Europa-League-Spiel gegen Roter Stern Belgrad

Strikte Sicherheitsvorkehrungen vor dem Spiel des FC

Mehrere hundert Fans von Roter Stern Belgrad ziehen in Richtung Stadion.

Archivbild: Fans des Vereins Roter Stern Belgrad ziehen Richtung Stadion.

Belgrad. Die Belgrader Polizei überwacht die Begegnung des 1-FC Köln mit dem Verein Roter Stern Belgrad in hohem Maße. Außerhalb des Stadions kam es anscheinend trotzdem zu gewaltsamen Aufeinandertreffen von Fans.

Als Hochsicherheitsspiel eingestuft, findet die Begegnung der Europa League am Donnerstagabend zwischen Roter Stern Belgrad und dem 1. FC Köln unter extrem strengen Überwachungen durch die Belgrader Polizei statt. Weiträumig fanden Straßensperren statt, patrouillierten tausende Sicherheitskräfte in Kampfuniform.

War das Stadionumfeld auf diese Weise offenbar gut gesichert, kam es außerhalb zu Übergriffen. So wurde eine Gruppe von etwa zwei Dutzend Kölner Fans, die vor einem Lokal FC-Lieder sangen, unvorbereitet von fünf serbischen Hooligans mit Fausthieben und Tritten angegriffen. Nach kurzem Kampf nahmen die Angreifer Reißaus. Als die alarmierte Polizei eintraf, konnte sie nur noch den Vorgang aufnehmen. Mindestens ein Deutscher musste ins Krankenhaus.

In unmittelbarer Nähe hatten FC-Vizepräsident Toni Schumacher und Geschäftsführer Alexander Wehrle mit Fans über die jüngsten Entwicklungen beim 1. FC Köln diskutiert. Sie wurden allerdings nicht in die Auseinandersetzung verwickelt.

Unbestätigt blieb ein womöglich noch schwerwiegender Vorfall in Rumänien. Im grenznahen Timisoara sollen FC-Anhänger bei einer Pause während der Anreise in einem Restaurant von Gewalttätern überfallen und ausgeraubt worden sein. Von FC-Seite konnte es weder bestätigt noch dementiert werden.

Sicherheit der deutschen Fans hat hohe Priorität

Knapp vier Stunden vor der Begegnung war begonnen worden, die FC-Fans von einem Treffpunkt in der Innenstadt aus mit einem Bus-Pendeldienst zum Stadion zu fahren. Die 20 Fahrzeuge waren vom 1. FC Köln für einen vierstelligen Euro-Betrag von lokalen Reiseunternehmen aus dem Belgrader Umland angemietet worden.

Jeweils zwei oder drei Busse fuhren von Polizeifahrzeugen begleitet zum Stadion Marakana. Auf diese Weise sollten rund die Hälfte der etwa 5000 FC-Fans sicher zum Spiel gebracht werden.

Während die Tore für den Gästebereich eine halbe Stunde vor Spielbeginn geschlossen wurden, sollten sie erst eineinhalb Stunden nach dem Abpfiff geöffnet werden. Beide Maßnahmen dienten laut der serbischen Polizei der Sicherheit der deutschen Zuschauer.

Aufgrund von vorausgegangenen Ausschreitungen von Anhängern von Roter Stern Belgrad und Sanktionen durch die Uefa hatte die Belgrader Polizei auch den heimischen Fans sonst übliche Aktivitäten untersagt. Dazu gehörte, dass in den Lokalen innerhalb eines Sperrbezirks um das Stadion kein Alkohol ausgeschenkt werden durfte.

Angeblich erneut Fan-Marsch verboten

Am Donnerstagmittag war angeblich nochmals ein Fan-Marsch der Kölner zum Stadion Marakana verboten worden. Bereits vor Wochen waren die Kölner Informiert worden, dass es so etwas in Belgrad nicht geben dürfe. Beim ersten Gruppenspiel des FC im September in London hatten mehr als 10.000 Kölner Fans an solch einem Marsch zum Arsenal-Stadion teilgenommen.

Allein schon ein aggressives Verhalten geschweige denn das Mitführen von Pyrotechnik, Rucksäcken, Flaschen und Dosen waren verboten. Selbst Münzgeld durfte man beim Betreten des Stadion nicht bei sich tragen. Es hätte als Wurfmaterial missbraucht werden können.