1. FC Köln

FC verfiel gegen Duisburg in alte Mechanismen

Zu wenig: Simon Terodde und der 1. FC Köln konnten mit der Ausbeute in Duisburg nicht zufrieden sein.

Zu wenig: Simon Terodde und der 1. FC Köln konnten mit der Ausbeute in Duisburg nicht zufrieden sein.

Köln. Ungeordnete Defensivarbeit kostete den Zweitligisten aus Köln einen möglichen Sieg in Duisburg. Am Ende reichte es trotz zwischenzeitlicher 4:2-Führung nur zu einem 4:4.

Eigentlich hatten die Verantwortlichen des 1. FC Köln geglaubt, dass die vogelwilden Auftritte ihrer Mannschaft der Vergangenheit angehörten. Zunehmend abgeklärt spielte sie in den vergangenen Wochen, hatte sechs Begegnungen hintereinander gewonnen. Doch ausgerechnet gegen die zuvor das Tabellenende einnehmenden Duisburger fielen die Kölner Spieler in alte Mechanismen zurück. Am Ende reichte es trotz zwischenzeitlicher 4:2-Führung nur zu einem 4:4.

Erklärungen, warum es zu dem Rückfall kam, unterließ man von FC-Seite. Aufgrund des Herzinfarkts von Dieter Anfang, dem Vater von Trainer Markus Anfang, gab es keine Kommentare zum Spielgeschehen.

Doch auch außenstehenden Spielbeobachtern fiel auf, dass der Tabellenführer seine Aufgabe gegen den großen Außenseiter nur phasenweise ernst nahm. Das fing mit dem ersten Rückstand nach 147 Sekunden an und setzte sich beim 1:2 fort, als nach einem Freistoß halbherzig verteidigt wurde. Überhaupt zeigten die Gäste im ersten Spieldurchgang, der wegen großer Verkehrsprobleme um Duisburg herum 15 Minuten später begann, wenig Tempo und Zug zum Tor.

Das änderte sich mit dem Wiederanpfiff. Wie verwandelt attackierten die Kölner, schnürten die Duisburger zeitweise an deren Strafraum ein. Keine neun Minuten dauerte es, um aus dem 1:2-Rückstand eine 4:2-Führung zu machen.

Der spielfreudige Louis Schaub, Jhon Cordoba mit seinem 16. Saisontreffer und Simon Terodde mit Tor Nummer 28 schienen den FC auf die Siegesstraße gebracht zu haben.

Der Schein aber trog, weil die zu diesem Zeitpunkt völlig verunsicherten Gastgeber nicht weiter mit Macht bedrängt wurden. Zwar bot der FC ein optisches Übergewicht, das mit 61 Prozent Ballbesitz und 59 Prozent Zweikampfgewinnen untermauert wurde. Doch kam der MSV zunehmend zu Konterchancen, weil die FC-Profis ungeordnet der Defensivarbeit nachgingen.

Ein Konter nutzte der MSV zum 3:4 (71.), dann patzte Timo Horn bei einem Freistoß, und es stand 4:4. Dabei blieb es, weil in der Nachspielzeit Jonas Hector mit einem Querpass auf Simon Terodde und Rafael Czichos mit einem Kopfball scheiterten.

Vor der Partie war spekuliert worden, welchen Spielern Anfang zwecks Schonung in der Englischen Woche eine Pause gewähren würde. Es waren neben dem verletzten Jorge Meré Johannes Geis und der zuvor in Heidenheim von Beginn an eingesetzte Anthony Modeste. Ihm gegenüber erhielt nun Terodde den Vorzug – was für abergläubische Gemüter nicht gutgehen konnte.

Denn keines der Spiele, in denen er gegen seine Ex-Vereine VfL Bochum (2:3), Union Berlin (1:1 und 0:2) und MSV Duisburg (1:2 und 4:4) zum Einsatz kam, wurde gewonnen. Doch lag es nicht an dem Torjäger, dass es nur zum Remis reichte. Er und sein Kollege Cordoba, die mit 28 und 16 Treffern die Torschützenliste anführen, verwerteten ihre Chancen. Gemeinsam erzielten sie bereits 44 Treffer. Derart viele Treffer gelangen insgesamt nur Paderborn (62) und Kiel (53).

Angesichts von nun zehn Punkten Vorsprung auf die drittplatzierten Berliner könnte Köln frühestens am Ostersonntag beim Gastspiel in Dresden den Aufstieg perfekt machen. Voraussetzung ist, dass der FC dann 13 Punkte Vorsprung auf Platz drei aufweist. Er müsste also gegen den HSV und gegen Dresden drei Punkte mehr gewinnen als Berlin gegen Regensburg und in Fürth.