Vor dem West-Schlager im DFB-Pokal

FC und Schalke mit ähnlichen Problemen

Wieder im Training, nachdem er am Samstag rüde gefoult worden war: FC-Profi Salih Özcan.

Wieder im Training, nachdem er am Samstag rüde gefoult worden war: FC-Profi Salih Özcan.

KÖLN. Das Pokal-Duell am Mittwoch steht im Zeichen von schwachen Offensivreihen. Beide Mannschaften laufen ihren Ansprüchen hinterher. Ex-Nationalspieler Hamann stellt Schalke-Coach Tedesco ein vernichtendes Zeugnis aus.

Der DFB-Pokal macht ihn möglich, den alten West-Schlager zwischen dem 1. FC Köln und Schalke 04 am Mittwochabend (18.30 Uhr/Sky). Beim Bundesliga-Absteiger freut man sich riesig auf das Kräftemessen, beim deutschen Vizemeister hofft man auf eine Kehrtwende nach ausgebliebenen Erfolgsergebnissen sowie der eklatanten Schwäche der Spieler beim Torabschluss.

Mit solchen Problemen schlugen sich auch die Kölner in den letzten drei Begegnungen herum, blieben aber in keinem der zwölf Pflichtspiele dieser Saison ohne Torerfolg. Die Schalker warten dagegen seit 307 Spielminuten auf einen Treffer, haben mit fünf Torerfolgen nach neun Spielen den harmlosesten Angriff der Bundesliga.

Gnadenlos rechnete Dietmar Hamann als Experte von Sky mit den Königsblauen nach dem 0:0 in Leipzig ab. „Das war ein grauenhafter Kick, Fußball zum Abgewöhnen. Die Leipziger waren schlecht, die Schalker waren grauenvoll“, wetterte der dreimalige Europapokalgewinner (mit dem FC Bayern und dem FC Liverpool). Eine Passquote von 56 Prozent sei „unterirdisch. Wenn du jeden zweiten Ball zum Gegner spielst, ist das blamabel. Das hat wirklich nichts mit Fußball zu tun.“

Einmal so richtig in Fahrt, stellte Dietmar Hamann dem Schalker Trainer Domenico Tedesco ein vernichtendes Zeugnis aus: „Wenn ich das sehe, haben die sich im Gegensatz zum Vorjahr sogar zurückentwickelt. Und sie waren letztes Jahr schon nicht gut. Tedesco muss die Mannschaft weiterentwickeln.“

Der rechtfertigte die zurückhaltende Spielweise in Leipzig mit der 1:3-Niederlage an gleicher Stelle in der Vorsaison. Da habe man zaubern wollen und sei desillusioniert worden. Deshalb habe man so gespielt. Anders könne man im früheren Zentralstadion nur als Bayern München auftreten: „Wer gegen Leipzig anders spielt, der verliert.“

Für die Partie in Köln wird Tedesco wohl mehrere Wechsel vornehmen. In jedem Fall soll Sebastian Rudy dabei sein. Das war schon in Leipzig geplant gewesen, scheiterte jedoch an einem fiebrigen Infekt des Mittelfeldspielers. Bis Mittwoch soll er genesen sein. „Das müsste klappen“, meinte der Trainer. Der erwartet dann von dem Nationalspieler den Nachweis seiner Klasse, den er seit seinem Wechsel für 16,5 Millionen Euro vom FC Bayern bei den Schalkern bislang schuldig blieb.

Und bei den Kölnern? Da lief es in den letzten beiden Wochen auch alles andere als nach Wunsch. Nur zwei von neun Punkten wurden geholt, lediglich jeweils einmal getroffen. Auch der Zweitliga-Spitzenreiter läuft seinen Ansprüchen hinterher, hat zuletzt kein Offensivfeuerwerk wie in den ersten Saisonwochen mehr abgebrannt und enttäuschte seine Anhänger vor allem im heimischen Stadion.

Anders als in den Meisterschaftsspielen werden die Kölner gegen Schalke erstmals wohl nicht so dominant nach vorne spielen können. Da stellt sich dann die Frage, ob Markus Anfang personell darauf reagiert. So könnte er die Startformation ändern, durch eine Stärkung des Zentrums taktische Umstellungen vornehmen.

Özcan und Koziello melden sich zurück

Am unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführten Training am Montag nahm Salih Özcan wieder teil, nachdem er von Heidenheims Niklas Dorsch böse gefoult worden war. Auch Vincent Koziello war zweieinhalb Wochen nach seiner schweren Schulterverletzung erstmals wieder im Mannschaftstraining dabei. Ein Einsatz am Mittwoch komme für ihn aber noch zu früh, bestätigte Anfang. Möglicherweise könne er im Kader des Tabellenführers stehen, wenn der am nächsten Montag zum Top-Spiel beim Tabellenzweiten Hamburger SV antritt.