1. FC Köln

Keine Strafe für Kritiker Drexler

Erinnert entfernt an Fußball: Dynamos Erich Berko (oben) im Zweikampf mit Kölns Jonas Hector.

Erinnert entfernt an Fußball: Dynamos Erich Berko (oben) im Zweikampf mit Kölns Jonas Hector.

Dresden/Köln. Der FC-Stürmer muss nach seiner brisanten Aussage zum Rapport bei Sportchef Armin Veh. Trainer Markus Anfang kanzelt seine Spieler nach der 0:3-Niederlage in Dresden ab.

Der strahlende Sonnenschein und die Festtagslaune am Ostermontag beim Renntag auf der Kölner Galoppbahn mochten nicht so recht zur Stimmung bei Spielern und Verantwortlichen des 1. FC Köln passen, unter dessen Patronat die Veranstaltung stand. Denn bei den Fußballern hing nach der 0:3-Pleite in Dresden der Haussegen schief. Schließlich hatten die Profis bei einer Kellermannschaft der 2. Liga, die zuvor in diesem Jahr erst ein Spiel gewonnen hatte, einen sportlichen Offenbarungseid geleistet.

Noch schwerer wog, was Dominick Drexler anschließend sagte. „Das machen die Stars“, rief der Offensivspieler den Journalisten zu, die ihn um eine Erklärung zur eigenen Leistung und zu der seiner Mitspieler gebeten hatten.

Wen der im letzten Sommer verpflichtete Offensivspieler damit meinte, darüber kann nur spekuliert werden. Sich selbst schloss er aus dem illustren Spielerkreis aus. Wobei seine sportlichen Leistungen angesichts von neun Treffern und 15 Torvorlagen bislang durchaus denen eines Führungsspielers entsprachen. Das sieht auch Armin Veh so. Wer über die gesamte Spielzeit hinweg seine Leistung bringe, der dürfe auch einmal seinen Mund aufmachen, meinte der Sportchef.

Rafael Czichos wird schwindelig gespielt

In dessen Büro musste Dominick Drexler nach der Übungseinheit am Montagmorgen die Aussage vom Vortag erklären. Weil er beteuert habe, dass er mit seiner Aussage keinen Mitspieler habe angreifen wollen, war das Thema für Veh gegessen. Zumal der 28-Jährige im Allgemeinen zu jenen Spielern gehört, die sich auch nach negativen Auftritten der FC-Truppe den Medienvertretern zum Gespräch stellen. Dabei ist der Angreifer dafür bekannt, dass er klare Worte findet und auch Probleme deutlich anspricht.

Das kann auch einmal in Form eines Wutausbruchs der Fall sein, wie nach dem 4:4 in Duisburg. Laut schimpfend rannte er da in Richtung Kabine. Nach dem folgenden 1:1 im Spitzenspiel gegen den Hamburger SV gab er in der Medienrunde zu Protokoll: „Wir sollten kritischer miteinander umgehen. Als Spitzenmannschaft, die wir sein wollen, darf man solche Spiele nach einer Führung nicht mehr hergeben.“

Zu der kam es in Dresden gar nicht erst. Bereits in der zwölften Minute brachte Erich Berko die Gastgeber in Front, nachdem sich Rafael Czichos und Jorge Meré beim Abwehrversuch im Mittelfeld gegenseitig umgelaufen hatten. Das war symptomatisch für den Kölner Auftritt, bei dem sich die Spieler des Tabellenführers selbst im Weg standen.

„Niemand hat Normalform erreicht. Es hat an allem gefehlt“, kanzelte Trainer Markus Anfang seine Spieler ab, nachdem er es ihnen bereits nach dem Schlusspfiff auf dem Platz mit auf den Heimweg gegeben hatte. Auch am Ostermontag war dieses Thema noch einmal Gegenstand der Spielaufarbeitung. Dabei wurde den Spielern mit Videosequenzen nochmals vor Augen geführt, welch anfängerhafte Fehler sie sich gegen eine Mannschaft geleistet hatten, die im Hinspiel mit 8:1 vom Kölner Rasen gefegt worden war.

Den lustlos wirkenden Auftritt mochte der Trainer nicht darauf zurückführen, dass seine Spieler zu selbstherrlich gewesen seien. Vielmehr hätten sie „überdreht, und sind nicht mehr ins Spiel gekommen“.

Eine Klage wie die von Dominick Drexler mochte der Trainer nicht hören: „Es braucht keiner auf den anderen zu zeigen. Jeder muss sich an die eigene Nase packen, und jeder muss überlegen, was er da gespielt hat.“

Einer der wenigen, die sich den Medien stellten, war der sonst so zweikampfstarke Rafael Czichos, der diesmal von den Gegnern schwindelig gespielt wurde. „So eine Leistung abzurufen, ist eine Frechheit“, geißelte er sich und seine Kollegen. Man sei gedanklich immer einen Schritt zu spät gekommen. So unkonzentriert könne man gegen keinen Gegner bestehen. Wichtig sei jetzt, die Köpfe wieder frei zu bekommen, sich aufzurichten und es am Freitagabend gegen Darmstadt wesentlich besser zu machen.

Bis dahin hofft Timo Horn, wieder gesund zu sein. Der Torhüter und Rennpferdbesitzer konnte wegen eines Infekts nicht am Ostermontag mit den Kollegen zum Galopprenntag gehen.