Rückkehr von Osako und Bittencourt

Mehr Qualität für die Offensive des 1. FC Köln

Über sich hinauswachsen: Das wollen Yuya Osako (links) und Leonardo Bittencourt im Saison-Endspurt.

Über sich hinauswachsen: Das wollen Yuya Osako (links) und Leonardo Bittencourt im Saison-Endspurt.

KÖLN. Beim 1. FC Köln sind Yuya Osako und Leonardo Bittencourt wieder einsatzfähig. Der Tabellensiebte ist in puncto Chancenverwertung überraschend Nummer eins der Liga.

So wenig wie beim Derby in Köln hatte Yann Sommer in dieser Saison selten zu tun bekommen. Letztlich kam der Ball nur zwei Mal gefährlich auf sein Tor – war aber beide Mal drin. Da er und seine Gladbacher am Ende dennoch mit 3:2 gewannen, hielt sich der Ärger des Schweizer Nationaltorhüters in Grenzen. Anders als bei den Kölnern, die sich trotz enormer Effektivität nicht freuen durften.

Seit diesem 28. Spieltag sind sie die Mannschaft mit der höchsten Effizienz. Nach der Berechnung des Fachmagazins Kicker kommt die Mannschaft von Peter Stöger auf eine Chancenverwertung von 34,2 Prozent. Damit ist sie die Nummer eins der Liga vor Werder Bremen (33,8), Bayern München (33,2) und dem SC Freiburg (33,0). Aus 120 Torchancen erzielten die Kölner 41 Treffer.

Vor einem Jahr bot sich noch genau das gegenteilige Bild: Zwar kreierte der FC 151 Chancen in den ersten 28 Spielen, nutzte allerdings nur 29, womit man auf eine Chancenverwertung von lediglich 19,2 Prozent kam. Damit war die Stöger-Elf damals Letzter der Bundesliga-Rangliste.

Zurückzuführen ist dieser Unterschied vor allem auf Torjäger Anthony Modeste. Der nutzt seine Möglichkeiten mit großer Sicherheit und war bereits 23 Mal erfolgreich. Er allein erzielte 56 Prozent der Kölner Tore.

Was in der jüngeren Vergangenheit trotz der guten Leistungen von Milos Jojic (zwei Treffer und eine Vorlage in den letzten drei Spielen) fehlte, war weitere Offensivqualität. Die könnte beim Spiel am Ostersamstag in Augsburg zurückkehren. Sowohl Yuya Osako (fünf Tore, vier Vorlagen) als auch Leonardo Bittencourt (ein Tor, vier Vorlagen bei nur zehn Einsätzen) sind offenbar wieder fit.

Der Japaner kehrte in der zweiten Halbzeit des Derbys zurück, nachdem er sich vor drei Wochen im WM-Qualifikationsspiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Knieverletzung zugezogen hatte. Bittencourt hatte sich im Spiel zuvor gegen Frankfurt zurückgemeldet. Dabei verausgabte sich der Außenstürmer nach seiner fast zweimonatigen Zwangspause wegen eines Sehnenanrisses derart, dass er in den Tagen danach sein Trainingspensum zurückschrauben musste.

Um keine neuerliche Verletzung zu riskieren, verzichtete er in Rücksprache mit seinem Trainer auf eine Nominierung für das Derby. Im Gegenzug meldete sich Osako früher als gedacht einsatzfähig zurück.

„Es ist nicht so, dass wir als Trainerteam Druck auf jene Spieler ausüben würden, die sich im Aufbautraining befinden, um möglichst schnell zurückzukehren. Die Jungs wollen angesichts unserer Ausfälle einfach nur helfen. Dabei ergibt sich dann manchmal so etwas Überraschendes wie jetzt die ungeplante Rückkehr von Yuya“, erläuterte Peter Stöger.

Als hängender zweiter Stürmer neben Anthony Modeste leistete der japanische Nationalstürmer gute Arbeit als Verbindungsmann zwischen Defensive und Angriff. Mit seiner Rückkehr dürfte die FC-Offensive schwerer auszurechnen sein. Zudem verfügt der 26-Jährige über eine außerordentliche Ballbehauptung – ein Merkmal, das in den jüngsten FC-Spielen vermisst wurde.

Im Zusammenspiel mit dem erstarkten Jojic könnte das Offensivspiel des Tabellensiebten belebt werden. Der Serbe sieht bei sich Steigerungspotenzial. „Das möchte ich auch zeigen. Meine Torbeteiligungen haben mir gut getan, aber am wichtigsten ist natürlich der Erfolg der Mannschaft. Dafür möchte ich alles tun“, sagte Jojic.