1. FC Köln

FC jubelt: Modeste kehrt zurück

Wieder mit Geißbock auf der Brust: Anthony Modeste wird künftig für den FC auf Torejagd gehen.

Wieder mit Geißbock auf der Brust: Anthony Modeste wird künftig für den FC auf Torejagd gehen.

Köln. Der Torjäger unterschreibt einen neuen Fünfjahresvertrag beim 1. FC Köln. Wann er das erste Mal im Geißbocktrikot aufläuft, steht wegen der komplizierten Vertragssituation noch nicht fest.

Trainer Markus Anfang hatte versucht, das Thema mit ein paar Allgemeinplätzen wegzulächeln. Geschäftsführer Armin Veh verzögerte und sagte einfach, dass er nichts sagen werde. Die Ehre, dem 1. FC Köln nachträglich zu seinem 70. Geburtstag das größte Geschenk zu überreichen, gebührte auf der Gala nun mal dem Präsidenten. Es war gegen 20 Uhr am Samstagabend, als Werner Spinner auf der Bühne des Coloneums in Ossendorf voller Freude verkünden durfte, dass Anthony Modeste ab sofort wieder Angestellter des 1. FC Köln ist. Wovon alle FC-Anhänger lange Zeit nur zu träumen gewagt hatten, ist also perfekt: die Rückkehr des verlorenen Torjägers aus dem fernen China.

Der 30-jährige Franzose hatte erst am Nachmittag seine Unterschrift unter einen neuen, dem Vernehmen nach sehr gut dotierten Vertrag bis 2023 beim Fußball-Zweitligisten gesetzt. Wann er das erste Mal wieder im Trikot mit der Nummer 27 für die Geißböcke auflaufen wird, steht allerdings noch nicht fest (siehe Infokasten). „Wir waren in den vergangenen Wochen regelmäßig mit Tony in Kontakt. Als wir gemerkt haben, dass es eine Chance gibt, seine Vertragssituation zu lösen und ihn zu für den FC vertretbaren Konditionen zu verpflichten, haben wir alles daran gesetzt, ihn für uns zu gewinnen“, erklärte Armin Veh, als er über diese sensationelle Personalie sprechen durfte.

Modeste hatte den FC unter Trainer Peter Stöger in der Bundesliga-Saison 2016/17 mit 25 Toren erstmals seit 25 Jahren wieder in den Europapokal geschossen. Nach dem letzten Saisonspiel gegen Mainz trugen die Fans ihren absoluten Publikumsliebling auf Händen durch das Rheinenergiestadion. Danach begann aber auch sofort das wochenlange und nervenaufreibende Transfertheater, an dessen Ende der sensible Stürmer für 35 Millionen Euro zum chinesischen Erstligisten Tianjin Quanjian wechselte, der bereits im Winter 50 Millionen Euro für Modeste geboten hatte. Diesmal lehnte Manager Jörg Schmadtke nicht ab. Modeste, dessen Frau und zwei Kinder in Köln blieben, fand in China zwar viel Geld (Vertrag über mehr als zehn Millionen Euro pro Jahr), aber kein Glück.

Immer wieder beteuerte er, dass sein Herz dem FC gehöre. „Heute habe ich meine Entscheidung getroffen. Köln, ich bin zurück und ich bin überglücklich“, sagte der Torjäger nun.

Nachdem er seinen Dreijahresvertrag bei Tianjin gekündigt und sich anschließend bei der U21 des FC fit gehalten hatte, forcierte der FC seine Bemühungen. Auf Vermittlung des SPD-Politikers Martin Schulz erhielt Geschäftsführer Alexander Wehrle einen Verhandlungstermin bei Tianjins Vereinsspitze. Dabei dürfte sich die Meinung verfestigt haben, dass Modeste seinen Vertrag zurecht gekündigt hatte.