Kommentar zur Krise von Borussia Dortmund

BVB-Spieler müssen die Situation annehmen

Schlusslicht

Der BVB und Jürgen Klopp müssen sich für den Abstiegskampf wappnen. Foto: Fredrik von Erichsen

Dortmund. Dortmund in der Krise, Dortmund auf Platz 18, Dortmund am Tiefpunkt. Beim BVB stimmt in dieser Saison bislang nichts, doch den Ernst der Lage haben noch immer nicht alle Spieler realisiert - das zeigt die Einstellung in den vergangenen Spielen. Ein Kommentar zur Lage beim BVB.

"Die Bayern werden uns nicht los“, so ließ es BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor der Saison 2014/2015 die Fans und den vermeintlich ärgsten Rivalen wissen. Mit „loswerden“ meinte der Sauerländer damals, dass der BVB künftig wieder aktiv im Kampf um die Meisterschaft mitmischen wollte – nun muss man sich in Dortmund viel mehr darauf konzentrieren, künftig überhaupt in einer Klasse mit Bayern München zu spielen.

Natürlich hat der BVB einen Kader, der nicht auf den letzten Tabellenplatz gehört. Und natürlich sind noch 63 Punkte zu vergeben, skurrilerweise ist bei zehn Punkten Abstand sogar die Champions-League noch irgendwie in Reichweite – doch daran sollten sie in Dortmund aktuell tunlichst keinen Gedanken verschwenden. Denn was der BVB aktuell auf dem Platz zeigt, ist besorgniserregend. Das Spiel der Schwarzgelben ist verkrampft, Laufwege stimmen nicht, in der Offensive werden beste Torchancen vergeben, in der Defensive katastrophale Fehler begangen – kurzum: der BVB steht zum jetzigen Zeitpunkt zurecht dort, wo er steht.

Es ist an der Zeit, dass dies auch der letzte Spieler versteht. Auch wenn Trainer Jürgen Klopp den Charakter seines Teams über jeden Zweifel erhaben sehen möchte, so lassen gerade die jüngsten Auftritte gegen Paderborn, Arsenal und Frankfurt Einstellungsdefizite erkennen. Das haben auch die Fans gemerkt und am Sonntag erstmals leise ihren Unmut geäußert.

Die Verantwortlichen sind sowohl altgediente Borussen wie Roman Weidenfeller oder Neven Subotic als auch Neuverpflichtungen der letzten zwei Jahre wie Shinji Kagawa oder Henrikh Mkhitaryan. Zweikämpfe werden gescheut, der Ball sorglos vertändelt und unkonzentriert grobe Schnitzer begangen. Borussia Dortmund ist Tabellenletzter, und es braucht ganz andere Tugenden, als sie viele Spieler aktuell zeigen, um dort wieder rauszukommen.