Europa League

Bayer 04 Leverkusen gelingt 4:2-Pflichtsieg

Die Bayer-Profis feiern Doppeltorschützen Lucas Alario (2.v.r.) beim 4:2-Sieg.

Die Bayer-Profis feiern Doppeltorschützen Lucas Alario (2.v.r.) beim 4:2-Sieg.

Leverkusen. Fünf Tage nach der denkwürdigen 2:4-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga hat sich Bayer 04 Leverkusen zum zweiten Sieg in der Gruppenphase der Europa League gezittert.

Einmal tief durchatmen. Das 4:2 (1:1) gegen den krassen Außenseiter AEK Larnaka aus Zypern verhinderte zwar, dass sich die Krise bei der Werkself und ihrem Trainer Heiko Herrlich zuspitzt, der fahrige Auftritt dürfte die Kritiker aber nicht verstummen lassen. Dafür muss Bayer am Sonntag in Freiburg nachlegen.

Der nach dem 2:4 gegen den BVB von Teilen der Medien erneut angezählte Herrlich versuchte das Risiko zu minimieren, indem er die Rotationsmaschine nur leicht anwarf. Eigentlich bietet so ein Spiel gegen wie gegen Larnaka die ideale Gelegenheit, um etwas häufiger zu wechseln. Herrlich beließ es dabei, Jonathan Tah, Julian Brandt und Lucas Alario durch Alexsandar Dragovic, Leon Bailey und Karim Bellarabi zu ersetzen. „Achse und Statik müssen stehen“, erklärte der Bayer-Coach.

Kaum verändert zeigte die Werkself aber ihr hässliches Gesicht. Die Hausherren leisteten sich eine erste Hälfte vollgepackt mit Mängeln. Die Körpersprache fehlte, Pässe und Laufwege wollten einfach nicht zueinander finden. Und alles was Larnaka anbot – was nicht wenig war – schlug Bayer aus. Die Zyprioten, die ohne einen einzigen Zyprioten, dafür aber mit sechs Spaniern und einem Durchschnittsalter von über 29 Jahren in der Startelf  aufliefen, stellten sich keineswegs hinten rein und brachten es in Hälfte auf eine für einen Underdog beachtliche Ballbesitzquote von fast 40 Prozent.

So war die Führung der Gäste nicht einmal unverdient. Nach einer kurz ausgeführten Ecke verlor erst Sven Bender ein Kopfballduell, dann schaute Dragovic nur zu, wie Ivan Trickovski den Ball annahm und aus sechs Metern ungehindert einschoss (25.). Bei Leverkusen nahm die Verunsicherung zu, auch weil Bayer mit den Widrigkeiten der Unglückseligen zu kämpfen hatte. Sven Bender traf nur den Pfosten (14.) und Mikel Gonzalez klares Foul an Kai Havertz hatte keinen Elfmeter zur Folge (29.). Erst als  die Werkself endlich mal einen Angriff über links mit Dominik Kohr und Bellarabi  sauber zu Ende spielte und der Laufweg von Havertz passte, traf der Jungstar noch vor der Pause zum 1:1 (44.).

Heiko Herrlich reagierte. Für Bailey, bei dem irgendjemand den Schalter für selbstbewusstes Fußballspielen ausgemacht haben muss, kam Alario. Ein glückliches Händchen des Bayer-Coaches, denn nach nur vier Minuten traf der Argentinier aus fünf Metern zum 2:1. Allerdings stand der Torschütze bei der von Havertz unfreiwillig abgefälschten Bellarabi-Flanke im Abseits.

Die Führung führte die Leverkusener aber nicht zu besserem Spiel. Im Gegenteil: Torwart Lukas Hradecky musste beim einem 18 Meter-Versuch des Niederländers Hector Hevel  sein Können aufbieten  (56.). Dann stand noch einmal Kai Havertz im Mittelpunkt. Erst parierte  AEK-Keeper Tono Ramirez einen Fallrückzieher des 19-Jährigen (64.). Dann wartete Havertz erneut auf einen  Strafstoß (68.),  bevor er auch von der Last der Verantwortung erschöpft für Julian Brandt das Feld verließ (70.).

Bayer aber zitterte weiter. Erst in der 88. Minute erhöhte Alario nach schöner Vorarbeit von Kevin Volland auf 3:1. Larnaka aber hielt es mit dem 3:2 durch Dimitris Raspas spannend (90.+1), ehe Brandt eine Minute später die Leverkusener mit dem 4:2 erlöste.

Leverkusen: Hradecky; Weiser,  S. Bender,  Dragovic, Wendell;  Kohr (83. Jedvaj), L. Bender; Bellarabi, Havertz (70. Brandt), Bailey (46. Alario), Volland. - SR.: Aranovskiy (Ukraine).  - Zuschauer: 23.354. - Tore: 0:1 Trickovski (25.), 1:1 Havertz (44.), 2:1 Alario (49.), 3:1 Alario (88.), 3:2 Raspas (90.+1), 4:2 Brandt (90.+2).