1. FC Köln

FC trainiert mit der Doppel-Sechs

Mächtig ins Zeug legte sich der Österreicher Louis Schaub wie hier beim Kopfballspiel.

Mächtig ins Zeug legte sich der Österreicher Louis Schaub wie hier beim Kopfballspiel.

Köln. FC-Trainer Markus Anfang variiert nach der Niederlage in Paderborn sein Spielsystem. Offensivspieler Louis Schaub weckt Hoffnungen auf einen Einsatz am Samstag gegen Sandhausen.

Nicht ohne Folgen ist die Kritik von FC-Sportchef Armin Veh nach der Niederlage in letzter Minute in Paderborn geblieben. Bereits am Montag ließ Markus Anfang das Abwehrverhalten bei Standardsituationen üben. Die eigentliche Überraschung aber folgte am Dienstag in Form einer Systemänderung. Denn vor der Dreierkette bot er eine Doppel-Sechs auf, um gleichzeitig die Außenspieler noch weiter vorzuschieben.

Auf die Frage, ob er für die Begegnung am Samstag gegen den SV Sandhausen eine Systemänderung plane, hatte der FC-Trainer am Montag noch eher ausweichend geantwortet: „Wir trainieren in dieser Woche ganz normal. Dann machen wir uns Gedanken darüber, welche Spieler wir für das Spiel zur Verfügung haben, und wie wir die beste Mannschaft aufstellen.“

Am Dienstag kam Anfang in den Genuss, bis auf den am Meniskus verletzten Niklas Hauptmann erstmals alle Profis im Training zur Verfügung zu haben. Da somit 22 Feldspieler auf dem Platz standen, gehörte bei den Spielformen jeweils ein Spieler mehr zu jeder Mannschaft. Das verfälschte die Spielsysteme aber nur leicht.

In der vermeintlichen Startformation für das Samstag-spiel, für das Rafael Czichos (Gelb-Sperre) und Florian Kainz (Gelb-Rot-Sperre) ausfallen, bildeten Lasse Sobiech, Jorge Meré und Jonas Hector die Dreierkette. Davor agierten Johannes Geis und der genesene Marco Höger als Doppel-Sechs. Die Doppel-Spitze bildeten abwechselnd Simon Terodde, Jhon Cordoba und Anthony Modeste. In der offensiven Dreierkette wechselten sich Dominick Drechsler, Christian Clemens, Marcel Risse und der erstmals wieder mittrainierende Louis Schaub ab.

Somit bliebe es zwar bei einem 3-5-2-System, allerdings würde die bislang eingesetzte vierte Offensivkraft zugunsten eines zweiten Sechsers geopfert. Mit dem könnte das Zentrum verdichtet und für mehr Defensivstärke gesorgt werden.

Darunter müsste die Angriffswucht der Kölner nicht zwangsläufig leiden. Zumal mit Louis Schaub eine Kreativkraft vor der Rückkehr ins Team steht. Knapp fünf Wochen lang zwang ihn ein Knochenödem zur Pause. Am Dienstag trainierte der Österreicher erstmals wieder mit den Kollegen. Zuvor hatte er zunächst nur Rad fahren, dann sein angewachsenes Körpergewicht auf dem Laufband reduzieren können, wie er gestand.

„Ich schau' jetzt, wie ich die Belastung vertrage. Ich merke schon, dass noch etwas an Fitness fehlt. Aber wenn es ausgeht, kann ich am Samstag dabei sein“, merkte er im wienerischen Sprachgebrauch an. Immerhin sei er inzwischen ausgeglichener. „Nicht trainieren zu können, war für mich schlimm. Ich bin ein ungeduldiger Patient“, gestand er lächelnd.

In den nächsten Wochen möchte Schaub, auf dessen Konto zehn Torvorbereitungen gehen, mit dazu beitragen, dass Kölner Siege gefeiert werden. „Obwohl wir teils gute Leistungen gezeigt haben, haben die Ergebnisse nicht gestimmt. Aber noch haben wir alles in der Hand. Wir müssen jetzt einfach Siege abliefern.“

Das sieht der Trainer ebenso. „Dass wir Ergebnisse abliefern müssen, ist klar“, sagte Markus Anfang mit Blick auf die nächsten Aufgaben. Innerhalb einer guten Woche stehen das Heimspiel gegen Sandhausen, die Nachholpartie in Aue sowie in Ingolstadt das nächste Auswärtsspiel an. „Im Herbst haben wir eine Englische Woche genutzt und neun Punkte geholt. Jetzt haben wir wieder die Möglichkeit, in kurzer Zeit viele Punkte zu machen. Das muss unser Ziel sein!“