Prognose

Der GA tippt die Bundesliga-Saison 2018/19

Plätze 10-18

10 FC Augsburg (12.)

Augsburg auf Platz zehn? Es könnte auch Rang 15 werden. In der zweiten Tabellenhälfte sind viele Vereine austauschbar. Was den FCA heraushebt aus dieser amorphen Masse, ist die Ruhe im Verein. Mannschaft und vor allem Führungsmannschaft sind zusammengeblieben. Trainer Manuel Baum, Manager Stefan Reuter und Präsident Klaus Hoffmann wissen, dass sie die Fußballwelt nicht aus den Angeln heben können. Und weil das so ist, tun sie es manchmal eben doch.

11 Mainz 05 (14.)

Was die Ruhe innerhalb der sportlichen Leitung angeht, siehe Augsburg. Unter Sandro Schwarz torkelte die Mannschaft Richtung 2. Liga, doch der Trainer durfte weitermachen. Erfolgreich. So etwas schweißt zusammen und belegt, dass man die branchenüblichen Reflexe auch unterdrücken kann. Mainz nahm 55 Millionen Euro durch Verkäufe ein und investierte das Geld umgehend in vielversprechende Käufe. Bewahrheitet sich, dass Schwarz an Statur gewonnen hat, kann 05 eine gute Saison spielen, was in diesem Fall heißt: eine sorgenfreie Saison.

12 Hertha BSC (10.)

Berlin ist wohl die europäische Hauptstadt, zumal unter den Metropolen, die fußballerisch am wenigsten zu bieten hat. Sehr fraglich, ob es noch Zeitzeugen der letzten Meisterschaft (1931) gibt, die Gegenwart spielt sich jedenfalls im Mittelmaß ab. Danach sieht es auch jetzt wieder aus. Der knorrige Fußballlehrer Pal Dardai verwaltet den Mangel nach Kräften, aber mit Neuzugängen wie Pascal Köpke und Lukas Klünter wird auch er die Hertha nicht auf ein anderes Niveau heben. Bis mal wieder richtig Stimmung im Olympiastadion herrscht, wird's dauern. Womöglich sogar bis zur Leichtathletik-EM 2022.

13 VfL Wolfsburg (16.)

Der Kader ist nach wie vor recht prominent und teuer. Könnte man ihn in eine andere Stadt beamen, wäre er womöglich Europa-League-tauglich, aber in Wolfsburg funktioniert das irgendwie nicht (mehr). Da hat sich eine lähmende, bleierne Stimmung breitgemacht rund um den VfL, seit Felix Magath 2012 endgültig ging. Nun heißt der Hoffnungsträger Jörg Schmadtke. Der Geschäftsführer Sport hievte alle seine Clubs in den Europapokal: Aachen, Hannover und Köln. Auch in Wolfsburg wird ihm das gelingen - aber noch nicht in dieser Saison.

14 SC Freiburg (15.)

Dass der Ausbildungsverein aus dem Breisgau alle Leistungsträger halten kann, ist in etwa so wahrscheinlich wie die Qualifikation für die Champions League. Diesmal gelang das - fast. Dass Innenverteidiger Caglar Söyüncü nach Leicester in die Premier League ging, ist allerdings verkraftbar, brachte der Fehlerteufel doch 21 Millionen Euro ein. Da Freiburg sich mit bundesligaerfahrenen Kräften verstärkte (Heintz, Gondorf, Waldschmidt), wird Trainer Christian Streich seltener ausrasten müssen.

15 Hannover 96 (13.)

Als 50.000 Menschen im Mai 2017 den Wiederaufstieg auf dem Rathausplatz feierten, sah das nach Aufbruchstimmung aus. Sportlich bewahrheitete sich das, atmosphärisch nicht. Der Dauerstreit von Präsident Martin Kind mit den Fans wegen der 50+1-Regel und die Fluchtpläne von Manager Horst Heldt vermittelten das Bild eines zerrissenen Vereins. Mit Heldt hat sich Kind zusammengerauft, mit den Fans noch nicht. Da 96 mit Sané, Klaus und Harnik Leistungsträger verlor, wird's nicht leichter für Trainer André Breitenreiter. Enttäuschen die Neuzugänge Wallace, Wimmer und Wood, wird's sogar gefährlich.

16 Eintracht Frankfurt (8.)

Man soll gehen, wenn's am schönsten ist - dachten sich Trainer Niko Kovac sowie die Leistungsträger Kevin-Prince Boateng, Marius Wolf, Omar Mascarell und Lukas Hradecky. Nach dem Pokalsieg gegen den FC Bayern fiel die Eintracht in sich zusammen. Das war einerseits der Fluch der guten Tat, denn die starke Frankfurter Saison hatte Interesse geweckt. Andererseits mag dem einen oder anderen gedämmert haben, dass die Eintracht am 19. Mai im Berliner Olympiastadion am Ende der Fahnenstange angekommen war. Dass die Abgänge auch nicht annährend ersetzt wurden, zeigten das 0:5 im Supercup gegen die Bayern und das 1:2 im Pokal in Ulm. Sollte der neue Trainer Adi Hütter noch im Hotel wohnen - ein guter Ort in dieser Situation.

17 Fortuna Düsseldorf (Aufsteiger)

Geringe individuelle Qualität, sehr große Begeisterung - das kann reichen im ersten Jahr, wie die Beispiele Unterhaching und Darmstadt zeigen. Kann. Niemand weiß das besser als Friedhelm Funkel. Das alte Schlachtross hat schon alles erlebt im Grenzbereich zwischen 1. und 2. Liga, ist als Trainer sechsmal auf- und siebenmal abgestiegen. Den achten Abstieg zu verhindern, wäre wohl die größte Leistung des 64-Jährigen.

18 1. FC Nürnberg (Aufsteiger)

Die Altvorderen werden sich erinnern: Bis 1987 war der Club mit neun Titeln Rekordmeister, ehe er von den Bayern abgelöst wurde. Überhaupt, Rekorde. Acht Aufstiege sind Rekord, acht Abstiege ebenso. Der neunte wird sich kaum verhindern lassen, auch wenn da mit dem ehemaligen DFB-Talentscout Michael Köllner (48) ein interessanter Mann an der Seitenlinie steht. Was Qualität und Begeisterung der Spieler angeht: siehe Düsseldorf.