1:0-Sieg gegen FC Zürich

Bayer Leverkusen erreicht K.o.-Runde in Europa League

Leverkusens Tin Jedvaj (l) erzielt das 1:0 gegen Zürichs Torwart Yanick Brecher.

Leverkusens Tin Jedvaj (l) erzielt das 1:0 gegen Zürichs Torwart Yanick Brecher.

Leverkusen. Mit einem 1:0-Sieg gegen den FC Zürich hat Bayer Leverkusen vorzeitig die K.o.-Runde der Europa League erreicht. Matchwinner für das Team von Trainer Heiko Herrlich war Torschütze Tin Jedvaj.

Die 1:4-Heimpleite am vergangenen Samstag gegen die TSG Hoffenheim hatte Potenzial für eine neue Diskussionsrunde geliefert. Bevor es aber wieder unruhiger für Heiko Herrlich werden konnte, setzte die Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen ein nachhaltiges Zeichen für sich und ihren Trainer. Nach dem 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen den FC Zürich hat die Werkself nicht nur die Führung in der Gruppe A übernommen. Dank des Goldenen Tores von Tin Jedvaj und dem gleichzeitigen 0:0 zwischen Ludogorez Rasgrad und AEK Larnaka steht auch fest, dass der Bundesligist in der Europa League überwintert und die K.o-Runde erreicht hat.

Obwohl der Gruppensieg auf dem Spiel stand, warf Coach Heiko Herrlich die Rotationsmaschine an. Und zwar kräftig. Die angeschlagenen Sven Bender, Jonathan Tah und Karim Bellarabi blieben in Zivil. Kapitän Lars Bender, Jungstar Kai Havertz und  Kevin Volland nahmen auf der Bank Platz. Dafür feierte Charles Aranguiz sein Saisondebüt und Julian Baumgartlinger seinen ersten Startelfeinsatz. Herrlich räumte zudem Lucas Alario und Leon Bailey in der Offensive eine Chance ein. Beide waren zuletzt dauerhaft nur zweite Wahl gewesen.

Für eine Überraschung sorgte der Leverkusener Trainer, in dem er Dominik Kohr auf die Zehn beorderte. Der etatmäßige Sechser Kohr ist allerdings eher das Gegenteil von einem Spielgestalter und das konnte er nicht verheimlichen. Kein Wunder also, dass die neu formierte Werkself mit Ball zunächst große Schwierigkeiten offenbarte. So dominierte der FC Zürich die Anfangsphase. Auf den Rängen, wo gut 2000 mitgereiste Schweizer Fans ordentlich Alarm machten. Und auch auf dem Rasen, wo die im Hinspiel mit 3:2 siegreiche Elf von Ex-Bundesliga-Profi Ludovic Magnin den Gastgenbern mit extrem hohem Pressing das Leben schwer machte und zu zahlreichen Ballverlusten zwang. Nach vorne ging aber auch bei den Schweizern nichts, weil Aranguiz, Baumgartlinger und die Innenverteidiger Aleksandar Dragovic sowie Tin Jedvaj solide Arbeit verrichteten.

Jedvaj sorgt für verdiente Führung

Bayer brauchte gut 25 Minuten, um sich und einen Weg durch das Züricher Pressing zu finden. Weil dann aber Kohrs Versuch aus 17 Metern knapp am linken Pfosten vorbeistrich (29.), und der frei aufs Tor zustürmende Alario zu eigensinnig an FC-Keeper Yanick Brecher scheiterte (45.), ging das recht niveauarme Spiel vor nur 16197 Zuschauern in der BayArena torlos in die Pause.

Leverkusen konnte das bisschen Schwung zum Ende der ersten mit in die zweite Hälfte nehmen und bewegte sich mit Hilfe einer Standardsituation in Richtung Zwischenrunde. Nach einer Ecke von Julian Brandt rauschte Tin Jedvaj heran und und traf per Kopf aus fünf Metern zur inzwischen verdienten Führung (60.).  Ein Tor, das den Hausherren reichte, denn Zürich blieb bis auf einen Abschluss von Kevin Rüegg (61.) völlig harmlos.  Die Schweizer können sich damit trösten, ebenfalls schon nach dem vierten Gruppenspieltag in der Zwischenrunde zu stehen. Die zusätzlichen Einnahmen werden sie brauchen können. Das Feuerwerk, das die sangesfreudigen Fans über 90 Minuten lang im Gästeblock abbrannten, wird ganz sicher eine saftige Geldstrafe der UEFA nach sich ziehen.   

Leverkusen: Hradecky; Weiser, Jedvaj, Dragovic, Wendell (74. L. Bender); Kohr, Aranguiz (61. Paulinho), Baumgartlinger; Brandt (61. Kiese Thelin), Bailey, Alario.

Zürich: Brecher; Rüegg, Nef, Maxsö; Bangura; Domgjoni, Kryeziu; Khelifi (54. Palásson), Kololii, Marchesano (69. Ceesay); Odey.

Tor: 1:0 Jedvaj (60.).