1. FC Köln

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen bei den Geißböcken

Einen massiven Polizeieinsatz wird es an diesem Freitag rund um das FC-Spiel geben.

Einen massiven Polizeieinsatz wird es an diesem Freitag rund um das FC-Spiel geben.

Köln. Verschärfte Einlasskontrollen nach dem Anschlag in Dortmund: Die FC-Fans sollen zum Hoffenheim-Spiel früher anreisen. Trainer Peter Stöger weist unterdessen zu hohes Anspruchsdenken zurück.

Auf lange Warteschlangen vor den Eingängen müssen sich die Besucher des Bundesligaspiels zwischen dem 1. FC Köln und der TSG Hoffenheim heute Abend einstellen. Wegen des Anschlags in der Vorwoche auf den Dortmunder Mannschaftsbus und angesichts der hohen Sicherheitsvorkehrungen rund um den AfD-Parteitag und der Demonstrationen mit bis zu 50 000 Teilnehmern in dessen Umfeld weist der 1. FC Köln auf erweiterte Sicherheitsmaßnahmen hin. Wegen des Parteitags und der verschiedenen Demonstrationen, die mit einem Großaufgebot von etwa 4000 Polizisten begleitet werden, war das Bundesligaspiel bereits im Vorfeld auf den Freitagabend vorgezogen worden.

In der aktuellen Ausgabe der Clubzeitung „Geißbockecho“ nehmen die FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle und Jörg Schmadtke auch Stellung zu der AfD-Versammlung am Samstag. Als Verein, der sich unter anderem gesellschaftlich für Integration engagiere, könne man „sich nicht neutral verhalten, wenn grundlegende Werte in Frage gestellt werden. Daher unterstützen wir die Veranstaltung des Festkomitees Kölner Karnevals unter dem Motto: Mir all sin Kölle“.

Was die Sicherheitsmaßnahmen am Freitag betrifft, so gehören noch umfangreichere Einlasskontrollen dazu, als sie seit den Anschlägen von Paris im Herbst 2015 bereits üblich sind. So dürfen keine Taschen und Rucksäcke mit ins Stadion gebracht werden, die ein größeres Format als DIN-A-4 besitzen. Es gibt auch keine Abgabestellen, an denen entsprechende Gegenstände hinterlegt werden können. Auf der Junkersdorfer Straße ist mit größeren Rückstaus zu rechnen, weil die Fahrzeuge, die in der Stadiontiefgarage parken dürfen, besonders kontrolliert werden. Da die Stadiontore um 18.30 Uhr, also zwei Stunden vor dem Anpfiff, geöffnet werden, sollten Besucher dann bereits vor Ort sein.

Karten für das Spiel sind im Heimbereich nur noch an der Spieltagsbörse in kleiner Zahl erhältlich. Ansonsten ist der Bereich der FC-Fans wie fast immer ausverkauft. Das zeigt das ungebrochene Interesse an den Spielen des 1. FC Köln, auch wenn die in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr so erfolgreich waren wie noch in der starken Hinrunde. Aufgrund dessen sahen sich die FC-Verantwortlichen jüngst mit Kommentaren konfrontiert, in denen ihnen Fehlverhalten in personeller wie taktischer Hinsicht vorgeworfen wurde.

Dazu nahm Peter Stöger nun Stellung. Man befinde sich als Siebter immer noch auf einem Tabellenplatz, der nicht normal sei für den FC. „Ich kann mich nicht erinnern, dass man in den letzten zwanzig Jahren in einer Saison permanent zwischen Platz fünf und acht stand. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Deshalb wundert es uns etwas, wenn so viel hinterfragt wird“, sagte der Trainer. Natürlich sei auch er mit der einen oder anderen Leistung in den letzten Spielen nicht zufrieden gewesen. Manche Kritik aber sehe er aus einem anderen Blickwinkel. Seine Aufgabe sei es, Dinge zu verbessern, die nicht optimal verlaufen seien.

Zudem sehe er die Ausgangssituation drei Punkte hinter dem Tabellenfünften für die restlichen Saisonspiele gegen Hoffenheim, in Dortmund, gegen Bremen, in Leverkusen und gegen Mainz als ordentlich an. Das sei zwar ein schwieriges Restprogramm, aber machbar. „Fakt ist, dass wir weniger Fehler machen dürfen als zuletzt. Sonst sieht es schlecht aus mit den Punkten“, meinte Peter Stöger. Nach wie vor „würden wir außerordentlich gerne an der Europa League teilnehmen, selbst als Siebter mit den dann zusätzlich belastenden Qualifikationsspielen“.