1. FC Köln

Stefan Müller-Römer folgt auf Werner Spinner

KÖLN. Stefan Müller-Römer tritt die Nachfolge von Werner Spinner beim 1. FC Köln an. Der 50-Jährige wurde am Montagabend einstimmig vom Mitgliederrat entsendet.

Seit dem Montagabend verfügt der 1. FC Köln wieder über einen dreiköpfigen Vorstand. Stefan Müller-Römer komplettiert das Gremium, nachdem am letzten Mittwoch Werner Spinner seinen Rückzug als Präsident angekündigt hatte.

Laut Vereinssatzung musste der zwölfköpfige Mitgliederrat eines seiner Mitglieder in den Vorstand entsenden. Bei der Sitzung am Montagabend im Geißbockheim wählte das Gremium seinen Vorsitzenden in den Vorstand. Bis zur Mitgliederversammlung am 8. September, wenn turnusmäßig die Vorstandswahl ansteht, wird Stefan Müller-Römer zusammen mit Markus Ritterbach und Toni Schumacher die Amtsgeschäfte führen.

Strittig war im Vorfeld, ob der Kölner Fachanwalt für Urheber-und Medienrecht für die nächsten sechs Monate auch Interimspräsident wird. Während man im Mitgliederrat diese Ansicht vertrat, waren die FC-Juristen anderer Meinung. Dazu stellte Stefan Müller-Römer aber klar: „Das ist nicht so wichtig und muss nicht entschieden werden. Wichtig ist es Ruhe in den Verein zu bringen und den Aufstieg zu realisieren. Es geht nicht um persönliche Eitelkeiten.“

Für die Vorstandsarbeit sei es unerheblich, ob in den nächsten Monaten ein Präsident das Gremium anführe, oder ob drei gleichberechtigte Mitglieder die Arbeit verrichten, vertrat ein Vereinssprecher die gleiche Meinung wie das neue Vorstandsmitglied. Auch die Höhe der Vergütung dürfte letztlich keine Rolle dabei spielen. Die Vize-Präsidenten erhalten pro Jahr 100.000 Euro, ein Präsident 150.000 Euro. Werner Spinner verzichtete allerdings auf diese Zahlung.

Dass im Mitgliederrat die Wahl auf Stefan Müller-Römer fiel, war keine Überraschung mehr. Zwar hatte Vizepräsident Markus Ritterbach einmal den ehemaligen Hürther Bürgermeister Walther Boecker ins Gespräch gebracht, doch besaß der Anwalt die größere Erfahrung für das Amt. Schließlich arbeitete er seit sechs Jahren als Vorsitzender des Mitgliederrates im Gemeinsamen Ausschuss mit dem Vorstand zusammen.

Nun wird er zunächst für die Dauer eines halben Jahres im Vorstand mitarbeiten, in jenem Gremium, dessen Kontrolle ihm bisher als Teil des Mitgliederrates oblag. In dem wird sein Stellvertreter Carsten Wettich kommissarisch den Vorsitz übernehmen. Walther Boecker wird das Gremium als Vize im Gemeinsamen Ausschuss mit vertreten.

Müller-Römer will Verein in ruhiges Fahrwasser lenken

Ausscheiden muss Stefan Müller-Römer durch seine neue Aufgabe aus der Findungskommission, die im Sommer eine Vorstands-Mannschaft den Vereinsmitgliedern für die Wahl vorschlägt. Für den neuen Vorstand wird Stefan Müller-Römer nicht kandidieren, weder als Präsident noch als Vize, sagte er am Montagabend. 

So streitbar der neue Vorstand sich zuweilen auftrat, so versöhnlich gab er sich in einer Erklärung zu seiner Entsendung ins Präsidium: „Ich möchte zusammen mit den beiden Vizepräsidenten Markus Ritterbach und Toni Schumacher den Verein wieder in ruhiges Fahrwasser lenken. Daran werde ich mit meiner ganzen Kraft mitarbeiten.“

Die Vereinsmitglieder hatte der kritische Geist in ihrer Meinung über seine Person in der Vergangenheit immer wieder gespalten. Stefan Müller-Römer polarisiert. Er versteht es, seine Argumente gezielt und mit klaren, kühlen Worten auf den Punkt zu bringen. Von Emotionen lässt er sich selten leiten. Das begrüßen die einen, das werten andere als Zeichen von Machtstreben. Jetzt gab er sich dagegen sehr konziliant.

Sein Engagement für die FC-Mitglieder war bislang stets erfolgreich. 2010 war er Mitbegründer der Initiative FC-reloaded, die sich am Ende der Präsidentschaft von Wolfgang Overath als Opposition zum Präsidium verstand und für mehr Mitspracherecht einsetzte. Mit Werner Spinner pflegte er nach dessen Wahl zunächst ein gutes Miteinander, bevor die beiden Alpha-Tiere zu Gegnern wurden.

Nun wird der Anwalt sechs Monate lang zeigen können, wie verantwortungsbewusst er mit seiner neuen Rolle umzugehen versteht. Dabei wird er in stärkerem Maße als bisher mit den Geschäftsführern Alexander Wehrle und Armin Veh zusammenarbeiten. Letzterer hatte ihn als „den mit dem Doppel-Namen“ und als „unerträglich“ bezeichnet. Die Verärgerung des Sportchefs ging darauf zurück, dass Stefan Müller-Römer sich als Mitglied des Gemeinsamen Ausschusses bei einer Abstimmung über die Verpflichtung von Simon Terodde seiner Stimme enthalten hatte. Angesichts der 26 Treffer des Torjägers nimmt der neue Vorstand das mittlerweile mit Humor.