1. FC Köln

Köln spielt nach Führung 1:1 gegen den HSV

Kölns Jhon Cordoba (l) und Hamburgs Rick van Drongelen kämpfen um den Ball.

Kölns Jhon Cordoba (l) und Hamburgs Rick van Drongelen kämpfen um den Ball.

Köln. Ohne Sieger blieb das Spitzenspiel der 2. Liga. Mit einem leistungsgerechten 1:1 (1:0) trennten sich Spitzenreiter 1. FC Köln und Verfolger Hamburger SV. Gehörte die erste Halbzeit den Hausherren, so trumpften die Gäste im zweiten Spielabschnitt auf.

Die Gastgeber begannen in der erwarteten Aufstellung. Beim Aufwärmen trugen die Spieler weiße Hemden mit dem Aufdruck „Alles jode, Dieter“. Damit grüßten sie den Vater von Markus Anfang. Der 69-Jährige hatte fünf Tage zuvor beim Nachholspiel in Duisburg auf der Tribüne einen Herzinfarkt erlitten. Inzwischen geht es ihm den Umständen entsprechend besser.

Was die Kölner in der ersten Halbzeit den Zuschauern boten, hätte ihm ebenso gefallen wie den 45.000 FC-Fans unter den 50.000 Besuchern im ausverkauften Stadion. Denn der FC gab von Beginn an Gas, spielte geradlinig nach vorne und war meist geordnet in der Rückwärtsbewegung.

Bereits 40 Sekunden nach dem Anpfiff bot sich Simon Terodde die erste Torschussmöglichkeit, doch der Ball wurde zur Ecke abgeblockt. Bis die Partie beginnen konnte, hatte es allerdings fast vier Minuten länger als geplant gedauert. Denn im HSV-Block wurde immer wieder Pyrotechnik abgebrannt. Zudem schoss man Feuerwerkskörper ab, die über dem Spielfeld explodierten.

Als die Begegnung dann endlich beginnen konnte, dominierten die Hausherren mit ihrem druckvollen Spiel. Im Mittelpunkt stand immer wieder HSV-Schlussmann Julian Pollersbeck, der starke Abwehrleistungen zeigte. Zeitweise gab es ein Scheibenschießen in Richtung seines Tores, wobei so mancher Schuss in der vielbeinigen HSV-Abwehr gestoppt wurde.

Angriffe brachten keinen Erfolg

Da die Angriffe aus dem Spiel heraus keinen Erfolg brachten, musste wieder einmal eine Standardsituation helfen, den FC in Führung zu bringen. Nach einer Ecke von Johannes Geis von rechts verlängerte Marco Höger den Ball zum zweiten Pfosten, wo Dominick Drexler in Position lief und aus zwei Metern den Ball vor zwei Hamburgern eindrückte. Es war bereits der neunte Saisontreffer des Offensivspielers.

Danach versuchten die Kölner die defensiv eingestellten Gäste etwas aus der Reserve zu locken, worauf die sich aber kaum einließen. So blieben vielversprechende Torraumszenen aus.

Pech hatte Christian Clemens kurz vor der Pause, als er verletzt ausgewechselt werden musste. Eine Diagnose stand bei Spielende noch aus, aber vermutlich zog sich der Rechtsaußen eine Knieverletzung zu. Für ihn kam – wie schon in der Vorwoche in Duisburg, als sich Clemens eine Muskelverletzung zuzog – Marcel Risse in die Partie.

Während der Anfangsphase der zweiten Halbzeit gingen die Hamburger etwas mehr ins Risiko und wagten sich häufiger zum Kölner Strafraum vor. Eine gute Möglichkeit für Bakery Jatta nach einer scharfen Hereingabe vereitelte der aufmerksame Jorge Meré (53.). Kurz danach war Timo Horn schneller am Ball als der HSV-Spieler.

Anfällig für Konter

Der verstärkte Offensivdruck machte die Norddeutschen anfällig für Konter. Einen solchen stoppte Gideon Jung (62.) durch ein taktisches Foul an Florian Kainz. Eine Aktion, die eigentlich eine Gelbe Karte bedeutet hätte. Da der Mittelfeldspieler bereits verwarnt war, hätte es einen Platzverweis geben müssen. Schiedsrichter Robert Hartmann aber ließ die Kunststoffkärtchen in den Taschen.  

Der HSV drängte weiter, der FC zog sich immer mehr zurück. Entlastung fand kaum noch statt. Schließlich wurde Torjäger Terodde aus der Partie genommen und Lasse Sobiech eingewechselt. Für ihn wechselte Marco Höger vor die Abwehr neben Johannes Geis, um das Mittelfeld zu stabilisieren.

Doch der Schuss ging nach hinten los. Ebenfalls nach einer Ecke bekamen die Gastgeber den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Von Sobiech prallte er dem eingewechselten Regionalliga-Mittelstürmer Manuel Wintzheimer vor die Füße, der zum verdienten 1:1 (85.) traf.

Köln: T.Horn; Meré, Höger, Czichos; Geis; Clemens (43. Risse), Drexler, Hector, Kainz; Cordoba (81. Modeste), Terodde (73. Sobiech)

Hamburg: Pollersbeck; Sakai (81. Wintzheimer), Lacroix, van Drongelen, Douglas Santos; Jung (64. Vagnoman), Janjicic; Narey, Mangala, Jatta; Özcan

SR: Hartmann (Wangen).

Tore: 1:0 Drexler (26.), 1:1 Wintzheimer (85.)

Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Terodde, Kainz, Hector, Meré – Jung, van Drongelen, Wintzheimer.