1. FC Köln

HSV kommt mit Personalsorgen nach Köln

Der Siegtorschütze des Hinspiels, Pierre-Michel Lasogga, fehlt dem HSV diesmal.

Der Siegtorschütze des Hinspiels, Pierre-Michel Lasogga, fehlt dem HSV diesmal.

Köln. Nach Hunt und Holtby fällt auch der Hamburger Torjäger Lasogga für das Topspiel aus. FC-Trainer Anfang stehen alle Spieler zur Verfügung.

Auf einen Zuschauerrekord hofft man beim Bezahlsender Sky an diesem Montagabend (20.30 Uhr), wenn es zum Spitzenspiel der 2. Bundesliga zwischen Tabellenführer 1. FC Köln und Verfolger Hamburger SV kommt. Die Bestmarke für ein Zweitliga-Montagspiel liegt bei 505 000 Zuschauern, ohne die nicht registrierbaren Fans in Lokalen. Aufgestellt wurde der Höchstwert im letzten November beim Hinspiel.

FC-Trainer Markus Anfang kann gegen den HSV seine Wunschelf ins Rennen schicken. Ihm stehen nach dem sonntäglichen Abschlusstraining alle Spieler zur Verfügung. Jorge Meré, der gegen Duisburg wegen Adduktorenproblemen aussetzte, ist ebenso fit wie Christian Clemens (Muskelverhärtung).

Ganz anders sieht die personelle Situation beim HSV aus. Eine halbe Mannschaft fällt aus. Besonders schwer dürfte das Fehlen von Pierre-Michel Lasogga wiegen. Der Torjäger (13 der 39 HSV-Treffer) zog sich eine Adduktorenverletzung zu. „Er ist nicht bei hundert Prozent. Dann macht es keinen Sinn“, schloss Trainer Hannes Wolf den Einsatz des Mittelstürmers aus.

Damit wäre die Möglichkeit gegeben, Jann-Fiete Arp einzusetzen. Doch das große Stürmer-Talent erhält keine Chance mehr bei den Profis. Hannes Wolf verbannte ihn in die U21, mit der er am Sonntag beim Abstiegskandidaten VfB Oldenburg spielen musste. Trotz dieses Affronts meinte der Trainer: „Es ist immer so, dass wir es gut mit unseren Spielern meinen. Ich versuche, ihn bestmöglich zu begleiten.“ Allerdings nicht mehr lange. Zum 1. Juli wechselt der 19-Jährige für die festgesetzte Ablösesumme von nur drei Millionen Euro zu Bayern München.

Lewis Holtby ebenfalls verletzt

Mit Lewis Holtby, der sich ebenfalls verletzte, nach fünf Gelben Karten allerdings ohnehin gesperrt ist, fällt außerdem der beste Vorlagengeber der Hamburger aus. Fünf Treffer bereitete er vor. Das ist freilich kein Vergleich zu den besten Kölnern in dieser Kategorie. Dominick Drexler steht bei 15 Vorlagen, Louis Schaub bei einem Dutzend.

Weiterhin fehlt Aaron Hunt wegen der Folgen eines Faszien-Einrisses. Mit dem Kapitän wurden 13 der 15 Siege eingefahren. Mit ihm gab es zwei, ohne ihn fünf Niederlagen. Auch Offensivspieler Hee-Chan Hwang ist nach einem Sehnenanriss nicht einsatzfähig.

Äußerst fraglich ist der Startelfeinsatz von Kyriakos Papadopoulos. Er ist gesund, zeigte aber bei der jüngsten 1:2-Heimpleite gegen Magdeburg Schwächen. Im Training kam er nicht in der A-Elf zum Einsatz; dort erhielt Leo Lacroix den Vorzug. Der Schweizer schaltete beim 1:0-Hinspielsieg Kölns Torjäger Simon Terodde völlig aus. Auf solch eine Leistung hofft Hannes Wolf wohl erneut. Andererseits kam die Leihgabe des AS Saint-Etienne seit Dezember bei drei Kurzeinsätzen nur zu einer Spielzeit von 34 Minuten.

Ob Simon Terodde allerdings von Beginn an spielt, steht nicht völlig fest. Möglicherweise erhält Anthony Modeste den Vorzug vor dem 28-fachen Zweitliga-Torschützen dieser Saison. Seinen Startplatz sicher haben dürfte 16-Tore-Stürmer Jhon Cordoba. In den zehn Spielen dieses Jahres erzielte er neun Treffer, er war in jeder der letzten vier Begegnungen erfolgreich. „Egal, mit wem die Kölner im Angriff spielen, wird es für uns eine große Herausforderung“, meinte Hannes Wolf. Man müsse versuchen, den FC nicht oft zu Torschüssen kommen zu lassen. „Denn wenn sie die haben, treffen sie auch“, womit er auf die Torschussquote von rund 36 Prozent ansprach.