eines eingewechselten Doppelpack-Stürmers.

Hannovers Erfolgs-Joker Niclas Füllkrug kam nach seinem Doppelpack aus dem Grinsen nicht mehr heraus - bei den unterlegenen Augsburger Gastgebern dagegen herrschte nur noch Frust.

Dank des eingewechselten Stürmers hat Hannover 96 eine fast schon verloren geglaubte Partie noch gedreht und ist nach dem 2:1 (0:1) beim FC Augsburg in der Tabelle der Fußball-Bundesliga auf den sechsten Rang geklettert. Füllkrug wurde mit seinen Toren in der 76. und 89. Minute zum Matchwinner. "Der Schlüssel war, dass ich nicht nachgedacht habe", sagte der 24-Jährige zu seinem Coup, der den Niedersachsen nach vier Partien wieder mal einen Sieg bescherte.

Die Augsburger waren bedient, hatten sie das Spiel doch scheinbar souverän im Griff und waren durch Michael Gregoritsch (32.) auch in Führung gegangen. "Ich muss ehrlich sagen: So angefressen wie heute war ich schon lange nicht mehr", sagte Trainer Manuel Baum. "Du verlierst so ein Spiel völlig unverdient. Wir müssen lernen, dass eine gute Halbzeit nicht reicht, um in der Bundesliga zu gewinnen." Die Schwaben rutschten auf Rang zehn der Tabelle ab und haben plötzlich nur noch fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone.

Dabei hatten die 25 971 Zuschauer eine der einseitigsten Halbzeiten seit langem gesehen: Die Gastgeber gestatteten Hannover kaum Aktionen in der Offensive und hätten beim Pausenpfiff höher als 1:0 führen können. Mit intensivem Pressing und langen Bällen nach vorne hatte die Baum-Elf die Partie im Griff. Der Makel war die Torausbeute. Nur Gregoritsch traf, als er von der Strafraumkante abzog. Dank des Kontaktes mit dem Fuß von 96-Verteidiger Julian Korb flog der Ball im hohen Bogen über Torwart Philipp Tschauner hinweg ins Netz.

Die Führung war erzwungen, nachdem schon etliche Chancen nicht genutzt worden waren. Caiuby (3.) und Alfred Finnbogason (6.) blieben aus identischer Position halbrechts im Strafraum glücklos, bei einer Hereingabe kam Gregoritsch alleingelassen knapp nicht an den Ball (7.). Einen Caiuby-Weitschuss klärte Tschauner mit den Fäusten (36.).

Die Gäste aus Niedersachsen um den diesmal glücklosen Torjäger Martin Harnik fanden gar nicht ins Spiel: Eine Viertelstunde lang kam 96 kaum aus der eigenen Hälfte raus, in den ersten zehn Minuten musste der Aufsteiger fünf Eckbälle abwehren, bis zur Pause wurden es neun. Einen Eckstoß verursachte Keeper Tschauner mit einem Abstoß ins eigene Toraus! "In der ersten Halbzeit waren wir überhaupt nicht auf dem Platz", erkannte auch Trainer André Breitenreiter. "Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn wir höher zurückgelegen hätten."

In Durchgang zwei wurde Hannover sichtbarer, weil die Hausherren das Pressing etwas zurückfuhren und auf ihre eigentliche Stärke - das Kontern - bauten. Jubeln konnten aber die Gäste. Zunächst nutzte Füllkrug nach einer Flanke von rechts eine Unsicherheit der FCA-Defensive im Strafraum aus und traf aus wenigen Metern. Bei der Aktion bekam er den Ball leicht an den Arm, ein Pfiff blieb aus. Kurz vor Schluss schließlich sorgte er nach einem weiten Befreiungsschlag für das Happy End, als er eine Vorlage von Jonathas vollendete.

Ohne den Treffer hätte sich Jonathas einiges anhören müssen, vergab der Stürmer doch in der 82. Minute allein vor FCA-Torwart Marwin Hitz das 2:1, weil er den völlig freien Füllkrug neben sich ignorierte. (dpa)