1. FC Köln

FC hat noch Steigerungspotenzial in der Abwehr

Es läuft bislang nach Wunsch: Der 1. FC Köln grüßt nach vier Spieltagen von der Tabellenspitze.

Es läuft bislang nach Wunsch: Der 1. FC Köln grüßt nach vier Spieltagen von der Tabellenspitze.

KÖLN. Auftaktbilanz: Ein fast perfekter Start des FC in die Saison. Die Offensive um den fünfmaligen Torschützen Simon Terodde ist das Prunkstück. Trainer Markus Anfang ist hochzufrieden, kalkuliert aber auch Rückschläge ein.

Die erste Meisterschaftsunterbrechung – bedingt durch die Länderspiele – ist dazu geeignet, die Startphase des 1. FC Köln in die Zweitligasaison zu analysieren. Was war gut beim alleinigen Tabellenführer, wo hakt es noch im Spiel, und wie sind die Aussichten für die folgenden Begegnungen, von denen vier Stück innerhalb von 13 Tagen anstehen?

Fast perfekter Start

Drei Siege, ein Unentschieden sowie der Einzug in die zweite DFB-Pokalrunde sind Ausdruck des erfolgreichen Auftakts. „Darüber hinaus ist die Entwicklung der Mannschaft sehr positiv“, stellte Trainer Markus Anfang fest. Es sei „die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, die Spaß macht. Und es ist ein Vergnügen, mit den Jungs tagtäglich zu arbeiten. Sie sind sehr lernwillig“.

Zweifel ausgeräumt

Während der Vorbereitungszeit konnte man zuweilen Zweifel haben, ob das Einstudieren des völlig offensiv ausgerichteten 4-1-4-1-Systems gelingen würde, vor allem rechtzeitig bis zum Ligastart. Doch von Spiel zu Spiel verinnerlichten die FC-Profis die Vorstellungen ihres Trainers. Die Abläufe wurden harmonischer, das Zusammenspiel automatisierte sich. Deshalb sagte Markus Anfang am Dienstag: „Die Tendenz ist positiv.“

Variantenreicher Angriff

Vor allem zwei Aspekte sind es, die das Kölner Spiel für die Gegner so schwer zu verteidigen machen: Der permanente Druck auf die Abwehrkette sowie die unterschiedlichen Angriffsqualitäten der Spieler. Statt durch seitliche Verlagerungen Lücken in der gegnerischen Abwehr zu finden oder zu reißen, suchen die Kölner stets den Pass durch Schnittstellen in die Tiefe. Dabei kommt ihnen das variantenreiche Spiel ihrer Angreifer zugute: Christian Clemens (2 Tore/3 Vorlagen) kommt vor allem als Vorarbeiter über beide Außenbahnen, Louis Schaub (3 Vorlagen) ist ein Tempodribbler, Dominick Drexler (1 Vorlage) sucht die Pässe und Läufe in die Tiefe, Vincent Koziello vereinigt als Stratege viele Eigenschaften, Niklas Hauptmann geht mit hohem Tempo in die Zweikämpfe, Serhou Guirassy (1 Tor) ist unberechenbar, Jhon Cordoba kommt mit Wucht und Simon Terodde (5 Tore/1 Vorlage) ist ein klassischer Mittelstürmer.

Daran hapert es noch

Nachholbedarf besitzt die FC-Elf noch im Defensivverhalten. Sechs Gegentreffer in drei Begegnungen, nur einmal zu null gespielt, das zeigt, wo der Schuh drückt. Da lässt Markus Anfang auch nicht das Argument gelten, dass die Treffer der Gegner egal sind, solange man ein Tor mehr erzielt. „Die Gegentore auf St. Pauli waren sehr ärgerlich“, blickte der 44-Jährige unzufrieden zurück. Deshalb mahnt er bei seinen Spielern immer wieder mehr Aufmerksamkeit an, damit nicht leichtfertige Ballverluste in der Vorwärtsbewegung zu Konterchancen der Gegner führen.

Blick in die Zukunft

Gerne spricht Markus Anfang davon, dass die Entwicklung der Mannschaft und des FC-Spiels noch längere Zeit andauern wird. Bei diesem Prozess rechnet er auch mit einer Phase, „während der es einmal nicht so hundertprozentig bei uns läuft“. Das sei ein normaler Vorgang. Die gegnerischen Mannschaften würden sich künftig etwas einfallen lassen, um die Angriffsmaschinerie der Kölner ins Stocken oder Erliegen zu bringen. Diese Herausforderung müsse man annehmen, darauf müsse man reagieren können.