Mitgliederversammlung in der Lanxess Arena

Rückschlag für das Präsidium des 1. FC Köln

KÖLN. Die Mitternächtliche Wahl mit 4700 Teilnehmern fand in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag statt. Es gab einen Rückschlag für das Präsidium des 1. FC Köln.

Trotz knapp siebenstündiger Dauer nahmen bei der jüngsten Mitgliederversammlung des 1. FC Köln noch mehr als 4700 – rund drei Viertel der ursprünglich etwa 6400 in die Lanxess-Arena gekommenen Vereinsangehörigen – nach über fünfstündiger Debatte an der Wahl des Mitgliederrates teil und sorgten dabei für eine Überraschung.

Denn lediglich zwölf der 41 Kandidaten (siehe Infobox) erhielten mehr als 50 Prozent Ja-Stimmen und waren somit gewählt. Drei Sitze im Gremium bleiben in den nächsten drei Jahren frei. Neun der bisher 14 Mitgliederräte schafften die Wiederwahl. Mit mehr als 64 Prozent auch Stefan Müller-Römer, der Vorsitzendes des alten Mitgliederrates. Im Vorfeld war spekuliert worden, dass er womöglich an der 50-Prozent-Hürde scheitern könnte.

Bei seinen Redebeiträgen und in seiner Körpersprache trat der Rechtsanwalt jedoch äußerst verbindlich auf. Er äußerte sich klar in der Sache, betonte die Kontrollfunktion des Gremiums gegenüber dem FC-Vorstand und rief dann zur Verbesserung des Zusammengehörigkeitsgefühls auf. Das taten auch andere Vereinsvertreter, das wurde aus dem Mitgliederkreis gefordert. Einiges sei aber auch gut gelaufen, „und mit der neuen Mannschaft und dem Trainer müssen wir Geduld haben“.

Meinung von Armin Veh

Das war auch die Meinung von Sportchef Armin Veh. Der sieht die Mannschaft auf einem guten Weg. Von seinem eigenen lasse er sich nicht abbringen. Mit Stefan Müller-Römer, den er vor Wochen despektierlich als „den mit dem Doppelnamen“ bezeichnet hatte, habe er sich ausgesprochen. Das bestätigte sich nicht zuletzt darin, dass sich die beiden auf dem Podium sogar duzten.

Nicht infrage komme für ihn eine Präsidentschaftskandidatur im kommenden Jahr, sagte Stefan Müller-Römer auf Nachfrage. Es wäre pikant gewesen, denn dann hätte er sich selbst zur Wahl vorschlagen müssen. Schließlich ist es Aufgabe des Rates, eine solche Empfehlung für die Versammlung bis zum 15. August vorzubringen.

Das jetzige Präsidium mit Werner Spinner und seinen Stellvertretern Markus Ritterbach und Toni Schumacher hatte einen Antrag eingebracht, diese Frist auf den 31. Mai vorzuziehen. Dadurch wäre es für mögliche Gegenkandidaten leichter geworden, die drei Prozent der Stimmen (derzeit rund 2400) zu sammeln, die notwendig sind, um aufgestellt zu werden. Der Antrag wurde aber abgelehnt; er scheiterte an der notwendigen Zweidrittel-Mehrheit.

Abgelehnter Antrag zu Pullovern

Einer der ebenfalls abgelehnten Anträge beschäftigte sich mit jenem begehrten Kapuzenpullover, den erneut jedes Mitglied geschenkt bekam, das bis zum Sitzungsende ausharrte. Der Antragsteller hatte grundsätzlich die Rechtmäßigkeit der Verteilaktion angezweifelt und eine Wiederholung in Zukunft verhindern wollen.

Die juristische Erlaubnis einer Belohnung für Mitglieder mit ausreichend Sitzfleisch bei dieser Versammlung hatte der Verein bereits im Vorfeld eingeholt und einen Wettanbieter, der neuer Sponsor des 1. FC Köln ist, als Geldgeber gefunden.

Nachdem es den ganzen Abend über störende „Hoodiiiiiiiie“-Rufe nach dem Pullover gegeben hatte, kam es kurz vor der Wahl des Mitgliederrates zu einem Eklat. Nicht identifizierte Mitglieder versuchten, mit nachgemachten Pullovern andere Mitglieder ins Foyer zu locken. Ziel war offenbar, mit Tumulten wegen der noch nicht verteilten Pullover die Wahl zu stören. Ordner bereiteten dem Spuk ein Ende.

Weit nach Mitternacht war die Versammlung um 1.36 Uhr beendet, und die Mitglieder, die bis dahin geblieben waren, erhielten beim Verlassen der Arena ihre ersehnten Kapuzenpullover.