1. FC Köln

Horn: „Auswärtsspiele liegen uns derzeit besser“

Zuletzt gegen Stuttgart mit einem Patzer: Timo Horn.

Zuletzt gegen Stuttgart mit einem Patzer: Timo Horn.

KÖLN. Timo Horn, der Torwart vom Tabellenletzten 1. FC Köln, hat die Hoffnung vor dem Montagsspiel in Bremen noch nicht aufgegeben. Sie spielen gegen den Tabellensiebten.

Wenn die Spieler des 1. FC Köln in dieser Saison eines gelernt haben, dann ist es diese Steh-Auf-Mentalität. Trotz aller Nieder- und Rückschläge hat es die Mannschaft immer wieder geschafft, sich nach nicht gewonnenen Spielen zurückzumelden. „Wir sind es inzwischen gewohnt“, meinte Trainer Stefan Ruthenbeck, „die Jungs haben eben einen guten Charakter.“

So wirkten die Protagonisten in den Trainingseinheiten dieser Woche gewohnt kämpferisch, einsatzfreudig und engagiert, wie man es bei einem Tabellenletzten nicht für möglich halten würde. „Bei all den Nackenschlägen, die wir in dieser Saison hatten, ist das Negative spätestens nach dem freien Tag abgelegt, und man versucht, sich wieder auf die nächste Aufgabe zu fokussieren“, erzählte Torhüter Timo Horn. „Der Klassenerhalt ist ja nach wie vor nicht unmöglich, auch wenn es von Woche zu Woche schwieriger wird.“

Wie Werder Bremen, Auswärtsgegner am kommenden Montag (20.30 Uhr), gehört auch der 1. FC Köln zu jenen Mannschaften, die im Bundesligajahr 2018 bislang ordentlich spielen und in der Rückrundentabelle im Mittelfeld rangieren – Bremen mit zwölf Punkten als Siebter, Köln mit einem Zähler weniger als Neunter.

Schaut man sich die zurückliegenden Ergebnisse und Spielverläufe an, so fällt bei den Rheinländern vor allem eine gewisse Unstetigkeit auf. Von den fünf Heimspielen wurde nur das Derby gegen Mönchengladbach gewonnen. Dabei sowie gegen Augsburg, Hannover und zuletzt gegen Stuttgart ging man jeweils mit 1:0 in Front. Doch außer gegen den Nachbarn reichte das nicht zum Sieg.

Starke Anfangsminuten gegen Stuttgart

Die Führungen gaben den Kölnern nicht die Ruhe und Gelassenheit, weiter das Geschehen zu bestimmen und Chancen zu einem womöglich vorentscheidenden zweiten Treffer zu nutzen. So geschehen auch am letzten Sonntag während der starken 40 Anfangsminuten gegen Stuttgart, als man Ball und Gegner fast permanent im Griff hatte, die Möglichkeiten aber vergab.

Nicht zuletzt haperte es an der Balance zwischen Offensive und Defensive, zwischen gefährlichen Angriffen und diszipliniertem Verteidigen. Trainer Ruthenbeck fordert das Woche für Woche ein, will aber auch nicht zu einer überwiegend defensiv geprägten Spielweise wechseln. „Wir wollen weiter den spielerischen Ansatz wählen, unser Ding durchdrücken“, sagte der 45-Jährige. Was neben der Disziplin in der Defensive zu verbessern sei? Die Konter. Die müssten genauer ausgeführt und effektiver zum Abschluss gebracht werden. Wobei man sich auch dafür nicht zu weit zurückziehen, sondern die Gegner schon im Mittelfeld angreifen wolle. „Wir waren immer gut, wenn wir etwas spielbestimmend waren. Das wollen wir in Bremen wieder versuchen“, verriet der Trainer am Freitag.

Beispielhaft dafür war das Auftreten der Mannschaft in der zweiten Halbzeit in Leipzig. Da wurde der Ball häufig im Mittelfeld erobert und schnell – meist über die Flügel – nach vorne gebracht, um dann für Druck auf den Strafraumbereich der Gastgeber zu sorgen. Am Ende sprang ein überraschender 2:1-Erfolg heraus.

Überhaupt tat sich der FC in diesem Jahr auf fremden Plätzen leichter als daheim. Während in den fünf Heimspielen nur fünf Punkte gewonnen wurden, waren es in den drei Auswärtsspielen sechs Zähler. „Irgendwie liegen uns die Spiele auswärts derzeit etwas besser“, glaubt Timo Horn.