1. FC Köln

Stephan Ruthenbeck droht eine Strafe

Da geht's hin zeigt Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck. Der hatte zuvor ihre Entscheidung, für ein Halten im Strafraum keinen Strafstoß zu verhängen, mit einer abfälligen Handbewegung kommentiert.

Da geht's hin zeigt Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck. Der hatte zuvor ihre Entscheidung, für ein Halten im Strafraum keinen Strafstoß zu verhängen, mit einer abfälligen Handbewegung kommentiert.

KÖLN. Im Heimspiel gegen den FC Bayern München wurde FC-Trainer Ruthenbeck auf die Tribüne verbannt. Das wird wohl Folgen haben. Derweil sorgt der Videobeweis weiter für Ärger.

Seltsame Entscheidungen unter Zuhilfenahme oder Nichtberücksichtigung des Video-Assistenten hat Stefan Ruthenbeck wie sein Vorgänger Peter Stöger schon einige beim 1. FC Köln über sich ergehen lassen müssen. Bis zum letzten Heimspiel seiner FC-Mission hatte der 46-Jährige etwaige Benachteiligungen mit dem einen oder anderen Mienenspiel sowie mit in den Hosentaschen geballten Fäusten hingenommen. Am Samstag gegen den FC Bayern aber platzte dem Trainer der Kragen. Eine aus seiner Sicht falsche Entscheidung kommentierte Stefan Ruthenbeck mit einer Scheibenwischer-Handbewegung in Richtung des vierten Offiziellen. Daraufhin wurde er in der 70. Minute von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus auf die Tribüne verbannt.

Mit solchen Vorkommnissen wird sich FC-Sportchef Armin Veh in der nächsten Saison nicht mehr herumärgern müssen. In der 2. Liga gibt es den Video-Assistenten nicht. Obwohl der FC in den Spielzeiten vor der letztjährigen Einführung des Video-Assistenten von Unparteiischen teils krass (Andreasen-Handspiel) benachteiligt worden war, wünschen sich viele Fans ein Ende der seltsamen Einflussnahme durch die in einem Kölner Fernsehraum sitzenden Schiedsrichter.

Doch nicht nur in Deutschland gibt es an jedem Wochenende kuriose und heftig diskutierte Entscheidungen sowie wütende Proteste der Fans. In Australien wurde am Wochenende die Meisterschaft durch ein krasses Fehlurteil des Video Assistant Referee (VAR), so die internationale Bezeichnung des Video-Assistenten, entschieden.

Ein Treffer, der Melbourne Victory den 1:0-Finalsieg gegen die Newcastle Jets und damit den vierten Titelgewinn bescherte (nachdem man in der normalen Meisterschaftsrunde nur Vierter geworden war), wurde anerkannt, obwohl drei Spieler im Abseits standen. Der VAR aber entschied anders – warum auch immer. Als Begründung erklärte der Fußballverband, die Software des von der Firma Hawkeye betriebenen Systems sei ausgefallen, dem Video-Assistenten hätten keine oder nicht ausreichend Kamerabilder vorgelegen . . .

Scheibenwischer-Bewegung von Ruthenbeck

Vor solch einem Szenario, womöglich am letzten Spieltag, wenn es in der Bundesliga noch um die Vergabe von Startplätzen in der Champions League und der Europa League sowie um den Verbleib in oder den Abstieg aus der Bundesliga geht, zittern alle Beteiligten und die unbeteiligten, aber interessierten Zuschauer.

Auf der Internetplattform „wahretabelle.de“ werden alle den Spielausgang verändernden Fehlentscheidungen eingerechnet. Danach wäre der 1. FC Köln mit vier Punkten mehr (26 statt 22) dennoch abgestiegen. Davor stünden die Freiburger (29), denen vier Punkte abgezogen würden, davor wiederum der Hamburger SV (30/+2), der VfL Wolfsburg (32/+2) sowie die Hannoveraner (33/-6).

Für Stefan Ruthenbeck wird es bei der Verbannung auf die Tribüne voraussichtlich nicht bleiben. Dabei war seine Aufregung unberechtigt. Zwar war Simon Terodde im Strafraum von Niklas Süle etwas gehalten worden, doch dass der Stürmer deshalb zu Boden sank, war nicht notwendig. Der FC-Trainer schäumte jedenfalls, machte die Scheibenwischer-Bewegung vor seinem Gesicht, erklärte aber nach der Partie reumütig: „Dafür entschuldige ich mich. Das macht man nicht.“ Jetzt droht ihm noch eine Geldstrafe durch den DFB.

Zu Recht aufregen konnte sich der Trainer in der 89. Minute, als Claudio Pizarro beim Torschuss gezogen und so behindert wurde. Der Video-Assistent meldete das Vergehen an Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus. Die schaute sich die Szene am Monitor an, blieb aber bei ihrer Meinung, dass es nicht elfmeterwürdig war. Für viele unverständlich.