Mit Wehmut und Stolz

Maroh verabschiedet sich von Fans des 1. FC Köln

Der 1. FC Köln ist ihm eine Herzenssache: Dominic Marohs tränenreicher Gruß vor der Südtribüne.

Der 1. FC Köln ist ihm eine Herzenssache: Dominic Marohs tränenreicher Gruß vor der Südtribüne.

KÖLN. Abwehrspieler Dominic Maroh verabschiedet sich nach dem 1:3 gegen Bayern München von den Fans des 1. FC Köln.

Dominic Maroh verlor den Kampf gegen die Tränen vor der Südtribüne des Kölner Stadions. Nach dem 1:3 (1:0) gegen Meister Bayern München sorgten die Fans erst mit dem „Veedel“-Lied für allgemeine Gänsehautstimmung unter den 50 000 Zuschauern, um dann ihren Doppelpack-Helden vom 2:1-Sieg 2015 in Leverkusen minutenlang mit Sprechchören und dem Banner „Dominic Maroh – Derbyheld op ewig“ persönlich zu würdigen.

„Es war eine Achterbahnfahrt. Es ist etwas Besonderes, wenn die Fans das honorieren, was man gegeben hat in den sechs Jahren. Ich habe immer alles rausgehauen“, erklärte der Innenverteidiger nach dem 156. Spiel im Geißbocktrikot. Dann gab er einen tiefen Einblick in sein Seelenleben: „Es war eines der schönsten und traurigsten Gefühle zugleich, weil Wehmut und Stolz sich getroffen haben.“

Traurig vor allem deshalb, weil sich der Slowene nach sechs Jahren in Köln mit dem Abstieg verabschieden muss. „Dieses Ende ist der brutalste Absturz, den man haben kann. Nach all den guten Jahren hier hätte ich mich gerne erfolgreicher verabschiedet.“ Und auch traurig, weil Maroh bei der Wiedergutmachung nicht helfen darf. Sportchef Armin Veh plant womöglich auch vor dem Hintergrund der vielen Verletzungen Marohs in den beiden vergangenen Jahren nicht mehr mit dem gebürtigen Nürtinger. Da half auch keine Online-Petition der Fans. Wohin Maroh geht, ist noch offen.

„Ich hätte das gerne mit repariert. Aber der Verein hat eine andere Idee und das muss ich respektieren. Es tut schon weh, wenn man weiß, dass man in zehn Tagen das letzte Mal am Geißbockheim aufschlägt.“

So stand er da und kämpfte nach dem sportlich bedeutungslosen Duell zwischen Absteiger und Meister gegen die Tränen, als er sich an die schönen Dinge seiner Kölner Zeit erinnern sollte. „Ich war ja in der ruhigen Zeit hier, als wir unter Peter Stöger fünf Jahre lang eine erfolgreiche Ära geprägt haben. Es war unfassbar harmonisch. Umso schlimmer, was im vergangenen Jahr passiert ist.“ Geprägt haben Maroh vor allem die Freundschaften, die er in seiner FC-Zeit schließen konnte. Allen voran die mit Torwart Timo Horn: „Das ist eine besondere Freundschaft, wenn man sogar zusammen Urlaub macht und alles teilt. Das ist mir wichtiger als alles andere.“

Kumpel Horn wird es nicht anders ergehen. Der 24-Jährige streifte sich nach Spielschluss ein Trikot mit der Nummer fünf über und freute sich für seinen Freund: „Ich habe darauf gehofft, dass die Fans ihm einen schönen Abschied bereiten. Diesen Moment nach dem Spiel wird er so schnell nicht vergessen. Er ist damals aus der ersten Liga zu uns in die zweite gewechselt, ist mit uns bis nach Europa gegangen. Das haben die Fans honoriert.“

Es war ein würdiger Abschied für Maroh trotz der Niederlage gegen die Bayern, die das letzte Auswärtsspiel von Jupp Heynckes als Bundesliga-Trainer nach einer müden ersten Hälfte durch Tore von James (59.), Robert Lewandowski (61.) und Corentin Tolisso (78.) souverän drehten. Für die Pausenführung der zunächst beseelt aufspielenden Kölner hatte Niklas Süle mit seinem dritten Saison-Eigentor gesorgt (30.).