1. FC Köln

Probleme mit Spielberechtigung von Modeste

Wartet auf seine Spielberechtigung: Anthony Modeste.

Wartet auf seine Spielberechtigung: Anthony Modeste.

Köln. Der 1. FC Köln muss auch beim Auswärtsspiel gegen Regensburg auf Anthony Modeste verzichten. Der Weltfußballverband hat dem Franzosen noch keine Spielerlaubnis erteilt.

Es ist schon verrückt. Da hat der 1. FC Köln ein schweres Auswärtsspiel in der 2. Fußball-Bundesliga bei Jahn Regensburg (Freitag, 18.30 Uhr/Sky) vor der Brust, und tags zuvor dreht sich fast alles um einen Spieler, der gar nicht spielen wird – mal wieder. Eines ist wohl sicher: Mit der Rückkehr von Anthony Modeste haben sich die Kölner nicht nur die Dienste eines Topstürmers gesichert, sondern auch ein Abonnement auf ganz viel Theater drum herum.

Als am Donnerstagvormittag die Meldung durchsickerte, dass der Weltfußballverband noch am gleichen Tag ein Urteil im Fall Modeste fällen würde, gab es sofort Spekulationen darüber, dass der Franzose noch für die Partie in Regensburg eine Spielberechtigung erhalten könnte. Das wäre aber sehr weit hergeholt. Denn zunächst einmal entscheidet die Fifa darüber, ob Modestes wegen ausstehender Prämienzahlungen in Höhe von angeblich 30 Millionen Euro zurecht gegen seinen letzten Arbeitgeber Tianjin Quanjian klagt und damit auch seine Kündigung des Vertrags beim chinesischen Erstligisten rechtsgültig ist. Erst wenn dieses Urteil ergangen ist, entscheidet die Fifa gesondert über eine Spielberechtigung für den 30-Jährigen. Der erste Antrag, den der FC am 19. November nach Zürich geschickt hatte, ist demnach hinfällig.

Wenn die Fifa nun in Modestes Sinne entscheidet, schickt der FC am kommenden Montag einen neuen Antrag auf Spielberechtigung in die Schweiz. Die Berechtigung dürfte dann zügig erteilt werden. Im anderen Fall müsste Modeste vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen und die Kölner bis zum Beginn der nächsten Transferperiode am 1. Januar 2019 warten, um erneut eine Spielberechtigung zu beantragen. Fakt ist, dass Anthony Modeste erst mit der eingehenden Spielberechtigung Anspruch auf sein Gehalt beim FC hat. Der Franzose hat bei den Geißböcken einen Profivertrag bis 2023 unterschrieben. Nach Informationen dieser Zeitung soll den Kölnern das Fifa-Urteil am Freitag zugestellt werden.

Schwere aber lösbare Aufgabe

Wichtiger als diese Entscheidung dürfte dem FC sicher das Spiel am Abend sein. Wie befürchtet muss Trainer Markus Anfang dabei auf zwei weitere Stammkräfte verzichten. Die angeschlagenen Louis Schaub und Marco Höger traten die Flugreise nach Bayern nicht mit an. Für das Duo rückten Matthias Bader und Matthias Lehmann in der 18er-Spieltagskader. Mit dabei ist auch Rechtsverteidiger Benno Schmitz, dessen Einsatz aufgrund einer Knöchelprellung fraglich war.

Markus Anfang kann bei den seit zehn Spielen ungeschlagenen Regensburgern in der defensiven Dreierkette auf seine zuletzt zweimal in Folge ohne Gegentor gebliebene Formation mit Schmitz, Jorge Meré und Raffael Czichos zurückgreifen. Für Höger dürfte Salih Öczan auf der Sechs auflaufen, für Schaub heißen die Alternativen Vincent Koziello und Niklas Hauptmann. „Regensburg spielt aggressiv und geht gut ins Gegenpressing. Ein Team, das zusammengewachsen und schwer zu bespielen ist. Es wird eine schwere, aber lösbare Aufgabe für uns“, erklärte Anfang.

Für den Tabellenzehnten, der mit einem 5:0 beim Hamburger SV für eine der Sensationen im bisherigen Saisonverlauf gesorgt hat, ist das Spiel ein Highlight: „Es freut mich, dass ein Club wie Jahn Regensburg ein Ligaspiel gegen einen Club wie den 1. FC Köln hat“, sagte Achim Beierlorzer. Der Jahn-Trainer, aus dessen kompakter Teameinheit Torjäger Marco Grüttner (Treffer) herausragt, kündigte dem Favoriten aber auch einen heißen Kampf an: „Wir wollen denjenigen, der bei Köln am Ball ist, stressen und ihn zu zweit oder zu dritt attackieren. Wenn wir dann die Bälle erobern, muss es schnell und mit viel Zug nach vorne gehen.“ Das hört sich alles nach Fußball an und gar nichts nach Theater um einen Spieler, der nicht spielt.

Voraussichtliche Aufstellungen: Regensburg: Pentke; Saller, Correia, Sörensen, Nandzik; Geipl, Fein; George, Adamyan; Grüttner, Al Ghaddioui. – Köln: T. Horn; Schmitz, Meré, Czichos; S. Özcan; Risse, J. Horn; Koziello, Drexler; Cordoba, Terodde.