Personalplanungen

Zwei Spieler sollen den 1. FC Köln noch verlassen

Der eine ist gekommen, der andere soll gehen: Kingsley Ehizibue (r.) im Zweikampf mit Salih Özcan, der zuletzt mit Hannover 96 in Verbindung gebracht wurde.

Der eine ist gekommen, der andere soll gehen: Kingsley Ehizibue (r.) im Zweikampf mit Salih Özcan, der zuletzt mit Hannover 96 in Verbindung gebracht wurde.

Köln. Noch bis zum 2. September ist das Transferfenster in der Bundesliga geöffnet. Bis dahin wollen die Verantwortlichen des 1. FC Köln noch zwei Spieler an andere Vereine abgeben.

Es ist jeden Sommer das Gleiche bei den Profi-Clubs: Spieler kommen, Spieler gehen – oder müssen gehen. Am Ende soll dem Trainer ein Spielerkader zur Verfügung stehen, der zum einen sportlichen Erfolg verspricht, zum anderen aber auch ein vernünftiges Arbeiten ermöglicht. Der 1. FC Köln ist vor dem zweiten Spieltag in der Fußball-Bundesliga, den er am Freitagabend mit der Heimpartie gegen Borussia Dortmund eröffnet, zuversichtlich, nach dem einen auch das andere zu erreichen.

Nach Plan verlief dabei die Verpflichtung neuer Spieler. Auf fünf Positionen wollten sich die Kölner verstärken, für alle wurde der jeweilige Wunschspieler gefunden. Als Innenverteidiger kam Sebastiaan Bornauw (RSC Anderlecht/7 Millionen Euro), als Rechtsverteidiger Kingsley Ehizibue (PEC Zwolle/3 Millionen), als Sechser Birger Verstraete (KAA Gent/4 Millionen) und Ellyes Skhiri (HSC Montpellier/6 Millionen) sowie für Rechtsaußen Kingsley Schindler (Holstein Kiel/ablösefrei).

Das Quintett ist seit der Vorwoche komplett, bis auf Sebastiaan Bornauw kamen zum Liga-Auftakt alle zum Einsatz. Obwohl noch 13 Tage lang, bis zum 2. September um 18 Uhr, in Deutschland Spieler verpflichtet werden können, sei das für den FC kein Thema mehr, erklärten Trainer Achim Beierlorzer und Sportchef Armin Veh. „Unsere Transferperiode ist abgeschlossen. Ich hätte sie mir nicht schöner vorstellen können“, meinte Beierlorzer fast schon euphorisch.

FC zahlt weiterhin einen Teil des Gehalts

Deutlich schwieriger gestaltete sich die Abgabe von Spielern, die in der gerade begonnenen Spielzeit keine Rolle in den Plänen des Trainers spielen. Dabei hatte der 51-Jährige immer wieder darauf hingewiesen, niemanden davonjagen zu wollen. Ihm gehe es darum, den Spielern, die in Köln über die Saison hinaus noch einen Vertrag besitzen, Einsätze bei anderen Vereinen zu ermöglichen.

Deshalb wurde bereits frühzeitig der Junioren-Nationaltorwart Jan-Christoph Bartels zu Zweitligist SV Wehen Wiesbaden und Tomas Ostrak an den österreichischen Erstligisten TSV Hartberg ausgeliehen. Nach längerem Tauziehen gelang das bei Jannes Horn, der für ein Jahr zu Hannover 96 wechselte, und bei Frederik Sörensen, der am Wochenende für ein Jahr an den Schweizer Meister Young Boys Bern verliehen wurde.

Bei den beiden Letztgenannten war vor allem die Gehaltsfrage problematisch. Denn ihre beim FC garantierten Gagen von gut einer Million Euro konnten oder wollten die aufnehmenden Clubs nicht zahlen. Deshalb übernimmt der FC jenen Teil des Gehalts, den die vorübergehenden Arbeitgeber nicht zahlen.

Was passiert mit Salih Özcan?

Noch ungeklärt ist die Zukunft von Salih Özcan. Seit zwölf Jahren spielt der 21-Jährige für den FC, ist ein echtes Eigengewächs. Der Mittelfeldspieler durchlief alle Auswahlmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), wurde 2017 mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet, der höchsten Ehrung durch den DFB.

Özcan kann bereits 36 Bundesliga-Einsätze vorweisen, doch seine Entwicklung stockt. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, ohne dass eine Verlängerung im Raum steht. Deshalb versucht der FC ihn zu verkaufen. Hannover 96 zeigte Interesse, konkretisierte das Geschäft mit den Kölnern aber bislang nicht.

Schließlich ist da noch Niklas Hauptmann. Der Mittelfeldspieler könnte noch ausgeliehen werden oder für diese Saison zur U21 in die Regionalliga wechseln. Dort spielt bereits Nikolas Nartey, dessen Vertrag im Sommer 2020 endet und der sich bei den Profis nicht durchsetzen konnte. Das Ergebnis all dieser Zu- und Abgänge soll sein, dass Beierlorzer einschließlich der vier Nachwuchsspieler Darko Churlinov, Noah Katterbach, Ismail Jakobs und Julian Krahl über rund 23 Feldspieler sowie vier Torhüter verfügt, was Veh „eine trainierbare Kadergröße“ nennt.