Keine FC-Fans für das nächste Europapokalspiel

FC-Randale und Pyrotechnik beim Europapokal-Aus

Belgrad. Beim Spiel des 1.FC Köln gegen Roter Stern Belgrad kam es zu unschönen Szenen im Stadion: Leuchtraketen wurden abgeschossen und Sitzschalen heraus gerissen. Damit dürfen beim nächsten Europapokalspiel keine Fans des FCs anreisen.

Für hässliche Szenen unmittelbar vor und in den Anfangsminuten der Europa-League-Begegnung zwischen Roter Stern Belgrad und dem 1. FC Köln ist es im und um den Gästeblock gekommen. Erst flogen Böller in den Innenraum, dann wurden Leuchtraketen abgeschossen. Ein Mädchen, das zu den Einlaufkindern gehörte, wurde fast getroffen.

Dann tauchten Bengalos Teile des Gästeblocks in Rot. Schließlich flogen herausgerissene Sitzschalen in Richtung Belgrader Zuschauer. Noch schlimmer waren die Leuchtraketen, die von den Kölnern auf die Zuschauer abgeschossen wurden.

Trotz dieser massiven Ausschreitungen pfiff der schottische Schiedsrichter Bobby Madden die Begegnung pünktlich an. Während gespielt wurde, marschierten Sicherheitskräfte in Kampfuniform in den Blöcken neben den angereisten Chaoten auf.

Da der 1. FC Köln aufgrund einer Strafe nach den Ausschreitungen in London unter Bewährung durch die Uefa steht, folgt unweigerlich die zunächst ausgesetzte Strafe: Zum nächsten Europapokalspiel des 1. FC Köln werden keine FC-Fans zugelassen.

Übergriffe in Innenstadt 

Als Hochsicherheitsspiel eingestuft, fand die Begegnung unter extrem strengen Überwachungen durch die Belgrader Polizei statt. Weiträumig fanden Straßensperren statt, patrouillierten tausende Sicherheitskräfte in Kampfuniform.

War das Stadionumfeld auf diese Weise am Spieltag offenbar gut gesichert, war es tags zuvor in der Innenstadt zu Übergriffen gekommen. So wurde eine Gruppe von etwa zwei Dutzend Kölner Fans, die vor einem Lokal FC-Lieder sangen, unvorbereitet von fünf serbischen Hooligans mit Fausthieben und Tritten angegriffen. Nach kurzem Kampf nahmen die Angreifer Reißaus. Als die alarmierte Polizei eintraf, konnte sie nur noch den Vorgang aufnehmen. Mindestens ein Deutscher musste ins Krankenhaus.

In unmittelbarer Nähe hatten FC-Vizepräsident Toni Schumacher und Geschäftsführer Alexander Wehrle mit Fans über die jüngsten Entwicklungen beim 1. FC Köln diskutiert. Sie wurden allerdings nicht in die Auseinandersetzung verwickelt.

Unbestätigt blieb ein womöglich noch schwerwiegender Vorfall in Rumänien. Im grenznahen Timisoara sollen FC-Anhänger bei einer Pause während der Anreise in einem Restaurant von Gewalttätern überfallen und ausgeraubt worden sein. Von FC-Seite konnte es weder bestätigt noch dementiert werden.

Andere Fans, die mit in Rumänien angemieteten Fahrzeugen einreisen wollten, waren von der Grenzpolizei zurückgewiesen worden.

FC-Fans mit Bussen ins Stadion gebracht

Knapp vier Stunden vor der Begegnung war begonnen worden, den Großteil der bis zu 5000 FC-Fans von einem Treffpunkt in der Innenstadt aus mit einem Bus-Pendeldienst zum Stadion zu fahren. Die 20 Fahrzeuge waren vom 1. FC Köln für einen vierstelligen Euro-Betrag von lokalen Reiseunternehmen aus dem Belgrader Umland angemietet worden.

Während die Tore für den Gästebereich eine halbe Stunde vor Spielbeginn geschlossen wurden, sollten sie erst bis zu eineinhalb Stunden nach dem Abpfiff wieder geöffnet werden. Beide Maßnahmen dienten laut der serbischen Polizei der Sicherheit der deutschen Zuschauer.

Etwa 2000 FC-Anhänger hatten sich weiße Kittel übergezogen. Ihre Gesänge waren zunächst durch überlaute Stadionmusik zu übertönen versucht worden. Später gab es gellende Pfiffe. Probleme dürfte der 1. FC Köln wieder bekommen, weil vor dem Anpfiff Knallkörper aus dem Gästeblock auf die alte Kunststoffbahn flogen.