1.FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach

Verteidiger Rafael Czichos steht vor erstem Derby

Der Innenverteidiger Raffael Czichios (links) spielt am Samstag sein erstes Rheinisches Derby.

Köln. Am Samstag spielt der 1. FC Köln im eigenen Stadion gegen Borussia Mönchengladbach vom Niederrhein. Der Innenverteidiger Rafael Czichos blickt voller Vorfreude auf sein erstes Rheinisches Derby.

Rafael Czichos ist noch grün hinter den Ohren. Klingt ungewöhnlich für einen 29 Jahre alten, gestandenen Fußballprofi. Aber Derby-Erfahrung hat der Innenverteidiger des 1. FC Köln nicht so wirklich vorzuweisen. Am ehesten noch in seiner Zeit bei Drittligist Rot-Weiß Erfurt: „Im Osten sind die Fans ja auch emotional“, sagt Czichos. Dann räumt er aber gleich ein, dass das Spiel am kommenden Samstag (15.30 Uhr, Rheinenergiestadion) sich in anderen Sphären bewegt. „Vor 50 000 im eigenen Stadion mit dem FC gegen Gladbach zu spielen, ist natürlich etwas ganz anderes. Ich freue mich riesig.“

Czichos weiß zu berichten, dass das Derby gegen die Borussia vom Niederrhein auch in der Kabine der Kölner großen Raum einnimmt: „Alle haben Bock drauf und jeder bekommt mit, wie wichtig dieses Spiel für die Fans und das Prestige ist.“ Obwohl die Stammkraft der Kölner Defensive in Sachen Derbys noch Nachholbedarf und auch erst drei Bundesligapartien absolviert hat, ahnt er, was auf ihn und seine Teamkollegen zukommt: „Derbys sind unfassbar hitzig. Es wird um jeden Zentimeter Boden gekämpft und einen Favoriten gibt es nicht. Da ist es auch egal, ob die Gladbacher 100 Millionen Euro mehr wert sind.“

Wenn Czichos weitere Tipps benötigt, um mit dem FC am Samstag als Derbysieger vom Platz gehen zu können, muss er weder lange suchen noch weit gehen. Er muss nur bei denjenigen seiner Teamkollegen nachfragen, die noch lebhafte Erinnerungen an die besonderen Glücksgefühle eines Erfolgs gegen die „Fohlen“ besitzen. Immerhin konnte der FC von den jüngsten sechs Derbys in der Bundesliga die Hälfte für sich entscheiden, und alle drei Siegtorschützen tragen immer noch das Geißbock-Trikot.

Am 19. September 2015 war es Anthony Modeste, der im Rheinenergiestadion am 5. Spieltag in der 64. Minute per Kopf das Tor des Tages erzielte. Der Kölner 1:0-Sieg bedeutete gleichzeitig das Ende von Trainer Lucien Favre in Gladbach. Der so lange erfolgreich arbeitende Schweizer nahm nach fünf Niederlagen in Folge zum Saisonstart seinen Hut.

Am 19. November 2016 machte sich dann Marcel Risse im Borussia-Park unsterblich. Nachdem Anthony Modeste in der 59. Minute die Gladbacher Halbzeitführung von Lars Stindl ausgeglichen hatte und alle sich schon auf ein Remis eingestellt hatten, zauberte der Mittelfeldspieler in der 90. Minute einen sagenumwobenen Freistoß aus seinem rechten Fuß. Tor des Monats, Tor des Jahres und Derbysiegtor: Mehr geht nun wirklich kaum noch für einen FC-Fußballer.

Am 14. Januar 2018 hieß der umjubelte Derbyheld der Kölner Simon Terodde. Erst in der Winterpause gekommen, köpfte der Mittelstürmer in seinem ersten Spiel den FC in der sechsten Minute der Nachspielzeit zum kaum noch für möglich gehaltenen 2:1-Heimsieg. Der Tabellenletzte war euphorisiert und schöpfte neue Hoffnung auf den Klassenerhalt, die sich, wie jeder weiß, dann aber nicht erfüllte.

Czichos hätte natürlich nichts dagegen, sich am Samstag vor ausverkauftem Haus hinter Modeste, Risse und Terodde einzureihen: „Für das Team und mich persönlich wäre es eine tolle Sache, wenn ich in der 89. Minute das Siegtor mache“, träumte der 29-Jährige am Mittwoch mal kurz und schmunzelte. Es wäre das perfekte, erste Derby für ihn.

Ob er wieder von Anfang an dabei ist, weiß Czichos noch nicht. Trainer Achim Beierlorzer, der am Samstag zu Gast im Aktuellen Sportstudio des ZDF sein wird, kann am Donnerstag fast den kompletten Kader beim Training begrüßen. Als letzte der sieben auf Reisen befindlichen Nationalspieler kehrten am Mittwoch Sebastiaan Bornauw und Ellyes Skhiri nach Köln zurück. Bornauw hatte mit der belgischen U21 am Dienstag in der EM-Qualifikation noch gegen Bosnien 90 Minuten gespielt (0:0). Skhiri stand für Tunesien gegen die Elfenbeinküste 51 Minuten auf dem Platz. Zurück ist auch Darko Churlinov von der U21 Nordmazedoniens. Mit dem 19-Jährigen soll nach dem Ärger um seinen U21-Einsatz gegen Aachen am Donnerstag über die künftige Entwicklung gesprochen werden. „Die Tür steht natürlich weit offen“, kündigte Beierlorzer eine Klärung an.