Kommentar zum Auftaktsieg

Eine Warnung für den 1. FC Köln

Kölns Rafael Czichos (links) überwindet Bochums Torwart Manuel Riemann zum 2:0-Endstand für den FC.

Kölns Rafael Czichos (links) überwindet Bochums Torwart Manuel Riemann zum 2:0-Endstand für den FC.

Köln. Das 2:0-Ergebnis des 1. FC Köln beim VfL Bochum entsprach den Erwartungen der Optimisten vor dem Zweitligaauftakt. Dennoch sieht unser Kommentator Joachim Schmidt in dem glücklichen Erfolg auch ein Warnsignal für den FC auf dem geplanten Weg zurück in die Fußball-Bundesliga.

Wer mit einem Sieg bei einem als Konkurrent im Kampf um den Aufstieg gehandelten Gegner in die Saison startet, untermauert seine Zielsetzung. Dass dies dem 1. FC Köln trotz der Hypothek einer mehr als 20-minütigen Unterzahl gelang, ohne dass der Erfolg ernsthaft in Gefahr geriet, zeugt von Willensstärke und Einsatzbereitschaft der Spieler.

So gesehen konnten die Verantwortlichen des 1. FC Köln zufrieden sein mit dem 2:0 in Bochum. Andererseits verschlossen sie nicht die Augen vor den Mängeln im Aufbauspiel und der Defensivarbeit. Da stimmte das Miteinander noch nicht, da ging es vor allem in der ersten Spielhälfte zuweilen vogelwild zu.

Es wäre jedoch auch vermessen, von dieser neu formierten Mannschaft mit ihrem ungewohnten Offensivstil bereits nach knapp sechswöchiger Vorbereitungszeit annähernden Perfektionismus zu fordern. Gerade angesichts einer Spielweise, die wie ein Tanz auf der Rasierklinge sein kann. Pep Guardiola kann ein Lied davon singen, welche Probleme dieser druckvolle Angriffsfußball beispielsweise seinen Spielern bei Manchester City bereitet hat. Schließlich laden Fehler die Gegner zum Konterspiel geradezu ein.

Dass es in Bochum kein Fiasko gab, lag vor allem im schwachen Torabschluss der Gastgeber. Chancen genug, um die Partie für sich zu entscheiden, hatte der VfL. Der FC ist also gewarnt. Es muss in den nächsten Wochen und Monaten noch viel dafür getan werden, dass leichtfertige Ballverluste nicht zu folgenschweren Möglichkeiten für die Gegner werden.

Gerne wurde im Zusammenhang mit den anstehenden Lernzielen davon gesprochen, dass sich Automatismen noch einschleifen müssen. Die Zeit dafür ist gekommen. Je schneller das geht, desto größer sind die Aussichten, dass das Offensivspiel von Markus Anfang den erhofften Ertrag abwirft. Schließlich soll diese Spielweise nach dem Wunsch von Sportchef Armin Veh nicht mehr und nicht weniger als das neue fußballerische Markenzeichen des 1. FC Köln werden.