1. FC Köln

FC Köln spielt am Samstag vorerst letztes Bundesliga-Spiel

Ex-FC-Profi Yannick Gerhardt trifft mit dem VfL Wolfsburg im letzten Bundesliga-Saisonspiel am Samstag auf seine ehemaligen Kollegen. Mit einem Sieg wären die Wölfe mindestens in der Relegation.

Ex-FC-Profi Yannick Gerhardt trifft mit dem VfL Wolfsburg im letzten Bundesliga-Saisonspiel am Samstag auf seine ehemaligen Kollegen. Mit einem Sieg wären die Wölfe mindestens in der Relegation.

KÖLN. Der FC spielt am Samstag eine entscheidende Rolle in der Abstiegsfrage. 3000 Fans begleiten die Kölner auf ihrer vorerst letzten Bundesligareise.

Vom Hamburger SV umschmeichelt, vom VfL Wolfsburg gefürchtet. Obwohl der 1. FC Köln vor dem letzten Bundesligaspiel bei den Wölfen als erster Absteiger in die 2. Fußball-Bundesliga feststeht, nimmt er am Samstag (15.30 Uhr/Sky) eine zentrale Rolle ein. Nur wenn die nach der Saison auseinander fallende Mannschaft des scheidenden Trainers Stefan Ruthenbeck gewinnt, kann der HSV noch auf eine erneute Teilnahme an der Relegation gegen den Zweitliga-Dritten Holstein Kiel hoffen. Die Wolfsburger um den Ex-Kölner Yannick Gerhardt brauchen mindestens einen Punkt, um bei einem Hamburger Sieg gegen Gladbach die Relegation mit dem um aktuell fünf Tore besseren Torverhältnis sichern zu können. Und einen Sieg, um den SC Freiburg abfangen zu können, falls der gegen Augsburg verliert.

„Wir stehen weder auf der Seite von Wolfsburg noch auf der des HSV. Das beeinflusst uns nicht“, sagte Timo Horn am Mittwoch nach dem Training, bei dem Stürmer Jhon Cordoba aufgrund muskulärer Probleme fehlte. Der FC-Torwart, der nach seiner Vertragsverlängerung und dem Verbleib bei den Geißböcken das Sprachrohr der Mannschaft schlechthin ist, verwies zudem auf die mehr als 3000 Fans, die den FC zu seiner vorerst letzten Bundesliga-Reise begleiten werden. „Wir wollen für die Fans ein gutes Spiel machen. Gegen München haben wir uns nicht hängen lassen. Das wird auch diesmal nicht passieren.“

Die Pflicht fordert der bei der Mission „Wunder Klassenhalt“ gescheiterte Ruthenbeck von seinem Team natürlich auch für Samstag ein. Zumal es darum geht, nicht als punktschlechtester Absteiger in die FC-Historie einzugehen. Die Mannschaft, die 2004 den Gang ins Unterhaus antreten musste, sammelte 23 Punkte, aktuell stehen die Kölner noch bei 22. „Das letzte Spiel bleibt in der Erinnerung hängen“, hofft der FC-Coach auf einen würdevollen Abschied.

Ein Sieg der Geißböcke könnte dann bedeuteten, dass Yannick Gerhardt mit seinem Ex-Club absteigen muss. Der 24-Jährige, der von 2003 bis 2016 das FC-Trikot trug und dann für kolportierte 13 Millionen Euro nach Wolfsburg wechselte, steht nach seinem Syndesmosebandriss im Februar auf Schalke ausgerechnet am Samstag erstmals wieder im Kader des VfL. „Das Positive ist einfach, dass wir es in der eigenen Hand haben, die Klasse zu halten, mit ein bisschen Schützenhilfe auch noch direkt“, machte der U21-Europameister auf den vereinseigenen Kanälen in Optimismus, obwohl er in Wolfsburg nie wirklich glücklich geworden ist. Deshalb wird bei Gerhardt wie auch bei einer ganzen Reihe anderer VfL-Profis darüber spekuliert, dass sie den Club im Falle eines Abstiegs verlassen werden.

Eine solche Vereinstreue wie Jonas Hector, Marco Höger, Timo Horn und Marcel Risse sie in diesen Tagen dem FC erwiesen haben, ist in Wolfsburg nur schwer vorstellbar. „Ich finde es unpassend, wenn man sich jetzt über die eigene Zukunft Gedanken macht. Das habe ich auch mit einigen Spielern besprochen, dass wir einfach die persönlichen Interessen zurückstecken müssen“, sagte Gerhardt und fügte hinzu: „Das käme auch nicht gut an, wenn man im Abstiegskampf steckt und sich Gedanken über seine eigene Zukunft macht.“

In Köln sind sie alle froh, dass diese Zukunft mit dem Schlusspfiff am Samstag beginnen kann. „Wir haben eine sehr schlechte Saison zu verantworten und freuen uns mit frischem Wind und der fantastischen Unterstützung unserer Fans neu anzufangen“, erklärte Timo Horn und gab dem Hamburger Hoffnungen für Samstag noch etwas Nahrung. „So schwer es auch ist, in einem solchen Spiel die Köpfe noch einmal hochzunehmen. Ich kenne den Charakter dieses Teams. Wir werden alles raushauen.“