Abstieg immer realer

Veh hofft auf Verbleib von Leistungsträgern beim FC

Wie der „Kicker“ berichtet, interessiert sich der FC Bayern für Jonas Hector. Der soll möglicherweise Juan Bernat ersetzen.

Wie der „Kicker“ berichtet, interessiert sich der FC Bayern für Jonas Hector. Der soll möglicherweise Juan Bernat ersetzen.

KÖLN. Armin Veh, Sportdirektor des 1. FC Köln, setzt darauf, dass einige Leistungsträger des Clubs auch im Falle eines Abstiegs in die Zweiten Liga für den Verein spielen.

Eine Hinrunde selbst im unteren Mittelfeld der Fußball-Bundesliga vorausgesetzt, stünde die Mannschaft des 1. FC Köln angesichts von bereits elf Punkten in der Rückrunde im mehr oder weniger gesicherten Bereich der Tabelle. Mit der Hypothek von lediglich sechs Punkten aus der ersten Halbserie bedeutet jedoch jede neuerliche Niederlage wie das 2:3 am Sonntag gegen Stuttgart einen kaum mehr zu verkraftenden Rückschlag. Das Szenario direkter Abstieg wird immer realer.

Umso erstaunlicher ist die Ruhe, die bei allen Beteiligten im Geißbockheim herrscht. Während bei den in gleicher Schieflage befindlichen Hamburgern Auflösungsvorgänge den Verein lähmen, gehen die Kölner Verantwortlichen ebenso wie die Spieler äußerst besonnen vor.

Zwar schwindet die Hoffnung auf das Fußballwunder mit jedem neuen Rückschlag, doch von Aufgabe ist ebenso wenig zu spüren wie von einer bevorstehenden Flucht des sportlichen Personals nach dem Abstieg. Diese Einschätzung hat Sportdirektor Armin Veh schon des Öfteren geäußert, jetzt noch einmal in einer Gesprächsrunde bei Sky.

Hector wäre Treue zuzutrauen

Er könne sich „auch romantisch vorstellen, dass der eine oder der andere, auch wenn er ein besseres Angebot bekommt, bleibt und ausmerzen will, was er diese Saison verbockt hat“, stellte der Sportchef fest. Das wird nicht nur ein Bauchgefühl bei Veh sein, sondern nach Gesprächen mit Spielern ein durchaus realistischer Ausblick.

Andererseits wäre es normal, wenn manche Profis dem FC den Rücken kehren würden, bekämen sie finanziell etwas Besseres geboten. Zwar besitzen alle Spieler Verträge auch für die 2. Liga, doch erlauben Vertragsklauseln bei einigen Stammkräften, dass sie zu niedrigeren Ablösesummen als üblich den Club verlassen können.

Ein sportliches Schwergewicht hat offenbar bereits angedeutet, dem FC selbst bei einem Abstieg die Treue zu halten. Denn Armin Veh verriet: „Ich kann mir vorstellen, dass ein Spieler, der hoch gehandelt wird, am FC hängt und mit dem FC wieder hoch will und bleibt.“

Zu den am höchsten gehandelten FC-Profis gehören sicherlich Timo Horn und Jonas Hector, die deutschen Auswahlspieler des Clubs. Vor allem dem 35-maligen A-Nationalspieler Jonas Hector ist es zuzutrauen, dem FC die Treue zu halten. Es wäre ein ähnliches Verhalten wie bei der kolportierten Anfrage des FC Barcelona. Als ihm sein Berater davon berichtet habe, soll Jonas Hector nur gesagt haben, er habe kein Interesse an einem Gespräch und könne den Katalanen absagen.

Koziello ist ein Glücksgriff

Im Gegensatz zu den etablierten FC-Profis, die vor der Saison angesichts der Europapokal-Teilnahme nie im Traum daran gedacht hätten, ein Jahr später in der 2. Liga zu kicken, kamen im Januar zwei Spieler unter der Voraussetzung, auch bei einem Abstieg weiter für Köln zu spielen: Mittelstürmer Simon Terodde (30) und Vincent Koziello (22), der kleine Franzose.

Was der vor allem in der ersten Halbzeit gegen den VfB Stuttgart zeigte, entsprach genau dem Aufbauspiel eines zentralen Spielmachers. Obwohl erst seit wenigen Wochen mit den Kollegen zusammen, wusste oder ahnte er immer, wo ein Mitspieler gut postiert und anspielbar war. Nur wenn das nicht der Fall war, behielt und verteidigte er den Ball so lange, bis eine Anspielstation gefunden war. Ansonsten gingen die Ballannahme und die Weitergabe in einem Fluss vor sich.

Obwohl Vincent Koziello nur 1,68 Meter misst und schmächtig daher kommt, weiß er seinen Körper auch gegen kräftige Gegner erfolgreich einzusetzen und den Ball zu behaupten. Zudem eroberte er das Spielgerät mehrfach trickreich und schnell und leitete so gefährliche Konter ein. Schon jetzt lässt sich feststellen, dass Armin Veh mit dieser Verpflichtung ein Glücksgriff gelungen ist.