Kommentar zu Peter Stöger beim BVB

Eine Win-Win-Situation

Trainer Peter Stöger.

Trainer Peter Stöger.

Dortmund. Das Engagement von Peter Stöger beim BVB ist eine Win-Win-Situation. Der BVB erhält einen kompetenten Trainer, Stöger die Chance, zu beweisen, dass er nicht für die Misere in Köln allein verantwortlich war, findet GA-Redakteur Simon Bartsch.

Das Trainerkarussell der Bundesliga hat wieder ordentlich Fahrt aufgenommen. Nur eine Woche nach seinem Rauswurf beim 1. FC Köln hat Peter Stöger eine neue Aufgabe. Dazu eine „Besondere“, wie er sagt. Zumindest bis zum Saisonende soll der beliebte Übungsleiter die Geschicke bei Borussia Dortmund leiten.

Eine Win-Win-Situation. Der BVB erhält einen Trainer, der in Köln bewiesen hat, dass er aus wenig Mitteln viel machen kann. Vor allem die Defensive stärken. In vier Jahren hat Stöger aus einem klammen Zweitligisten einen Europa-League-Teilnehmer geformt. In Dortmund steht dem Coach ein stärkerer Kader zur Verfügung. Wenn er die richtigen Stellschrauben schnell findet, ist für den Tabellensiebten in dieser Saison noch viel möglich. Allerdings ist die Fallhöhe für Coach und Verein sehr groß.

Für Stöger ist die neue Aufgabe nach der desaströsen Punkteausbeute von drei Zählern aus 14 Spielen die Chance, zu beweisen, dass nicht er die Misere am Geißbockheim verschuldet hat. Nach den teils desolaten Auftritten des FC ein Angebot von einem Champions-League-Anwärter zu bekommen, ist außergewöhnlich. Es zeugt von einem großen Vertrauen der BVB-Führung in Stögers Qualitäten. Dass ausgerechnet er der „Kölner“ ist, der nicht gegen den Abstieg spielt und in der Europa League überwintert, gibt der jüngsten FC-Posse eine amüsante Wendung und war so nicht abzusehen. Oder doch?

Stögers Aktion, den FC-Verantwortlichen die Pistole auf die Brust zu setzen und eine schnelle Entscheidung über seine Zukunft zu fordern, hat nach Einschätzung des Sky-Experten Didi Hamann ein Geschmäckle. Gab es zu dieser Zeit schon Gespräche zwischen ihm und Watzke? Hat Stöger seinen Abgang in Richtung BVB möglicherweise bewusst provoziert? Das sind Spekulationen, die in diesem Business nicht überraschen. Trotz Verträgen, Absprachen und Treueschwüren: Dreht sich das Karussell einmal, dann ist es nicht aufzuhalten. In diesem Fall hat der Trainer davon profitiert.