"Hier ist jeden Tag Karneval"

Interview mit Anthony Modeste zu seiner Rückkehr

Winkend begrüßt Anthony Modeste die FC-Fans, von denen Hunderte zum Training gekommen waren.

Winkend begrüßt Anthony Modeste die FC-Fans, von denen Hunderte zum Training gekommen waren.

Vor dem ersten Training nach seiner Rückkehr zum 1. FC Köln sprach Anthony Modeste über den Verein, die Menschen in der Domstadt und Angebote aus der Bundesliga.

Begleitet von einem großen Medientross absolvierte Anthony Modeste am Dienstag sein erstes Training nach der Rückkehr zum 1. FC Köln. Zuvor stellte er sich den Fragen der Pressevertreter.

Herr Modeste, wie fühlt es sich an, zurück zu sein?

Anthony Modeste: Es ist gut, wieder bei der Mannschaft zu sein. Aber ich bin ja schon länger zurück, weil ich mit der U21 trainiert habe. Jetzt wird es sein wie früher, weil ich den FC liebe.

Was haben Sie in China vermisst?

Modeste: Meine Familie, die hier in Köln geblieben war. Und dann diese Stadt. Ich mag sie. Hier bin ich gut drauf. Deshalb habe ich meine Entscheidung so getroffen.

Wie war das Wiedersehen?

Modeste: Ganz normal. Es sind ja noch viele Jungs von damals dabei.

Haben Sie mit dem Trainer gesprochen?

Modeste: Natürlich. Er weiß, was zu machen ist. Ich habe ihm angeboten, der Mannschaft meine Erfahrung zur Verfügung zu stellen. Aber ich bin ein normaler Spieler. Der einzige Unterschied ist, dass der FC jetzt einen Stürmer mehr besitzt. Das gibt dem Trainer mehr Möglichkeiten und vielleicht mehr Chancen, Spiele zu gewinnen. Aber man darf die anderen Spieler nicht vergessen.

Wie geht es Ihnen körperlich? Sind Sie noch der gleiche Tony wie vor Ihrem Wechsel?

Modeste: Ich bin immer noch schwarz (lacht). Deswegen bin ich immer noch der gleiche. Was die Fitness anbelangt, so kann man so viel trainieren wie man möchte, doch es fehlt die Spielpraxis. Die möchte ich so schnell wie möglich sammeln.

Wann können Sie Ihr Comeback geben?

Modeste: Ich habe keine Ahnung. Ich bin Fußballer, kein Anwalt.

Wie sehen Sie die Konkurrenz im Angriff?

Modeste: Konkurrenz muss sein. Sonst muss man zu Hause bleiben, wie es bei mir in den letzten drei Monaten war. Dann hat man keine Angst und keinen Druck. Den hat man, wenn man Fußball spielt. Denn heute kannst du ganz oben, morgen ganz unten sein. So ist das Leben. Aber ich denke, ich bin ein cooler Mann (lächelt). Ich mache mir keine Sorgen, und ich hoffe, die anderen auch nicht.

Wie reagierte Ihre Familie darauf, dass Sie wieder für den FC spielen?

Modeste: Mein Sohn Brooklyn ist mit seinen drei Jahren noch etwas zu klein, um es zu begreifen. Erst wenn er mich auf dem Platz spielen sehen wird, wird er es verstehen. Aber meine Tochter Kihanna ist sieben. Sie hat gesagt: Papa, ich will umziehen, aber nicht meine Schule tauschen. Da habe ich gesagt. Okay, das machen wir, denn der Papa spielt wieder für den FC. Da war sie glücklich.

Wie sehr freuen Sie sich auf die Rückkehr zu den Fans im heimischen Stadion?

Modeste: Das macht mich glücklich. Aber Fußball ist sehr schnelllebig. Es wird nicht das gleiche sein wie damals. Ich hoffe natürlich, dass es in anderer Weise schön wird.

Es gab weitere Angebote, auch aus der Bundesliga. War das eine Option?

Modeste: Ich hatte die Möglichkeit, in der Champions League und der Europa League zu spielen. Ich habe mich aber für den FC entscheiden. Und darum spiele ich jetzt in der 2. Liga. Ich habe es nur gemacht, weil ich den FC liebe.

Sie haben einen Vertrag bis 2023 und eine Option, danach für den FC zu arbeiten. Werden Sie Ihre Karriere beim FC beenden?

Modeste: Ich habe immer gesagt, dass ich so lange wie möglich in Köln bleiben möchte. Die Wahrheit kommt immer irgendwann heraus. Noch einmal zu wechseln, wäre schwierig für mich. Den langen Vertrag habe ich abgeschlossen, weil ich etwas Bestimmtes im Kopf habe.

Was lieben Sie am FC und an Köln?

Modeste: Alles! Hier ist jeden Tag Karneval. Keine andere Stadt ist wie Köln. Meine Familie ist hier sehr glücklich. Das bedeutet für mich alles.

Sie schossen den FC in die Europa League. Ist es realistisch, das nochmals zu schaffen?

Modeste: Zuerst müssten wir am Ende dieser Saison aufsteigen. Dann sehen wir mal, was passiert. Wir machen es Schritt für Schritt.